DWS mit Ausblick auf nächste EZB Ratssitzung: Keine Weichenstellung erwartet, alles bleibt „on hold“ – Von Ulrike Kastens, DWS-Volkswirtin Europa

 Frankfurt/Main (10.7.20) – Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni geliefert und eine Verlängerung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) bis mindestens Ende Juni 2021 beschlossen hat, deutet sich nun eine wohltuende geldpolitische Pause an. weiterlesen

Hans-Böckler-Stiftung zu Folgen der Corona-Krise: 26 Prozent der Erwerbstätigen haben bereits Einkommenseinbußen erlitten, soziale Ungleichheit verschärft sich – Neue Umfrage zeigt aber auch abnehmende Sorgen um Jobverlust

Düsseldorf (10.7.20) – Die Corona-Krise in Deutschland verschärft auch nach der weitgehenden Lockerung der Kontaktbeschränkungen bestehende Ungleichheiten bei Einkommen und beruflichen Möglichkeiten. Erwerbstätige mit ohnehin schon niedrigeren Einkommen  haben deutlich mehr unter negativen wirtschaftlichen Folgen zu leiden als Menschen mit höheren Einkommen. Sie haben beispielsweise während der Pandemie spürbar häufiger schon an Einkommen eingebüßt, bei Kurzarbeit erhalten sie deutlich seltener eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, und sie fürchten etwa doppelt so häufig, als Folge der Pandemie ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das zeigen erste Ergebnisse einer neuen Online-Befragung, für die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung zwischen Mitte und Ende Juni 6.309 Erwerbstätige interviewt worden sind.* Mütter übernehmen weiterhin deutlich häufiger als Väter den Hauptteil der anfallenden Betreuungsarbeit. Der Anteil der Männer scheint im Vergleich zu einer Vorgängerbefragung vom April sogar leicht rückläufig zu sein. Der Abstand zwischen den durchschnittlichen Arbeitszeiten von Vätern und Müttern ist weiterhin deutlich größer als vor Beginn der Krise.

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SAFE zum Fall Wirecard: Jan Krahnen plädiert für europäische Börsenaufsicht

Frankfurt/Main (10.7.20) – Der Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, Jan Krahnen, sieht im Fall Wirecard einen Impuls für einen erneuerten einheitlichen EU-Kapitalmarkt. Der Betrugsfall und die darauffolgende Insolvenz des Zahlungsdienstleisters Wirecard hat strukturelle und organisatorische Defizite in der Aufsicht über Finanzintermediäre und -märkte offenbart, schreibt der SAFE-Direktor in einem aktuellen Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung.

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VDIK: Elektroauto-Markt lässt Corona-Krise vorerst hinter sich

Bad Homburg (9.7.20) – In Deutschland wurden im Juni 18.896 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, dazu zählen rein batteriebetriebene Elektroautos, Plug-In-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge. Der Zuwachs beträgt 118 Prozent. Die Neuzulassungen von reinen Elektroautos (BEV) stiegen im Juni um 41 Prozent auf 8.119 Einheiten. Außerdem wurden fast vier Mal so viele Plug-In-Hybride (PHEV) wie im Vorjahresmonat neu zugelassen. Das Kraftfahrtbundesamt registrierte 10.749 neue PHEV (plus 274 Prozent).

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KfW-ifo: Kredithürde steigt –

Corona macht Banken vorsichtiger

Frankfurt/Main/München (9.7.20) – Die Corona-Krise führt zu deutlichen Umsatzrückgängen bei den mittelständischen Unternehmen in Deutschland und belastet ihre Liquidität. Der daraus erwachsende Finanzierungsbedarf spiegelt sich in einer steigenden Nachfrage nach Bankkrediten wider. Allerdings ist für einen wachsenden Anteil der Unternehmen der Kreditzugang schwieriger geworden, weil sich die Banken bei Kreditverhandlungen restriktiver verhalten. Dies zeigt die KfW-ifo-Kredithürde für das 2. Quartal 2020.

