ZVEI: Deutsche Elektroindustrie steigert Ausfuhren erneut

Frankfurt/Main (22.9.26) – Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Juli 2026 um 11,9 Prozent gegenüber Vorjahr auf 23,5 Milliarden Euro gestiegen. „Indem dieser jüngste Zuwachs über dem durchschnittlichen Plus des ersten Halbjahres lag, konnte das Expansionstempo damit zu Beginn des zweiten Halbjahres unterm Strich sogar nochmals etwas gesteigert werden“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen die aggregierten Branchenausfuhren insgesamt auf 162,9 Milliarden Euro – ein Plus von 9,7 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Auch die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Güter nach Deutschland legten im Juli deutlich zu. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 9,1 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro.

Kumuliert von Januar bis Juli beliefen sich die Elektroimporte auf 169,3 Milliarden Euro. Ihre Steigerungsrate von 7,9 Prozent lag auch hier niedriger als die der Exporte.

In den EU-Binnenmarkt – die mit Abstand größte Absatzregion – hat die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im Juli 2026 Waren im Wert von 12,1 Milliarden Euro geliefert – 15,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Zuwächse – teils weit – jenseits der 20-Prozent-Marke konnten bei den Lieferungen nach Belgien (+ 47,4 % auf 667 Mio. €), Tschechien (+ 42,6 % auf 1,1 Mrd. €), Schweden (+ 33,7 % auf 467 Mio. €), Portugal (+ 25,6 % auf 251 Mio. €) und Italien (+ 21,4 % auf 1,2 Mrd. €) verbucht werden.

Auch die Branchenausfuhren nach Polen (+ 18,3 % auf 1,3 Mrd. €), Rumänien (+ 17,3 % auf 542 Mio. €), in die Slowakei (+ 15,1 % auf 241 Mio. €), nach Ungarn (+ 15,1 % auf 757 Mio. €), in die Niederlande (+ 14,5 % auf 1,4 Mrd. €), nach Spanien (+ 8,6 % auf 856 Mio. €) und Frankreich (+ 6,7 % auf 1,4 Mrd. €) lagen im Juli über Vorjahr. Dagegen sanken die Exporte nach Dänemark um 5,5 Prozent auf 270 Mio. € und jene nach Österreich um 7,7 Prozent auf 928 Mio. €.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres summierten sich die Elektroexporte in die EU auf 90,1 Milliarden Euro, was einem Plus von 17,0 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. „Es ist das Geschäft mit dem gemeinsamen Binnenmarkt, welches das diesjährige Wachstum der Branchenausfuhren treibt“, so Gontermann. “Unterm Strich gehen fast 90 Prozent des gesamten Exportwachstums in den ersten sieben Monaten auf sein Konto.“

Auch die Elektroexporte in Länder außerhalb der EU legten im Juli zu: Sie stiegen um 8,1 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro.

Hier gab es insbesondere bei den Ausfuhren nach Hongkong (+ 55,7 % auf 252 Mio. €), in die USA (+ 23,3 % auf 2,7 Mrd. €), nach Singapur (+ 22,8 % auf 204 Mio. €), Südkorea (+ 19,7 % auf 300 Mio. €), Japan (+ 18,2 % auf 280 Mio. €) und Malaysia (+ 17,9 % auf 258 Mio. €) zweistellige Anstiege.

Rauf ging es auch bei den Geschäften mit Brasilien (+ 9,0 % auf 178 Mio. €), dem Vereinigten Königreich (+ 6,8 % auf 848 Mio. €), Mexiko (+ 5,4 % auf 334 Mio. €), den Vereinigten Arabischen Emiraten (+ 3,8 % auf 201 Mio. €), der Türkei (+ 0,9 % auf 339 Mio. €) und der Schweiz (+ 0,2 % auf 753 Mio. €).

Die Lieferungen nach Taiwan gingen dagegen zurück (- 5,2 % auf 272 Mio. €). „Gleiches gilt für die Exporte nach China, die im Juli erneut um 10,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro absackten“, sagte Gontermann. „Im Gegensatz zu den Lieferungen in die USA, die sich aufgrund des KI-Booms sowie der inzwischen statistisch weitgehend herausgewachsenen Zoll-Einmaleffekte erholen, entwickelt sich das Geschäft mit China weiterhin schwach.“

Von Januar bis einschließlich Juli 2026 exportierte die deutsche Elektro- und Digitalindustrie Produkte im Wert von 72,8 Milliarden Euro in Drittländer außerhalb der EU (+ 2,4 %).

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