DIW: Kehrtwende am Bau – Die Zeichen stehen wieder auf Wachstum

Berlin (28.1.26) – Die deutsche Bauwirtschaft steht vor einer Trendwende. Nach Jahren rückläufiger Bauleistung dürfte das Bauvolumen 2026 erstmals seit 2020 wieder wachsen. Laut der neuen Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) dürfte das Bauvolumen im laufenden Jahr um 1,7 Prozent und 2027 um 3,4 Prozent zunehmen. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der öffentliche Bau. Aber auch der dringend benötigte Wohnungsneubau belebt sich wohl wieder.

Die Infografik stammt aus dem DIW Wochenbericht, Ausgabe 5/2026. Der Titel lautet: „Bauvolumen dreht 2026 ins Positive: Öffentlicher Tiefbau expandiert, Wohnungsneubau zieht nach“ Darunter befindet sich ein vertikales Balkendiagramm. Es vergleicht die prozentuale Veränderung des realen Bauvolumens gegenüber dem Vorjahr für die Jahre 2025, 2026 und 2027. Die Werte sind nach drei Baubereichen gegliedert: Wohnungsneubau Bauvolumen insgesamt Öffentlicher Tiefbau Die Balken sind farblich voneinander abgegrenzt und jeweils mit ihrer Prozentzahl beschriftet. Dargestellte Werte Wohnungsneubau 2025: –6,4 % 2026: 2,4 % 2027: 6,1 % Der Wohnungsneubau verzeichnet 2025 einen starken Rückgang, dreht 2026 ins Plus und steigt 2027 weiter an. Bauvolumen insgesamt 2025: –1,2 % 2026: 1,7 % 2027: 3,4 % Das gesamte Bauvolumen bleibt 2025 negativ, zeigt 2026 eine leichte Erholung und wächst 2027 stärker. Öffentlicher Tiefbau 2025: 3,1 % 2026: 9,4 % 2027: 7,4 % Der öffentliche Tiefbau weist in allen drei Jahren positive Werte auf, 2026 besonders stark. Weitere Elemente der Grafik Oben links stehen die Logos und Schriftzüge: „DIW Wochenbericht 5 / 2026“ Unten rechts stehen Quellenangaben: „© DIW Berlin 2026“ „Quelle: DIW Bauvolumenrechnung; Prognose für die Jahre 2025–2027.“ Gesamtaussage der Grafik: Die Infografik zeigt, dass nach rückläufigen Entwicklungen 2025 insbesondere der öffentliche Tiefbau bereits stark wächst und der Wohnungsneubau ab 2026 wieder deutlich positiv wird. Das gesamte Bauvolumen entwickelt sich ab 2026 ebenfalls positiv.

Grafik: © DIW Berlin

„Die Talsohle der Baukonjunktur scheint durchschritten“, sagt Studienautorin Laura Pagenhardt aus der Abteilung Makroökonomie. Vor allem die Stabilisierung der Baupreise und Finanzierungsbedingungen, aber auch die öffentlichen Investitionen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität treiben die Erholung voran. „Das umfangreiche Fiskalpaket dürfte besonders die öffentliche Bautätigkeit weiter ankurbeln. Private Haushalte werden zunächst wohl noch vorsichtiger agieren“, erwartet Pagenhardt.

Wohnungsneubau erholt sich langsam

Stark gelitten hat in den vergangenen Jahren der Wohnungsneubau, da viele Haushalte angesichts höherer Zinsen und stark steigender Baupreise auf größere Bauprojekte verzichteten. Noch 2025 ging der Wohnungsneubau um 6,4 Prozent zurück. Doch schon in diesem Jahr wird ein Plus von 2,4 Prozent erwartet, das im kommenden Jahr auf 6,1 Prozent zulegen dürfte. Eine Erholung signalisieren bereits die Genehmigungszahlen für den Wohnungsbau, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 anzogen.

Die schwache Konjunktur der vergangenen Jahre lässt den Nichtwohnungshochbau hinterherhinken. Preisbereinigt dürfte er auch in diesem Jahr noch um ein Prozent schrumpfen, bevor es im kommenden Jahr wohl um 2,2 Prozent aufwärts geht.

Kapazitätsengpässe könnten Preise treiben

Der Rettungsanker für das Baugewerbe war schon in den vergangenen beiden Jahren der Tiefbau mit einem Plus von jeweils mehr als zwei Prozent. Für dieses Jahr erwarten die DIW-Forschenden sogar ein Wachstum von 7,3 Prozent. Auch im kommenden Jahr dürfte er dank des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität noch deutlich zulegen.

Doch die DIW-Forschenden warnen: „So erfreulich die Entwicklung der Bauwirtschaft ist, gibt es noch keinen Grund zur Entwarnung. Die Produktivität im Bauwesen ist zuletzt deutlich gesunken. Sollten durch die vielen Investitionen die sehr spezialisierten Baufirmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, könnte dies den Preisauftrieb erneut befeuern – und die Dynamik bremsen“, sagt Studienautor Martin Gornig, Forschungsdirektor für Industriepolitik. Damit die öffentlichen Investitionen nicht mit steigenden Preisen verpuffen, müsse die Produktivität der Bauwirtschaft dringend verbessert werden, zum Beispiel über entsprechende Initiativen von Politik und Unternehmen. „Helfen würde eine Taskforce zur Koordination der öffentlichen Investitionen, in der die unterschiedlichen staatlichen Ebenen eingebunden sind.“  

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