IAB: Beschäftigung wächst nur in drei Bundesländern

Nürnberg (9.10.26) – 2027 kommt es in einem Großteil der Bundesländer zu einem Beschäftigungsrückgang. Einzig Berlin mit 0,7 Prozent sowie Brandenburg und Niedersachsen mit jeweils 0,1 Prozent erzielen noch Beschäftigungszuwächse. Die Arbeitslosigkeit steigt hingegen in zehn Bundesländern, wobei sich die Arbeitslosenquoten allerdings kaum ändern dürften. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Die aktuelle Regionalprognose zeigt sowohl für West- als auch Ostdeutschland einen Beschäftigungsrückgang von 0,1 Prozent. Die stärksten Beschäftigungsverluste werden für das Saarland mit 1,3 Prozent, für Thüringen mit 0,7 Prozent sowie für Bremen und Sachsen-Anhalt mit jeweils 0,6 Prozent erwartet.

Die anhaltende Wirtschaftsschwäche der vergangenen Jahre hinterlässt nach wie vor Spuren, wenngleich sich die Dynamik steigender Arbeitslosigkeit deutlich abschwächt.Die einzelnen Bundesländer zeigen dabei eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Rückgänge werden für Mecklenburg-Vorpommern mit 3,9 Prozent und Thüringen mit 1,8 Prozent erwartet. Auch im Saarland, in Bayern, Brandenburg und Bremen ist voraussichtlich mit rückläufigen Arbeitslosenzahlen zu rechnen. Die stärksten Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit werden für Sachsen mit 1,9 Prozent, gefolgt von Berlin mit 1,8 Prozent und Schleswig-Holstein mit 1,7 Prozent prognostiziert. „Trotz verbesserter Konjunkturaussichten zeigt sich auf den regionalen Arbeitsmärkten noch keine generelle Trendwende“, so IAB-Forscherin Anja Rossen.

Auf Ebene der Bundesländer weist nach wie vor Bayern mit 4,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote auf, während die Stadtstaaten Bremen mit 11,3 Prozent und Berlin mit 10,6 Prozent weiterhin durch die höchsten Quoten gekennzeichnet sind. In sieben der 16 Bundesländer entspricht die Arbeitslosenquote 2027 der des Vorjahres. Die stärkste Veränderung mit einem Rückgang von 0,3 Prozentpunkten auf 7,6 Prozent wird für Mecklenburg-Vorpommern erwartet.

Sinkende Beschäftigungszahlen und steigende Arbeitslosigkeit verzeichnen besonders Regionen, in denen das Verarbeitende Gewerbe stark vertreten ist. „Die ungünstige Lage im Verarbeitenden Gewerbe ist auf die strukturellen Herausforderungen in der Branche  zurückzuführen, denen die jüngste konjunkturelle Aufhellung bisher zu wenig entgegensetzen kann“, erläutert IAB-Forscherin Sarah Kuhn. „Besonders die Automobilindustrie steht unter verstärktem Anpassungsdruck.“ Neben der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industriegüter auf dem Weltmarkt wird zunehmend auch der demografische Wandel spürbar. Sinkende Beschäftigungs- und Arbeitslosenzahlen verzeichnen beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, Regionen mit einer vergleichsweise ungünstigeren demografischen Entwicklung.

Die IAB-Regionalprognose ist abrufbar unter: https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-18.pdf.

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