München (13.6.26) – Knapp 20% der Unternehmen, die bereits Künstliche Intelligenz (KI) anwenden, halten es für leicht oder sehr leicht, Arbeitskräfte mit Fach- oder Hochschulabschluss ersetzen zu können. Dazu würden sie auf eine Arbeitskraft ohne Abschluss zurückgreifen, die von KI unterstützt wird. Für rund 15% dieser Unternehmen ist es überdies leicht bis sehr leicht möglich, eine erfahrene Arbeitskraft durch eine KI-nutzende, unerfahrene Arbeitskraft auszutauschen. „KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen“, sagt ifo-Forscherin Anna Ruffert. Bisher setzen nach eigenen Angaben 54,5% der Unternehmen KI in ihren Geschäftsprozessen ein.
Am stärksten ausgeprägt sind die Werte im Handel. Dort geben 28,6% eine leichte oder sehr leichte Ersetzbarkeit der (Fach-)Hochschulabschlüsse durch KI an, gefolgt von Dienstleistern (19,7%), Verarbeitendem Gewerbe (14,6%) und Bauhauptgewerbe (9,3%). Die Ergebnisse sind über alle Unternehmensgrößen hinweg nahezu identisch.
Etwas schwächer zeigt sich dieser Effekt bei der Berufserfahrung. Im Handel können 22,9% der Unternehmen Berufserfahrung leicht oder sehr leicht durch eine KI-unterstützte, unerfahrene Arbeitskraft ersetzen. Bei den Dienstleistern beträgt dieser Wert 14,5%, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe (12,6%) und dem Bauhauptgewerbe (7,7%). „Berufserfahrung ist für Unternehmen offenbar etwas schwerer durch KI zu kompensieren als formale Abschlüsse“, so Ruffert.
Hingegen schätzt immer noch mehr als die Hälfte der Unternehmen (55,4%), die KI einsetzen, es als schwer oder gar nicht möglich ein, eine Arbeitskraft mit (Fach-)Hochschulabschluss durch KI-unterstützte, weniger qualifizierte Mitarbeiter zu ersetzen. Beim Austausch einer erfahrenen durch eine KI-nutzende, unerfahrene Arbeitskraft liegt dieser Anteil sogar bei 62,7%.