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Fielmann: Starker Umsatzrückgang im April, deutliche Erholung im Mai, Juni über Vorjahr

Hamburg (9.7.20) – Durch notwendige staatliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie wurde die wirtschaftliche Entwicklung der Fielmann AG im ersten Halbjahr 2020 erheblich beeinträchtigt. Im 2. Quartal ging der Umsatz im April deutlich zurück, erholte sich im Mai jedoch wieder und lag im Juni bereits über dem Vorjahreswert. Nachdem Fielmann Mitte März den Regelbetrieb seiner Niederlassungen auf einen Notdienst für systemrelevante Berufsgruppen umgestellt hatte, ging der Umsatz im Einzelmonat April dieses Jahres um 70% zum Vorjahr zurück. Mit Einführung der
wissenschaftlichen Hygienestandards zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern und der damit verbundenen Wiedereröffnung der Niederlassungen erholte sich das Geschäft im Mai bereits wieder deutlich, sodass Fielmann eine Umsatzsteigerung von +157% zum Vormonat (-26% zum Vorjahr) erzielte. Im Juni stieg der Umsatz voraussichtlich um +29% zum Vormonat und lag damit bereits +3% über dem Einzelmonat im Vorjahr. weiterlesen

Foto: PK

Lufthansa beschließt wegen Corona

zweite Spar-Runde

Frankfurt/Main (7.7.20) – Der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG hat in Folge der Corona-Krise ein zweites Paket ihres Restrukturierungsprogramms verabschiedet. Mit dem ersten Paket von Anfang April war unter anderem beschlossen worden, die Flotte um 100 Flugzeuge zu verkleinern und den Flugbetrieb der Germanwings nicht wiederaufzunehmen. weiterlesen

BNP Paribas AM: „Green Bonds sind erwachsen geworden“

Frankfurt/Main (7.7.20) – Green Bonds erfreuen sich bei Investoren und Emittenten einer wachsenden Begeisterung – auch während der Corona-Krise: Die Emissionen reißen nicht ab und sind am Markt regelmäßig nachgefragt. Zuletzt sammelte E.ON eine halbe Milliarde Euro von Investoren ein, nachdem das Unternehmen bereits im März einen Green Bond für über 750 Millionen Euro an den Markt gebracht hatte – die grüne Anleihe des Versorgers war damals dreifach überzeichnet. Auch global gewinnt der Markt rasch an Dynamik: Laut der Climate Bonds Initiative betrug das Emissionsvolumen 2019 bereits 257,5 Milliarden US-Dollar, für 2020 werden sogar rund 350 Milliarden US-Dollar erwartet. Zum Vergleich: 2013 waren es erst 3,5 Milliarden. weiterlesen

Deutsche Bank: Auf Wolke Sieben

Langfristige und weltweite strategische Partnerschaft mit Google geplant

Frankfurt/Main (7.7.20) – Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DB / NYSE: DB) und Google Cloud gehen eine strategische Partnerschaft ein, um Finanzdienstleistungen auf eine neue
Weise zu entwickeln und anzubieten. Diese Partnerschaft ist einzigartig, weil sie
der Deutschen Bank nicht nur Zugang zu erstklassigen Cloud-Dienstleistungen
sichert. Vielmehr können die beiden Unternehmen künftig auch gemeinsam
Innovationen vorantreiben, um die nächste Generation technologiebasierter
Finanzprodukte für Kunden zu entwickeln. Beide Parteien haben eine
Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet und planen, in den nächsten
Monaten einen Vertrag mit mehrjähriger Laufzeit zu vereinbaren.

