Stuttgart (7.5.26) – Die wichtigsten Entwicklungen auf dem deutschen Neuwagenmarkt im April 2026: Die neue Elektroprämie sorgt für Wachstum auf dem deutschen Neuwagenmarkt: Die Neuzulassungen stiegen im April um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – damit liegt der Absatz im bisherigen Jahresverlauf nun auch deutlich über dem Vorjahresniveau, und zwar um 4,5 Prozent.
- Das Wachstum ist allerdings nur dem starken Anstieg bei den Neuzulassungen von Elektroautos zu verdanken: Während die Neuzulassungen von E-Autos um 41 Prozent stiegen, wurde bei den übrigen Antriebsformen insgesamt ein Rückgang um sechs Prozent registriert.
- Die Neuzulassungen reiner Benziner sanken sogar um 20 Prozent, bei Diesel-Pkw schrumpfte der Absatz um 14 Prozent.
- Insgesamt bleibt das Absatzniveau in Deutschland zudem im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 niedrig: So lag der Absatz in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 20 Prozent unter Niveau des Jahres 2019.
- Constantin M. Gall, Global Aerospace, Defence and Mobility Industry Practice Leader bei EY, sieht das Marktwachstum in Deutschland in erster Linie als Ergebnis staatlicher Subventionen: „Das aktuelle Plus auf dem deutschen Neuwagenmarkt ist vor allem auf die neue staatliche Förderung für E-Autos zurückzuführen, die sich jetzt deutlich in den Neuzulassungen niederschlägt. Der Staat und damit die Steuerzahler geben mehrere Milliarden Euro für die Ankurbelung des E-Auto-Absatzes aus, das Ergebnis ist – wie schon bei früheren Förderprogrammen – ein starkes Absatzwachstum bei E-Autos, das genau so lang anhält, wie die Prämie bezahlt wird. Nach Auslaufen der Förderung wird der Elektro-Absatz wieder einbrechen.“
- Zudem seien die allgemeinen Rahmenbedingungen für den Neuwagenmarkt insgesamt weiterhin sehr ungünstig, so Gall: „Die Konjunktur schwächelt, die Investitionsbereitschaft sowohl bei Unternehmen wie bei Privatleuten ist gering, die Hoffnung, dass es bald zu einer Konjunkturwende und zu positiven politischen und wirtschaftlichen Impulsen kommt, schwindet. Stattdessen sorgen immer neue geopolitische Krisen und kriegerische Auseinandersetzungen für Verunsicherung.“
- Obendrein führen die steigenden Benzin- und Dieselpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten zwar zu einem steigenden Interesse an Elektroautos, so Gall: „Aber die negativen konjunkturellen Auswirkungen wiegen schwerer: Die Inflation steigt, die Kaufbereitschaft sinkt, große Anschaffungen werden vertagt.“ Das werde negative Auswirkungen nicht nur auf den Automarkt, sondern auch auf viele andere Branchen haben.
Wachstum bei Elektroautos bleibt hoch
Der Absatz von Elektroautos stieg im April um 41 Prozent. In den ersten vier Monaten des Jahres lag der E-Auto-Absatz ebenfalls 41 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Der Elektro-Marktanteil erreichte zudem mit 26 Prozent im April den dritthöchsten je in Deutschland erreichten Wert – nur im August 2023 und im Dezember 2022 war ein höherer Elektro-Marktanteil registriert worden, in beiden Monaten war das Auslaufen bzw. die Reduzierung der staatlichen Förderung im Folgemonat der Grund für zahlreiche Last-Minute-Neuzulassungen.
Gall prognostiziert für den weiteren Jahresverlauf eine anhaltend hohe Wachstumsdynamik bei Elektroautos: „Die Förderung wirkt, vor allem bei Privatleuten steigen die Käufe von Elektroautos massiv.“ So kletterten im März – Zahlen für April liegen noch nicht vor – die Neuzulassungen von E-Autos auf Privatpersonen um 123 Prozent, während die Neuzulassungen auf Unternehmen um 48 Prozent zulegten. „Dieser Trend wird in den kommenden Monaten anhalten, zumal die aktuell sehr hohen Spritpreise das Interesse an Elektroautos nochmal weiter erhöhen.“
Zusätzlich werden die zu erwartenden strengen CO2-Vorgaben der EU für Unternehmensflotten, die im gewerblichen Bereich – auf den immerhin zuletzt 62 Prozent der Elektro-Neuzulassungen entfielen – für deutliches Wachstum sorgen, erwartet Gall.
Während im niedrigeren Preissegment und bei Privatleuten ausländische Marken überproportional von der Elektroprämie profitieren, was im ersten Quartal bereits zu einem Absinken des Marktanteils der deutschen Konzerne geführt hat, werden die steigenden gewerblichen Elektro-Neuzulassungen nach Galls Einschätzung vor allem den Absatz der deutschen Konzerne antreiben – zumal im Rahmen der aktuellen Elektro-Modelloffensive der deutschen Konzerne zahlreiche technologisch sehr wettbewerbsfähige E-Autos auf den Markt kommen: „Gerade die deutschen Konzerne haben eine Vielzahl neuer attraktiver Elektroautos in den Startlöchern – und im Lauf des Jahres wird auch das Einstiegssegment besser abgedeckt werden, so dass es nicht mehr vollständig ausländischen Herstellern überlassen wird. Im Dienstwagenbereich liegen die deutschen Konzerne ohnehin weit in Führung und hier dürften sie weitere Marktanteile gewinnen.“