Berlin (1.7.26) – Der schnellere Ausbau von Batteriespeichern könnte das Stromsystem um Milliardenbeträge entlasten und gleichzeitig den Ausbau der Windenergie stärken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik im Auftrag von BEE, BSW und BWE.
BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek fordert die Bundesregierung auf, diese Erkenntnisse konsequent bei der Ausgestaltung der EEG-Novelle und des Netzpakets zu berücksichtigen: „Die Studie zeigt unmissverständlich: Stromspeicher sind kein Kostenfaktor, sondern ein zentraler Baustein für ein wirtschaftliches, resilientes und klimaschonendes Energiesystem. Windenergie und Speicher können gemeinsam Systemkosten senken, Abregelungen reduzieren und die Versorgungssicherheit stärken. Statt den Ausbau der Erneuerbaren mit untauglichen Instrumenten auszubremsen, muss die Bundesregierung die regulatorischen Voraussetzungen schaffen, damit das große Potenzial von Speichern und weiteren Flexibilitäten zügig erschlossen werden kann.“
Die Untersuchung zeigt, dass ein schneller Zubau zusätzlicher Batteriespeicher negative Strompreise etwa 70 Prozent seltener auftreten ließe. Der daraus resultierende Anstieg der Marktwerte würde zudem das EEG-Konto entlasten. Gleichzeitig würden die Finanzierungsrisiken neuer Windenergieprojekte erheblich gesenkt – bei Windenergie an Land um fast 55 Prozent. Marktbedingte Abregelungen könnten zudem deutlich zurückgehen, während Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Bundeshaushalt jährlich um Milliardenbeträge entlastet würden.
„Die Ergebnisse widerlegen die Behauptung, der weitere Ausbau der Windenergie verursache steigende Systemkosten. Im Gegenteil: Vom Zusammenspiel von Windenergie, Speichern und leistungsfähigen Netzen profitieren Wirtschaft, Staatskasse und Verbraucher gleichermaßen. Die Bundesregierung, insbesondere das federführend für die Ausgestaltung der Energiepolitik verantwortliche Bundeswirtschaftsministerium, muss jetzt handeln. Deutschland braucht eine EEG-Novelle, die Speicher, physikalische Direktbelieferung, regionale Stromnutzung und PPAs vorantreibt, sowie ein Netzpaket, das Investitionen erleichtert, statt sie durch Instrumente wie den Redispatch-Vorbehalt zu gefährden“, so Heidebroek.