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KfW-ifo-Mittelstandsbarometer:

Mittelständler hoffen auf bessere Zeiten

Frankfurt/Main (6.7.20) – Die geringe Zahl der Corona-Neuinfektionen, die dadurch ermöglichten Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen sowie die kräftigen wirtschaftspolitischen Impulse treiben die Stimmung der deutschen Mittelständler zu Sommerbeginn rasant nach oben. Mit einem Plus von 13,8 Zählern im Juni gelingt der zweite Rekordanstieg in Folge. weiterlesen

ING: Jeder dritte Deutsche fühlt sich von der Corona-Krise finanziell negativ betroffen

Frankfurt/Main (6.7.20) – Das Corona-Virus und die damit verbundene Wirtschaftskrise hat für viele Deutsche negative finanzielle Auswirkungen. In Zahlungsschwierigkeiten kommen aber dennoch nur wenige. Dies zeigen die Ergebnisse einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der ING, zu der im Mai 2020 auch über 1.000 Deutsche zu ihrem Konsumverhalten und ihrer finanziellen Situation befragt wurden. weiterlesen

Commerzbank: Vorstandschef Martin Zielke bietet einvernehmliche Aufhebung an, und Stefan Schmittmann legt Aufsichtsratsvorsitz nieder

Frankfurt/Main (3.7.20) – In seiner gestrigen Sitzung hat der Präsidial- und Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats der Commerzbank AG über das Angebot von Martin Zielke beraten, auf Basis einer einvernehmlichen Aufhebung vorzeitig aus dem Vorstand auszuscheiden, falls dies aus Sicht des Aufsichtsrats im Interesse der Bank liegt. Der Präsidial- und Nominierungsausschuss hat beschlossen, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, die Bestellung von Martin Zielke zum Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank AG einvernehmlich zu einem zwischen Martin Zielke und dem Aufsichtsrat noch festzulegenden Datum, spätestens jedoch mit Ablauf des 31. Dezember 2020 zu beenden. Der Aufsichtsrat wird dazu in seiner Sitzung am 8. Juli 2020 einen Beschluss fassen. weiterlesen

VDIK: Deutscher Pkw-Markt erlebt im ersten Halbjahr historischen Einbruch

Bad Homburg (3.7.20) – Der deutsche Pkw-Markt hat im ersten Halbjahr 2020 in Folge der Coronakrise ein Minus von 35 Prozent verzeichnet. Im zweiten Quartal belief sich der Rückgang sogar auf 47 Prozent. Mit 1,21 Mio. Neuzulassungen befindet sich der Markt nach sechs Monaten auf dem niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. Von den internationalen Marken wurden im ersten Halbjahr knapp 485.000 Pkw neu zugelassen. Der Marktanteil der VDIK-Mitglieder stieg in diesem Zeitraum leicht auf nun 40 Prozent (Vorjahr 38,8 Prozent) an.

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Lombard Odier Investment Managers:

Fintechs fördern Inklusion

Frankfurt/Main (1.7.20) – Wer kein Bankkonto hat, kann keine Versicherungen oder Mietverträge abschließen. Digitale Technologien spielen eine Schlüsselrolle bei der finanziellen Inklusion, und zwar sowohl in aufstrebenden als auch in etablierten Märkten. Wie Fintechs zur gesellschaftlichen Integration beitragen und den Zugang zu Finanzdienstleistungen, wie Versicherungen und Bankkonten, erleichtern.  weiterlesen

ING: Beim Sparen auch weiterhin kein Europameister – Drei von zehn Deutschen verfügen über keine Ersparnisse

Frankfurt/Main (1.7.20) – Drei von zehn Deutschen verfügen nicht über Ersparnisse – das ist nach wie vor ein schlechter Wert im europäischen Vergleich. Aber dem europaweiten Trend, angesichts der Corona-Krise mehr zu sparen und vor allem weniger auszugeben, verschließen sich auch die Deutschen nicht. weiterlesen

