Stuttgart (3.6.26) – Die wichtigsten Entwicklungen auf dem deutschen Neuwagenmarkt im Mai 2026: Dank der neuen Elektroprämie bleibt der Aufwärtstrend auf dem deutschen Neuwagenmarkt intakt: Die Neuzulassungen stiegen im Mai um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – damit liegt der Absatz im bisherigen Jahresverlauf um 3,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bemerkenswert ist das Absatzwachstum im Mai vor allem, weil der Monat zwei Arbeitstage weniger aufwies als der Vorjahresmonat.
Wachstum bei Elektroautos bleibt hoch
Der Absatz von Elektroautos stieg im Mai um 39 Prozent, der Marktanteil erreichte zudem mit 25,0 Prozent im April den vierthöchsten je in Deutschland erreichten Wert – nur im April dieses Jahres sowie im August 2023 und im Dezember 2022 war ein höherer Elektro-Marktanteil registriert worden, in beiden Monaten war das Auslaufen bzw. die Reduzierung der staatlichen Förderung im Folgemonat der Grund für zahlreiche Last-Minute-Neuzulassungen.
Gall prognostiziert für den weiteren Jahresverlauf eine anhaltend hohe Wachstumsdynamik bei Elektroautos: „Die Förderung führt zu einer gestiegenen Nachfrage nach Elektroautos. Die Neuzulassungen steigen, die Lieferzeiten werden länger. Das Budget von drei Milliarden Euro wird für hohe Zulassungszahlen im laufenden und im kommenden Jahr sorgen.“
Kritisch sieht Gall allerdings den aktuellen Anstieg des Marktanteils ausländischer Konzerne im Elektrosegment: „Die Elektroförderung macht vor allem den Kauf von Elektroautos aus dem niedrigeren Preissegment attraktiv. Da sind ausländische Marken überproportional vertreten, die jetzt von der Elektroprämie besonders stark profitieren“. Wie stark die Kaufprämie, die nur Privatpersonen in Anspruch nehmen können, den Markt antreibt, zeigen aktuell Zahlen des KBA: Demnach stiegen im April (aktuellste verfügbare Daten) die Elektro-Neuzulassungen auf Privatleute um 85 Prozent, die Zulassungen auf Unternehmen nur um 34 Prozent.
Bei gewerblichen Elektro-Neuzulassungen, bei denen die Elektro-Prämie keine Rolle spielt, werden allerdings die zu erwartenden strengen CO2-Vorgaben der EU für Unternehmensflotten absehbar für Wachstum sorgen – immerhin entfielen zuletzt 55 Prozent der Elektro-Neuzulassungen auf gewerbliche Neuzulassungen.
Nach Galls Einschätzung werden die deutschen Konzerne bei gewerblich gekauften Elektroautos weiterhin die Nase vorn haben – zumal im Rahmen der aktuellen Elektro-Modelloffensive der deutschen Konzerne zahlreiche technologisch sehr wettbewerbsfähige E-Autos auf den Markt kommen: „Gerade die deutschen Konzerne haben eine Vielzahl neuer attraktiver Elektroautos in den Startlöchern – und im Lauf des Jahres wird auch das Einstiegssegment besser abgedeckt werden, so dass es nicht mehr vollständig ausländischen Herstellern überlassen wird.“