Frankfurt/Main (29.7.26) – Das Geschäftsklima in Deutschlands kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat sich im Juli spürbar verbessert. Der Geschäftsklimaindex steigt um 4 Zähler auf -17,3 Punkte. Treiber sind vor allem die besseren Geschäftserwartungen und die positive Entwicklung der Lageurteile. Auf dem aktuellen Niveau liegt das Geschäftsklima allerdings noch immer weit unter dem langfristigen Durchschnitt.
Das sind Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Dafür wertet KfW Research monatlich Ergebnisse der Konjunkturumfragen des ifo Instituts aus, unterteilt nach Größenklassen der Unternehmen und Hauptwirtschaftsbereichen. Befragt werden rund 9.500 Unternehmen, darunter etwa 8.000 Mittelständler.
Die Verbesserung der Stimmung im Mittelstand reicht im Juli über alle Wirtschaftsbereiche hinweg. Besonders verbessert sich die Lage im Verarbeitenden Gewerbe: Das Geschäftsklima steigt dort um 9,7 Zähler. Auch Einzelhandel und Großhandel melden deutliche Verbesserungen. Moderater fällt der Anstieg im Bauhauptgewerbe sowie im Dienstleistungssegment aus. Im Zuge der besseren Aussichten steigen die Beschäftigungserwartungen der mittelständischen Unternehmen um 4,1 Zähler auf -7,4 Punkte.
Unter den Großunternehmen zeigt sich im Juli dagegen nur eine minimale Veränderung: Das Geschäftsklima sinkt leicht um -0,1 Zähler. Während die Erwartungen zulegen, bewegen sich die Lageurteile in die entgegengesetzte Richtung. Insgesamt bleibt der Abstand zum Niveau des Mittelstands gering.
Die Juli-Ergebnisse dürften vor allem durch das Reformprogramm der Regierungskoalition mit Bürokratieentlastung sowie der zeitweisen Entspannung im Iran-Krieg geprägt sein.
Die Absatzpreiserwartungen nehmen im Juli erneut ab: Im Mittelstand um -1,8 Zähler und bei Großunternehmen um -6,6 Zähler. Damit liegen die Preiserwartungen nach dem dritten Rückgang in Folge nicht mehr deutlich über dem Niveau vor dem Iran-Krieg.
“Der Mittelstand blickt wieder nach vorn. Wahrscheinlich hat sich die Stimmung auch durch das noch vor der Sommerpause auf den Weg gebrachte Reformprogramm verbessert, mit dem die Regierungskoalition ihre Kompromissfähigkeit unter Beweis gestellt hat und insbesondere beim Thema Bürokratie auch eine erhebliche Entlastung verspricht”, sagt Philipp Scheuermeyer, Konjunkturexperte bei KfW Research.
“Insgesamt bleibt das Umfeld jedoch fragil: Bei einer anhaltend stockenden Ausfuhr aus der Golfregion ist das Rückschlagrisiko weiterhin groß, selbst wenn die Konjunkturdaten bisher stabil sind.”