Frankfurt/Main (25.6.26) – Die Produktion im Maschinenbau in Deutschland sank von Januar bis April um real 2,6 Prozent. Die erwartete Erholung wird sich weiter verschieben. Der VDMA senkt daher seine Produktionsprognose für 2026 auf ein Nullwachstum.
In einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage haben die Folgen des Kriegs in der Golfregion die Aussichten für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland weiter eingetrübt. Die VDMA-Volkswirte senken daher ihre reale Produktionsprognose für das laufende Jahr von bisher plus 1 Prozent auf plus/minus 0 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass die reale Produktion 2026 zum Vorjahr nicht wächst“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt.
Trotz der Auftragszuwächse in den ersten vier Monaten – von Januar bis April 2026 wurden real 3 Prozent mehr Bestellungen verbucht – bleiben viele Betriebe unterausgelastet. Die technischen Kapazitäten lagen im April mit 77,8 Prozent deutlich unter dem mittleren Wert von 85,6 Prozent. „Der seit Ende Februar andauernde Krieg in der Golfregion hat die weltweite Unsicherheit erhöht, die Inflation angetrieben und uns zurückgeworfen. Das Thema Lieferketten belastet auch wieder stärker. Konkret berichten mittlerweile 15 Prozent der Maschinenbau-Unternehmen hier von Problemen. Selbst wenn sich die die Lage an der Straße von Hormus schnell entspannt, wird es noch einige Zeit dauern, bis sich der globale Handel wieder normalisiert“, erläutert Dr. Gernandt.
Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland lag in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres um real 2,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Die erwartete konjunkturelle Erholung wird sich weiter verschieben. Wir sind aber optimistisch, dass sich die Lage im Laufe des Jahres bessert. Aufgrund des schwachen Jahresauftakts wird die Dynamik aber nicht ausreichend sein, um die Produktion im Gesamtjahr ins Plus zu drehen“, sagt der VDMA-Chefvolkswirt.
Langfristig bleiben die VDMA-Volkswirte aber optimistisch. Der weltweite Bedarf nach innovativen Maschinen- und Anlagen bleibt groß. „Wir haben die Technologien, , um die vielseitigen Herausforderungen unserer Lebenswelt zu meistern“, betont Dr. Gernandt. „Und im Inland macht uns das Momentum des einstimmigen Vorschlags der Rentenkommission Hoffnung. Wir sollten das jetzt nicht zerreden, sondern den Schwung nutzen, um weitere Reformen bei Krankenversicherung, Steuern und Arbeitsmarkt zu beschließen. Nur so stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.“