IMK: „Wirtschaftspolitische Reaktion hat Schlimmeres verhindert“

Düsseldorf (30.6.20) – Die deutsche Wirtschaft hat den konjunkturellen Tiefpunkt in Folge der Corona-Pandemie hinter sich und schwenkt im dritten Quartal 2020 auf einen moderaten Erholungspfad ein. Das Niveau vor Ausbruch der Krise wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) aber wohl erst 2022 wieder erreichen. Im Jahresdurchschnitt 2020 schrumpft die Wirtschaftsleistung um 6,2 Prozent, 2021 wird das BIP um 3,8 Prozent im Jahresmittel wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung in seiner neuen Konjunkturprognose.* Anders als bei ihrer letzten Vorhersage im April sehen die Forscher diesmal allerdings nicht nur das Risiko, dass sich ihre Prognose als zu optimistisch herausstellen könnte, wenn es eine massive zweite Infektionswelle gibt. Sie halten es auch für möglich, dass die reale Entwicklung etwas besser verlaufen könnte, wenn die Politik in Deutschland und Europa weiterhin entschlossen gegensteuere: Das Konjunkturpaket der Bundesregierung, die deutlich expansivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die absehbare gemeinsame Kreditaufnahme der EU-Staaten zur Finanzierung eines Europäischen Aufbaufonds „wirken stabilisierend und könnten eine etwas stärkere Erholung auslösen als hier erwartet“, schreiben die Ökonomen. Das wäre auch mit Blick auf die Beschäftigung wichtig. Zwar können die breit angewandte Kurzarbeit sowie die übrigen umfangreichen Stabilisierungsmaßnahmen nach der IMK-Prognose den Schaden auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zum dramatischen Einbruch beim BIP stark abpuffern. Trotzdem steigt die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2020 um rund 500.000 und 2021 um weitere 130.000 Personen (alle weiteren Daten unten). Die Prognose wird heute per Video-PK vorgestellt.

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Triodos Bank: Klima-Selbstverpflichtung des deutschen Finanzsektors

Frankfurt/Main (30.6.20) – Sechszehn Akteure des deutschen Finanzsektors, mit Aktiva von mehr als 5,5 Billionen Euro und über 46 Millionen Kundenverbindungen in Deutschland, haben eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, ihre Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Durch die vereinbarte Messung, Veröffentlichung und Zielsetzung zur Reduzierung der mit den Kredit- und Investmentportfolios verbundenen Emissionen, will der Finanzsektor einen Klimaschutzbeitrag leisten und eine nachhaltige und zukunftsfähige Weiterentwicklung der Wirtschaft unterstützen. Damit kommt der deutsche Finanzplatz dem von der Bundesregierung Anfang 2019 gesetzten Ziel einen Schritt näher, Deutschland zu einem der führenden Standorte für nachhaltige Finanzen (Sustainable Finance) zu machen. weiterlesen

Oxfam-Supermarkt-Check: Letzter Platz bei Menschenrechten für Edeka

 Berlin (30.6.20) – Oxfams Supermarkt-Check zeigt: Menschenrechte spielen für Supermärkte weiterhin eine Nebenrolle. Im dritten Jahr des Supermarkt-Checks machen einzelne Supermärkte zwar vor, dass Veränderung möglich ist, doch insgesamt erreicht kein deutscher Supermarkt mehr als ein Drittel der möglichen Punkte. Edeka landet im internationalen Vergleich weiter auf dem letzten Platz. Oxfam fordert ein Lieferkettengesetz, das Supermärkte zum Umdenken zwingt. weiterlesen

 WSI: Wo Corona-Kurzarbeit grassiert,

und wo nicht

Düsseldorf (29.6.20) – Ein massiver Einsatz von Kurzarbeit puffert derzeit die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den deutschen Arbeitsmarkt ab. Im bundesweiten Durchschnitt war im April für  gut 31 Prozent der Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt. Dabei gibt es sehr große regionale Unterschiede: Während die Betriebe in Emden (56,0 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) für die Mehrheit der Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt haben, weisen Ludwigshafen (11,6 Prozent), Leverkusen (16,2 Prozent) und Mainz (16,4 Prozent) die niedrigsten Quoten angezeigter Kurzarbeit in Deutschland auf. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

