Berlin (3.8.26) – Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland hat Ende 2025 mit rund 10 Billionen Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Damit ist die finanzielle Vermögensbasis der privaten Haushalte trotz mehrerer Krisenjahre mit Pandemie, Energiepreisschock, hoher Inflation und schwacher Konjunktur im vergangenen Jahr mit knapp 5 Prozent deutlich gewachsen. Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) dürfte sich dieses Wachstum im laufenden Jahr allerdings verlangsamen. Geopolitische Spannungen, eine erhöhte Unsicherheit sowie zeitweise starke Schwankungen an den Finanzmärkten belasten den Vermögensaufbau.
“Dass die privaten Haushalte trotz schwacher Konjunktur und anhaltender Unsicherheiten heute über ein Geldvermögen von nahezu zehn Billionen Euro verfügen, ist zunächst eine gute Nachricht. Sie zeigt, dass die finanzielle Vermögensbasis der privaten Haushalte in Deutschland insgesamt trotz mehrerer Krisenjahre weiter gewachsen ist“, sagt Marija Kolak, Präsidentin des BVR. “Gleichzeitig dürfen wir die Entwicklung nicht isoliert betrachten. Der Rekord ist nicht allein Ausdruck einer höheren Sparleistung. Er spiegelt auch strukturelle Veränderungen wider, die wirtschaftspolitisch aufmerksam beobachtet werden müssen.“
Der kräftige Anstieg des Geldvermögens ist auch Ausdruck einer anhaltenden Schwäche bei den Investitionen in Wohnimmobilien. Weil private Haushalte weniger Mittel in Wohneigentum investieren, fließt ein größerer Teil der verfügbaren Mittel in Finanzanlagen, heißt es in der aktuellen Sparstudie des BVR.
“Deutschland muss den Investitionsstau im Wohnungsbau endlich auflösen. Eine nachhaltige Vermögensbildung braucht auch Investitionen in Wohnraum und Wohneigentum. Deshalb brauchen wir bessere Rahmenbedingungen, damit private Haushalte wieder stärker in Wohneigentum investieren können“, mahnt Kolak.
Nach Meinung des BVR gehören dazu insbesondere schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, mehr verfügbares Bauland sowie Maßnahmen zur Senkung der Baukosten. Ein stärkerer Wohnungsbau würde nicht nur den angespannten Wohnungsmarkt entlasten, sondern auch den langfristigen Vermögensaufbau der privaten Haushalte stärken.