Postbank: Wo es billiger ist zu mieten als zu kaufen

Bonn (20.7.26) – Die Kauf­prei­se für Wohn­im­mo­bi­li­en in Deutsch­land sind 2025 erst­mals wie­der leicht (+0,6 Pro­zent) ge­stie­gen. Gleich­zei­tig ist das durch­schnitt­li­che Haus­halts­ein­kom­men über alle 400 Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te seit 2024 no­mi­nal um 9,4 Pro­zent ge­wach­sen, und die Ein­kom­mens­be­las­tung durch den Woh­nungs­kauf im Durch­schnitt ge­sun­ken. Wer kauf­te, muss­te 2025 für eine 70 Qua­drat­me­ter große Be­stands­woh­nung 17,2 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen Haus­halts­ein­kom­mens für die lau­fen­de Kre­dit­fi­nan­zie­rung auf­wen­den, im Vor­jahr waren es noch 18,4 Pro­zent.

Postbank Wohnatlas 2026: Miete vs. Kauf

Postbank Wohnatlas 2026:
Miete vs. Kauf

Die Kauf­prei­se für Wohn­im­mo­bi­li­en in Deutsch­land sind 2025 erst­mals wie­der leicht (+0,6 Pro­zent) ge­stie­gen. Gleich­zei­tig ist das durch­schnitt­li­che Haus­halts­ein­kom­men über alle 400 Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te seit 2024 no­mi­nal um 9,4 Pro­zent ge­wach­sen, und die Ein­kom­mens­be­las­tung durch den Woh­nungs­kauf im Durch­schnitt ge­sun­ken. Wer kauf­te, muss­te 2025 für eine 70 Qua­drat­me­ter große Be­stands­woh­nung 17,2 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen Haus­halts­ein­kom­mens für die lau­fen­de Kre­dit­fi­nan­zie­rung auf­wen­den, im Vor­jahr waren es noch 18,4 Pro­zent.

Auch die Ein­kom­mens­be­las­tung für Mie­te­rin­nen und Mie­ter ist zu­rück­ge­gan­gen – al­ler­dings deut­lich we­ni­ger als beim Kauf. Sie zahl­ten im Schnitt über alle Re­gi­o­nen hin­weg 13,5 Pro­zent ihres Haus­halts­ein­kom­mens für die Net­to­kalt­mie­te einer 70-​Quadratmeter-​Bestandswohnung, im Vor­jahr waren es 14,1 Pro­zent. Somit be­las­tet der Kauf einer Woh­nung in ei­ni­gen Re­gi­o­nen das Ein­kom­men we­ni­ger als die Miete. Das sind zen­tra­le Er­geb­nis­se der Stu­die „Postbank Wohn­at­las 2026“. Die Un­ter­su­chung führ­ten die Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten des Ham­bur­ger Welt­wirt­schafts­in­sti­tuts (HWWI) im Auf­trag der Postbank durch.

Der­zeit leben 30 Pro­zent der deut­schen Haus­hal­te in einer sehr güns­ti­gen Kauf­re­gi­on. In 160 Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten rei­chen we­ni­ger als 15 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen re­gi­o­nal ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens aus, um lau­fen­de Kre­dit­zah­lun­gen für den Kauf einer 70-​Quadratmeter-​Wohnung aus dem Be­stand zu be­die­nen. Diese Rech­nung gilt für ein An­nu­i­tä­ten­dar­le­hen in Höhe von 80 Pro­zent des Kauf­prei­ses in­klu­si­ve Grund­er­werb­steu­er und zwei Pro­zent No­tar­ge­büh­ren mit an­fäng­li­chem Til­gungs­satz von 2,42 Pro­zent und einem Kre­dit­zins von 3,75 Pro­zent pro Jahr. Die An­zahl die­ser sehr güns­ti­gen Re­gi­o­nen ist im Ver­gleich zum Vor­jahr an­ge­stie­gen: Im Jahr 2024 waren es 130 Re­gi­o­nen.