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BDI und Deloitte: Deutsche Wirtschaft wappnet sich für harten Brexit 

Berlin (26.6.20) – Die Brexit-Verhandlungen gehen in ihre entscheidende Phase und noch immer ist die Frage offen, ob es zu einem No-Deal Brexit kommt. Vor diesem Hintergrund hat Deloitte gemeinsam mit dem BDI den 5. Brexit Survey durchgeführt, an dem 248 Unternehmen mit wirtschaftlichen Verbindungen ins Vereinigte Königreich teilgenommen haben. Ziel war  herauszufinden, welche Erwartungen die Unternehmen hinsichtlich der Verhandlungen und der Brexit-Konsequenzen für den Standort Deutschland haben und wie sie selbst für den Brexit planen und sich vorbereiten. weiterlesen

IMK: Corona erhöht Reformdruck bei EU- Fiskalregeln – ohne Korrekturen drohen Wachstumsschwäche und zweite Eurokrise

Düsseldorf (25.6.20) – Die Europäischen Fiskalregeln müssen nach fast 30 Jahren reformiert werden – das wäre auch ohne Corona-Krise so gewesen. Die Europäische Kommission berät seit Anfang des Jahres, wie das Regelwerk überarbeitet werden sollte. Die strengen, recht schematischen und trotzdem unübersichtlichen Ausgaben- und Schuldenregeln passen nicht mehr zu veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sie haben schon in den vergangenen Jahren dringend nötige Investitionen in den Ländern der Eurozone gebremst. Doch durch die Pandemie und die hohen staatlichen Ausgaben, die zur Bewältigung ihrer wirtschaftlichen Folgen notwendig sind, hat sich der Reformdruck noch einmal extrem erhöht, analysieren Experten des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans Böckler-Stiftung. In der akuten Krise täten viele europäische Staaten nach Aktivierung der Ausnahmeklausel in den Fiskalregeln durch die EU-Kommission das Richtige, so das IMK: Sie geben viel Geld für Antikrisenprogramme aus und nehmen dafür deutlich höhere Schuldenquoten in Kauf. Unterstützung kommt dabei von der EU-Ebene: Die EZB hat mit dem PEPP-Programm die quantitative Lockerung aufgestockt. Zugang zu günstigen Krediten wurde mit einem Programm zur Unterstützung nationaler Kurzarbeitsmaßnahmen und einer neuen Kreditlinie im ESM gesichert. Die Kommission hat zuletzt einen Wiederaufbaufonds mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen; allerdings steht die Zustimmung des Rats noch aus. Um aber nach dem Ende des Corona-Ausnahmezustands, wenn die normalen Regeln wieder greifen, nicht auf einen harten Sparkurs mit gravierenden Folgen für Wachstum und Beschäftigung einschwenken zu müssen, bräuchten die EU und ihre Mitgliedsstaaten rasch eine Reform der Fiskalregeln. Und zwar eine, „die unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit der öffentlichen Schulden vor allem die kurzfristige Stabilisierung der Makroökonomie und die langfristige Modernisierung des öffentlichen Kapitalstocks […]fördert“, schreiben die Ökonomen in einer neuen Studie.*

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Union Investment: Deutsche Großanleger sind nachhaltiger geworden

Frankfurt/Main (24.6.20) – Die intensive Nachhaltigkeitsdebatte der vergangenen Jahre hat Spuren in den Portfolios institutioneller Investoren in Deutschland hinterlassen. Nur wenige Großanleger verzichten heute noch auf ESG-Anlagestrategien. So ist der Anteil der nachhaltig investierenden Großanleger zuletzt auf einen Rekordwert von 80 Prozent angestiegen. Dies ist ein zentrales Ergebnis der von Union Investment jährlich durchgeführten Nachhaltigkeitsstudie. In diesem Jahr beteiligten sich 166 Großanleger mit einem Kapitalvolumen in Billionenhöhe an der Befragung.

