Bankenverband: Iran-Krieg sorgt für Verkaufswelle an den Börsen

Berlin (2.3.26) – Die Eskalation des Iran-Konflikts hat heute für große Verunsicherung an den internationalen Finanzmärkten gesorgt. Vor allem der Anstieg der Gas- und Ölpreise wegen der Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus am Persischen Golf birgt Risiken für die Weltwirtschaft. Der deutsche Leitindex Dax rutschte zeitweise um 2,3 Prozent ab. Besonders stark sanken die Aktienkurse von Chemie- und Touristikkonzernen. Der Flugverkehr in der Region kam teilweise zum Erliegen, auch am wichtigen Drehkreuz Dubai. Die Lufthansa-Aktien verloren mehr als 11 Prozent. Der Reiseveranstalter Tui büßte zeitweise um knapp 10 Prozent ein.

Gefragt waren ⁠dagegen Rüstungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt, deren Aktien sich um bis zu 6 Prozent beziehungsweise mehr als 8 Prozent verteuerten. Die europäischen Bankaktien steuerten auf den größten Tagesverlust seit der Einführung der historisch hohen US-Zölle im April 2025 zu. Der Branchenindex rutschte zeitweise um 3,5 Prozent ab und gehört damit zu den größten Verlierern im europäischen Index Stoxx 600. Die britischen Institute HSBC, Barclays und Standard Chartered verbilligen sich in London um bis zu 6 Prozent. Die Aktien der Deutschen Bank, von BNP Paribas, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) und der Commerzbank büßen um 3 bis 4 Prozent ein. Auch der europäische Index für die Versicherungsbranche gab um fast 2 Prozent nach. In den USA verloren Großbanken wie Bank of America und Citigroup gleichfalls deutlich.

Preise für Gold, Öl und US-Dollar ziehen an 

Investoren setzen angesichts der Turbulenzen verstärkt auf den sicheren Hafen Gold. Der Preis für das Edelmetall zog zeitweise deutlich an, zeitweise wurden für eine Feinunze (31,1 Gramm) fast 5.400 US-Dollar (4.607 Euro) bezahlt. Auch der Silberpreis legte zu. Der europäische Gaspreis schnellte zeitweise um ein Viertel hoch. Am Ölmarkt stiegen die Preise für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA ebenfalls stark. Brent erreichte zeitweise den höchsten Stand seit Juli 2024, während US-Öl auf den höchsten Stand seit Juni 2025 kletterte. Der US-Dollar legte gegenüber dem Euro zu. Nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump könnte der Konflikt mit dem Iran noch vier Wochen dauern. Beobachtern zufolge deuten die Reaktionen an den Märkten darauf hin, dass Anleger mehrheitlich mit einer kurzen militärischen Auseinandersetzung rechnen. 

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