Deutsche Lufthansa: Höhere Rendite zu Lasten Tausender Jobs

Frankfurt/Main (29.9.25) – Auf ihrem Kapitalmarkttag in München hat die Lufthansa Group ihre strategische Ausrichtung vorgestellt und neue mittelfristige Finanzziele veröffentlicht. Vor Analysten und Investoren bekräftigte das Unternehmen das Ziel, die Aufbau- und Ablauforganisation im Konzern anzupassen, um die Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe neu zu ordnen. Ziel ist die engere und vernetztere Zusammenarbeit von Gruppenfunktionen und Airlines, um Synergien zu heben und Effizienzen zu steigern. Um für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter nachhaltig Wert zu schaffen, fokussiert sich das Unternehmen unter dem Dach der Gruppe auf vier strategische Säulen.

Netzwerk Airlines Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways: Durch die Anpassungen im Aufbau der Organisation und im Ablauf der Prozesse und die noch tiefere Integration rücken die Airlines künftig enger zusammen. Dadurch werden Verantwortlichkeiten klarer geregelt, die Kollaboration gefördert und die Entscheidungsprozesse beschleunigt. Die gruppenweite Steuerung des gesamten kommerziellen Angebotsmanagements (z.B. Netzmanagement Kurz- und Mittelstrecke aller Hub-Airlines) steigert Produktivität und Effizienz. Die Airlines profitieren zudem von einer weiterhin global starken Nachfrage nach Flugreisen. Diese Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot durch anhaltende Verzögerungen in den Lieferketten der Flugzeug- und Triebwerkshersteller, was sich positiv auf Durchschnittserlöse und Auslastung auswirkt. Die Lufthansa Group spielt eine aktive Rolle bei der Konsolidierung in Europa und stellt dies durch die schnelle Integration von ITA Airways eindrucksvoll unter Beweis. Die bestehenden Transformationsprogramme, wie zum Beispiel Turnaround bei der Kernmarke Lufthansa Airlines, werden konsequent umgesetzt mit dem Ziel, die Ergebnisentwicklung deutlich zu stärken. Die größte Flottenmodernisierung in der Geschichte des Unternehmens ist ein zentrales strategisches Element für die Zukunftsfähigkeit und Profitabilitätssteigerung und ein klares Bekenntnis zu Innovation, Nachhaltigkeit und Premiumqualität. Die Lufthansa Group erwartet bis 2030 mehr als 230 neue Flugzeuge, davon 100 Langstreckenflugzeuge.

Point-to-Point mit Eurowings: Nach der erfolgreichen Restrukturierung und Neupositionierung als Value-Airline für Europa, einhergehend mit signifikanten Ergebnissteigerungen, soll die Eurowings Erfolgsstory gestärkt fortgeschrieben werden. Eurowings baut insbesondere den Bereich der Freizeitreise-Angebote konsequent aus. Der im Frühjahr 2025 ausgegründete Reiseveranstalter Eurowings Holidays bringt Innovation und Dynamik ins Tourismusgeschäft – mit dem erklärten Ziel, schnell zu wachsen und unter die „Top Ten“ der deutschen Reiseveranstalter zu rücken. Weiteren Auftrieb gibt die größte Flottenerneuerung in der Geschichte der Eurowings, die zu signifikant niedrigeren Betriebskosten führen wird. Mit der schrittweisen Eingliederung neuer Kurz- und Mittelstreckenjets (40 Boeing 737-8 MAX) wird Eurowings perspektivisch eine der jüngsten Flotten im europäischen Luftverkehr betreiben.

MRO mit Lufthansa Technik: Der Weltmarktführer für die technische Betreuung von Flugzeugen liegt bei der Umsetzung seines Zukunftsprogrammes „Ambition 2030“ auf Kurs. Umfassende Investitionen in den Ausbau des Kerngeschäfts, die Erweiterung von Standorten und der internationalen Präsenz zum Beispiel in Kanada oder Portugal sowie der Ausbau digitaler Geschäftsmodelle sollen Umsatz und Gewinn bis 2030 deutlich steigern und die Zukunftsfähigkeit weiter sichern. Neben dem Geschäft mit kommerziellen Airlines treibt Lufthansa Technik den Aufbau des neuen Bereichs „Defense“ voran, um sich in diesem Wachstumsfeld zu etablieren.