Hierzulande nutzen 80 Prozent der institutionellen Investoren nachhaltige Strategien für ihre Kapitalanlage. Noch nie war die Nutzerquote so hoch. Im vergangenen Jahr lag sie bei 72 Prozent, und noch vor fünf Jahren waren lediglich 60 Prozent nachhaltig investiert. „Dass inzwischen vier Fünftel der Großanleger Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen, zeigt die Wirkungen der intensiven Debatten über Nachhaltigkeit und Klimaschutz“, sagt Alexander Schindler, im Vorstand von Union Investment zuständig für das institutionelle Kundengeschäft. „Den meisten Investoren ist bewusst, dass Nachhaltigkeit zu einer wichtigen Dimension der Kapitalanlage geworden ist. Denn ESG-Kriterien schärfen nicht nur den Blick für Anlagerisiken, sondern auch für die mit Nachhaltigkeit verbundenen Anlagechancen.“

Anteil der Anleger, die Nachhaltigkeitskriterien bei der Geldanlage berücksichtigen
Grafiken: Union Investment

BVR: Preisauftrieb bei Wohnimmobilien hält trotz Coronakrise an

Objekt vieler Begierden – betagtes Reihenmittelhaus in ruhiger, aber dennoch verkehrsgünstiger Lage irgendwo im Speckgürtel Stuttgarts – Foto: PK

Mit dem heute gemeldeten erneuten Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindexes von 79,7 auf 86,2 Punkte verdichten sich die Hinweise, dass die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder Tritt fasst. Der BVR-Prognose zufolge werden die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum im Jahr 2020 bundesweit um 4,8 Prozent und damit nur etwas weniger steigen als 2019 (5,7 Prozent). „Der Zuzug vieler Menschen in die Schwarmstädte wird sich fortsetzen und die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen dürften einen Preiseinbruch verhindern“, so BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin.

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Sachverständigenrat: Tiefem Einbruch folgt allmähliche Erholung

Wiesbaden (23.6.20) – „Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten
Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen. Wir erwarten, dass jedoch ab dem Sommer eine Erholung einsetzt“, erläutert Lars P. Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrates. Der Sachverständigenrat hat bereits im März 2020 ein Sondergutachten zur Corona-Pandemie veröffentlicht, in dem er Szenarien für die wirtschaftliche Entwicklung beschrieben hat. Er legt heute seine Konjunkturprognose vor, da die mittlerweile verfügbaren Wirtschaftsdaten nun eine bessere Einschätzung der wirtschaftlichen Lage im Jahr 2020 ermöglichen. Die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland dürfte recht nahe an dem im Sondergutachten als „ausgeprägtes V“ beschriebenen Risikoszenario liegen. Der dort berechnete Tiefpunkt wird jedoch voraussichtlich noch unterschritten. Der Sachverständigenrat erwartet für das Jahr 2020 einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,5 % (kalenderbereinigt 6,9 %). Für das Jahr 2021 rechnet er mit einem positiven Wachstum von 4,9 % (kalenderbereinigt ebenfalls 4,9 %). Damit dürfte das BIP frühestens im Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie liegen. Die Arbeitslosenquote wird in den kommenden Monaten weiter ansteigen und erst im Jahresverlauf 2021 wohl langsam wieder zurückgehen.

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ERSTE A.M: Nachhaltiger Fonds mit Bestnote

Wien (19.6.20) – „Ist der ERSTE STOCK ENVIRONMENT der nachhaltigste Aktienfonds?“ Das war der Titel eines Beitrags des Branchenmagazins ECOreporter. Der Fonds erhielt den 1. Preis im ECOfondstest. Tatsächlich erfüllt der nachhaltige Fonds die härtesten Kriterien. Ein Umstand, den auch das Forum für Nachhaltige Geldanlagen (FNG), der Fachverband für Nachhaltige Investments, anerkennt. Der Masterfonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT wurde seit Bestehen des FNG-Tests mit 3 von 3 Sternen ausgezeichnet. weiterlesen