20 Pro­zent der deut­schen Haus­hal­te leben da­ge­gen in einer von 38 Re­gi­o­nen, in denen die Kauf­prei­se im Ver­gleich sehr hoch sind. Dort müs­sen min­des­tens 25 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen re­gi­o­nal ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens für die lau­fen­de Kre­dit­fi­nan­zie­rung ein­ge­setzt wer­den. Im Ver­gleich zum Vor­jahr hat sich die Lage hier je­doch ent­schärft: 2024 waren es noch 25 Pro­zent der Haus­hal­te in 56 Re­gi­o­nen.

Die 25-​Prozent-​Grenze ori­en­tiert sich an der Faust­re­gel, dass pri­va­te Haus­hal­te nicht mehr als 30 Pro­zent ihres ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens für das Woh­nen aus­ge­ben soll­ten. Da dies auch die Wohn­ne­ben­kos­ten ein­schließt, soll­ten sich so­wohl Kauf­in­ter­es­sier­te als auch Per­so­nen, die mie­ten, bei Net­to­kalt­mie­ten und An­nu­i­tä­ten­zah­lun­gen eher an der 25-​Prozent-​Marke ori­en­tie­ren.

„Der Ver­gleich von Miete und Kauf einer Woh­nung fällt in vie­len Re­gi­o­nen wie­der zu­guns­ten von Ei­gen­tum aus. Wäh­rend die Mie­ten deut­lich zu­le­gen, stei­gen Kauf­prei­se nur mo­de­rat, gleich­zei­tig wach­sen die Ein­kom­men“, sagt Ma­nu­el Beer­mann, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment Im­mo­bi­li­en der Pri­vat­kun­den­bank in Deutsch­land. „Für Be­schäf­tig­te mit Durch­schnitts­ver­dienst ver­bes­sern sich somit in vie­len Re­gi­o­nen die Chan­cen, eine Ei­gen­tums­woh­nung zu fin­den, die im Ide­al­fall nur ein Vier­tel des Haus­halts­net­to­ein­kom­mens für die Fi­nan­zie­rung bin­det. Aus­nah­men bil­den wei­ter­hin die sehr hoch­prei­si­gen Re­gi­o­nen.“

Vor allem in den sie­ben größ­ten deut­schen Me­tro­po­len, den so­ge­nann­ten „Big 7“, und in den Ur­laubs­re­gi­o­nen be­an­sprucht der Kauf einer 70 Qua­drat­me­ter gro­ßen Woh­nung aus dem Be­stand wei­ter­hin einen hohen An­teil des durch­schnitt­li­chen re­gi­o­nal ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens für die lau­fen­de Kre­dit­fi­nan­zie­rung. Bun­des­weit am höchs­ten ist er im Land­kreis Nord­fries­land, zu dem die Nord­see­inseln Föhr, Amrum und Sylt ge­hö­ren, mit 45,7 Pro­zent. Unter den Top 10 be­fin­den sich auch die Fe­ri­en­re­gi­o­nen in den Land­krei­sen Au­rich (37,8 Pro­zent), Mies­bach (34,4 Pro­zent) und Garmisch-​Partenkirchen (34,4 Pro­zent). Hinzu kom­men die Me­tro­po­len Mün­chen (41 Pro­zent), Ber­lin (39,5 Pro­zent), Ham­burg (37,8 Pro­zent) und Frank­furt am Main (36,2 Pro­zent). Kauf­in­ter­es­sier­te in Pots­dam (36,9 Pro­zent) be­nö­ti­gen eben­falls einen über­durch­schnitt­lich gro­ßen An­teil ihres Ein­kom­mens für die Fi­nan­zie­rung. In der bran­den­bur­gi­schen Nach­bar­stadt von Ber­lin ist der Ein­kom­mens­an­teil für den Kauf im Ver­gleich zum Vor­jahr als ein­zi­ge Re­gi­on in den Top 10 ge­stie­gen, 2024 be­trug er 34,7 Pro­zent.