Logistik mit Lufthansa Cargo. Lufthansa Cargo profitiert in besonderem Maße von einer wachsenden Nachfrage im E-Commerce Geschäft und Chancen, die sich aus der Volatilität der Weltmärkte eröffnen. Der Ausbau der Frachtkapazitäten von Europas größter Frachtairline, signifikante Investitionen von 600 Millionen Euro in das zentrale Frachtdrehkreuz am Frankfurter Flughafen und der konsequente Ausbau von Automatisierung und Digitalisierung steigern die Profitabilität von Lufthansa Cargo mit dem Ziel, in die weltweiten Top 3 im Luftfrachtbereich aufzusteigen.

Konsequente Transformation

2025 und die kommenden Jahre sind für die Lufthansa Group von bedeutenden Investitionen und umfassenden Anpassungen geprägt. Insbesondere die Flottenerneuerung sowie Zukunftsprogramme wie Turnaround bei Lufthansa Airlines sind Teil einer umfassenden Veränderung, die darauf abzielt, die Lufthansa Group langfristig zu stärken und die Produktivität, Effizienz und Profitabilität zu steigern. Schon heute liefern diese Erneuerungen greifbare positive Effekte.

Auch die digitale Transformation wird die Lufthansa Group in den nächsten Jahren vorantreiben. Durch die Zusammenführung aller IT-Funktionen in einem Vorstandsressort und die Bündelung der digitalen Einheiten und Kompetenzen aus dem ‘Digital Hangar’ mit der ‘Innovation & Tech Factory’ in einer neuen zentralen Rolle, soll die Digital-Kompetenz deutlich ausgebaut werden.

Weiterer Werttreiber ist das Kundenbindungsprogramm der Lufthansa Group, Miles & More. Die Anzahl der aktiven Mitglieder soll bis 2030 um 50 Prozent gesteigert werden. Nachdem bereits die Deutsche Bank als neuer Partner der Miles & More Kreditkarte und die strategische Partnerschaft mit Marriott Bonvoy kommuniziert wurden, sollen die Bereiche Loyalty, Payment, Partnerships und Retail Media in den kommenden Jahren konsequent als Wachstumsfelder für die Gruppe ausgebaut werden.

Neue finanzielle Mittelfristziele

Im Ergebnis erwartet die Lufthansa Group bis zum Ende der Dekade eine deutlich gesteigerte Profitabilität. Daher setzt sich das Unternehmen neue ehrgeizige finanzielle Mittelfristziele. Sie sind darauf ausgerichtet, die historischen Ergebnisse der Lufthansa Group zu übertreffen.

Letztendlich verfolgen alle genannten Initiativen ein klares gemeinsames Ziel: das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und nachhaltig attraktive Renditen für die Aktionäre zu erzielen. Dazu strebt das Unternehmen an, im Zeitraum 2028-2030 folgende finanzielle Ziele zu erreichen:

·         Adjusted EBIT Marge von 8 bis 10 Prozent

·         Adjusted ROCE (Return On Capital Employed) vor Steuern von 15 bis 20 Prozent

·         Adjusted Free Cash Flow von über 2,5 Milliarden Euro pro Jahr

Bilanzielle Stärke soll auch weiterhin die Basis zur Erreichung der finanziellen Ziele sein. Wie schon aktuell der Fall, strebt die Lufthansa Group auch zukünftig ein Investment Grade Rating bei führenden Ratingagenturen an. Zur Absicherung gegen mögliche Krisen wird die Lufthansa Group weiterhin eine konservative Mindestliquidität von 8-10 Milliarden Euro vorhalten.

Darüber hinaus wird das Unternehmen an der bestehenden Dividendenpolitik festhalten, welche eine Ausschüttung von 20 bis 40 Prozent des Konzerngewinns an die Aktionäre vorsieht.  

Durch die integrierte Zusammenarbeit innerhalb der Lufthansa Group werden sich Prozesse und Strukturen in der Zusammenarbeit der Konzerngesellschaften in Zukunft stark verändern. Auf dieser Grundlage prüft das Unternehmen, welche Tätigkeiten zum Beispiel aufgrund von Doppelarbeiten in Zukunft nicht mehr wie bisher erforderlich sein werden. Insbesondere die tiefgreifenden Umwälzungen durch Digitalisierung und der vermehrte Einsatz von künstlicher Intelligenz werden in vielen Bereichen und Prozessen für mehr Effizienz sorgen. Aufgrund dieser Entwicklungen und der strukturellen Anpassungen plant die Lufthansa Group bis 2030 weltweit insgesamt rund 4000 Stellen abzubauen, der überwiegende Teil hiervon in Deutschland. Dies soll in Abstimmung mit den Sozialpartnern erfolgen. Der Fokus liegt dabei auf den administrativen und nicht den operativen Rollen.

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