Autor: Dr. Ralph Solveen
Frankfurt/Main (8.4.26) – Die Auftragseingänge der deutschen Industrie sind im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,9% gestiegen, ohne die sehr schwankungsanfälligen Großaufträge steht sogar ein Plus von 3,5% zu Buche. Allerdings wurden die Januar-Zahlen nach unten revidiert, sodass bei der Kerngröße der Aufträge weiterhin nicht mehr als eine Seitwärtsbewegung festzustellen ist. Die Belebung der Industriekonjunktur ließ also auch kurz vor Beginn des Iran-Kriegs noch auf sich warten, und dieser hat die Aussichten auf kurze Sicht eher noch verschlechtert.
Bis heute Nacht erschienen die heute Morgen anstehenden Februar-Zahlen zu den Auftragseingängen der deutschen Industrie als wenig aussagekräftig. Nach dem heute Nacht vereinbarten Waffenstillstand sind sie aber ein wichtiger Indikator, wie es um die deutsche Wirtschaft vor dem Angriff der USA und Israels und dem darauf folgenden sprunghaften Anstieg der Energiepreise um die deutsche Wirtschaft stand.
Dabei bleibt festzustellen, dass die erhoffte Belebung in der deutschen Industrie auch im Februar noch auf sich warten ließ. Zwar haben deren Auftragseingänge gegenüber Januar um 0,9% zugelegt, und – noch wichtiger – die Kerngröße ohne die sehr schwachwankungsanfälligen und für die kurzfristige Entwicklung der Produktion weniger wichtigen Großaufträge war sogar 3,5% höher als im Vormonat. Allerdings wurde der Januar-Wert noch einmal nach unten revidiert, sodass sich die Kerngröße weiterhin in dem seit Ende 2023 zu beobachtenen Korridor seitwärts bewegt (Chart 1).
| Chart 1 – Aufträge im Trend weiter seitwärts |
| Auftragseingänge der Industrie, Volumen, Index 2021=100, saisonbereinigte Monatszahlen |
| Quelle: Destatis, S&P Global, Commerzbank-Research |
Mit dieser Seitwärtsbewegung der Kerngröße besteht vorerst wenig Hoffnung, dass die Industrie ihre Produktion auf kurze Sicht deutlich anheben und damit das Wachstum der deutschen Wirtschaft anschieben wird. Dies gilt umso mehr als der Iran-Krieg für zusätzliche Verunsicherung gesorgt hat, was zumindest vorübergehend die Investitionen bremsen dürfte, zumal die Energiepreise angesichts der Schäden an der Infrastruktur rund um den Persischen Golf zunächst höher sein dürften als vor Ausbruch des Krieges.