Mie­ten in Groß­städ­ten be­las­ten Ein­kom­men be­son­ders stark

Wenn es um die Ein­kom­mens­be­las­tung durch Miete geht, leben 23 Pro­zent der deut­schen Haus­hal­te in einer von 124 güns­ti­gen Re­gi­o­nen. Dort wer­den we­ni­ger als 12 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen re­gi­o­nal ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens für die Net­to­kalt­mie­te einer 70-​Quadratmeter-​Wohnung be­nö­tigt. Dem­ge­gen­über leben 27 Pro­zent der Haus­hal­te in einer der 60 für Mie­te­rin­nen und Mie­ter hoch­prei­si­gen Re­gi­o­nen, in denen im Durch­schnitt 16 Pro­zent oder mehr des Ein­kom­mens auf­ge­wen­det wer­den müs­sen.

Be­son­ders hoch ist die Miet­be­las­tung in Groß­städ­ten. An­ge­führt wird die Rang­lis­te von Ber­lin und Mün­chen, mit je­weils im Schnitt 24,5 Pro­zent des Haus­halts­ein­kom­mens. Al­ler­dings lie­gen 2025 auch alle hoch­prei­si­gen Groß­städ­te unter der 25-​Prozent-​Marke – in die­sen bei­den Fäl­len al­ler­dings nur knapp.

Der Kauf einer Ei­gen­tums­woh­nung be­las­tet das Haus­halts­ein­kom­men in den Groß­städ­ten je­doch deut­lich stär­ker als die Miete. Be­son­ders groß fiel die Mehr­be­las­tung 2025 mit 16,9 Pro­zent­punk­ten des ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens in Ham­burg aus. In Pots­dam be­trug die Dif­fe­renz 16,8 Pro­zent­punk­te, in Mün­chen 16,5 und in Ber­lin 15,0. Große Un­ter­schie­de gibt es auch in Frank­furt am Main (13,4), Re­gens­burg (12,0), Ros­tock (11,8), Hei­del­berg (10,8) und Lü­beck (10,6).

Ins­ge­samt leben 20 Pro­zent der Haus­hal­te in einer von 44 Re­gi­o­nen, in der Käu­fe­rin­nen und Käu­fer deut­lich stär­ker be­las­tet sind als Mie­ten­de. Hier be­trägt der Auf­schlag min­des­tens acht Pro­zent­punk­te.

In länd­li­chen Re­gi­o­nen Ost­deutsch­lands ist Kau­fen oft güns­ti­ger als Mie­ten

Etwas mehr als die Hälf­te der deut­schen Haus­hal­te lebt da­ge­gen in einer von 242 Re­gi­o­nen, in der die durch­schnitt­li­che Ein­kom­mens­be­las­tung beim Kauf we­ni­ger als vier Pro­zent­punk­te über der von Mie­ten­den liegt. Dabei be­trägt in 76 Re­gi­o­nen die zu­sätz­li­che Be­las­tung we­ni­ger als zwei Pro­zent des dort ver­füg­ba­ren durch­schnitt­li­chen Haus­halts­ein­kom­mens. In 59 Re­gi­o­nen wird für die Fi­nan­zie­rung sogar ein ge­rin­ge­rer An­teil des Ein­kom­mens be­nö­tigt als für die Net­to­kalt­mie­te.

„Der Markt für Wohn­im­mo­bi­li­en zeigt ein deut­li­ches Stadt-​Land-​Gefälle. Wer in Groß­städ­ten und ihrem Um­land eine Ei­gen­tums­woh­nung kauft, be­nö­tigt einen gro­ßen An­teil des Ein­kom­mens für die lau­fen­de Fi­nan­zie­rung. In länd­lich ge­präg­ten Re­gi­o­nen fin­den Kauf­in­ter­es­sier­te hin­ge­gen oft­mals Woh­nun­gen, deren Fi­nan­zie­rung gleich viel oder sogar we­ni­ger ihres Ein­kom­mens bin­det als die Miete“, sagt Beer­mann.

Das Pen­del schlägt vor allem in Ost­deutsch­land häu­fig zu­guns­ten des Kau­fes aus, denn hier be­las­tet die Kre­dit­fi­nan­zie­rung das Ein­kom­men re­gi­o­nal teil­wei­se we­ni­ger als die Miete. Den größ­ten Vor­teil haben Käu­fe­rin­nen und Käu­fer im Saale-​Orla-​Kreis (Thü­rin­gen): Hier zah­len sie 7,2 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen re­gi­o­nal ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens für die Fi­nan­zie­rung einer Ei­gen­tums­woh­nung – das sind 3,3 Pro­zent­punk­te we­ni­ger als bei einer ver­gleich­ba­ren Miet­woh­nung. Im Vogt­land­kreis (Sach­sen), dem Land­kreis Greiz (Thü­rin­gen), dem Unstrut-​Hainich-​Kreis (Thü­rin­gen), dem Bur­gen­land­kreis (Sachsen-​Anhalt) und dem Erz­ge­birgs­kreis (Sach­sen) spa­ren Käu­fe­rin­nen und Käu­fer eben­falls min­des­tens 2,5 Pro­zent des Haus­halts­ein­kom­mens.

Wohn­ei­gen­tum er­mög­licht Ver­mö­gens­auf­bau

Der Postbank Wohn­at­las zeigt, wo die Ent­schei­dung für Wohn­ei­gen­tum statt Miete leicht fällt. Doch selbst wenn die Kos­ten für Kre­di­te mehr Ein­kom­men bin­den als die Miet­zah­lun­gen, ist dies kein Aus­schluss­kri­te­ri­um. „Die lau­fen­den Mehr­aus­ga­ben für die Ei­gen­tums­woh­nung sind oft ge­recht­fer­tigt. Statt nur Miete zu zah­len, bauen Ei­gen­tü­me­rin­nen und Ei­gen­tü­mer mit der Im­mo­bi­lie ein Ver­mö­gen auf. Sie wer­den un­ab­hän­gig von künf­ti­gen Miet­stei­ge­run­gen und kön­nen sich für die Ren­ten­zeit ab­si­chern“, sagt Postbank-​Experte Beer­mann.

Gute Be­din­gun­gen beim Kauf ge­gen­über der Miete bie­ten auch ei­ni­ge Groß­städ­te: Einen Auf­schlag von we­ni­ger als einem Pro­zent­punkt des durch­schnitt­li­chen re­gi­o­nal ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens auf die Miet­be­las­tung zah­len Kau­fen­de in Duis­burg und Kai­sers­lau­tern (beide 0,9 Pro­zent­punk­te) und Mön­chen­glad­bach (0,6). In Bre­mer­ha­ven und Herne hal­ten sich Kauf- und Miet­be­las­tung in etwa die Waage (-0,1). Leich­te Vor­tei­le für Käu­fe­rin­nen und Käu­fer bie­ten sich hin­ge­gen in Gel­sen­kir­chen (-0,2 Pro­zent­punk­te), Salz­git­ter (-0,4) und Chem­nitz (-0,6).

„Der Postbank Wohn­at­las lie­fert wert­vol­le Hin­wei­se für die Ent­schei­dung. Wer sich für einen Kauf in­ter­es­siert, soll­te aber auch wei­te­re in­di­vi­du­el­le Fak­to­ren wie Le­bens­pla­nung und fi­nan­zi­el­le Si­tu­a­ti­on be­rück­sich­ti­gen“, sagt Beer­mann. „Zudem un­ter­schei­den sich die Im­mo­bi­li­en in den be­vor­zug­ten Re­gi­o­nen häu­fig deut­lich hin­sicht­lich des en­er­ge­ti­schen Stan­dards, des Sa­nie­rungs­be­darfs oder der In­stand­hal­tung. Die in­di­vi­du­el­len Kos­ten, Ein­kom­men und Fi­nan­zie­rungs­kon­di­ti­o­nen kön­nen daher von den Durch­schnitts­wer­ten ab­wei­chen.“

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