Köln (12.4.26) – Mit einem preisbereinigten Pro-Kopf-Einkommen von 39.424 Euro im Jahr 2023 führt Heilbronn das Ranking an. Auch wenn die Einwohner des Landkreises Starnberg mit 44.500 Euro auf das höchste Einkommen in der Bundesrepublik kommen, liegt die Kommune nur auf Platz zwei. Der Grund: Das Preisniveau liegt dort 14 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und schmälert die Kaufkraft deutlich. Nach Abzug der regionalen Preisunterschiede bleiben den Starnbergern 39.200 Euro im Jahr.
Für die Kaufkraft zählt nicht nur das Einkommen, sondern auch, wie teuer die Lebenshaltung am Wohnort ist. Die IW-Studie setzt daher Einkommen und regionale Preise für Konsumgüter und Dienstleistungen ins Verhältnis. So entsteht ein preisbereinigtes Einkommen, das Regionen vergleichbar macht.
Hinter Heilbronn und Starnberg reihen sich mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld (38.479 Euro) und dem Kreis Neuwied (37.441 Euro) zwei Regionen ein, die nicht zu den klassischen Wohlstandszentren zählen. Auf Platz fünf folgt der Landkreis Miesbach (37.078 Euro). Insgesamt liegen damit drei der fünf bestplatzierten Regionen in Bayern. Auffällig ist: Abseits der großen Städte profitieren viele Regionen von niedrigen Lebenshaltungskosten. So liegt das Preisniveau in Rhön-Grabfeld sieben Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.Inhaltselement mit der ID 15365https://datawrapper.dwcdn.net/UcO3X/8/Inhaltselement mit der ID 15366
Am unteren Ende des Rankings steht Offenbach am Main mit einem preisbereinigten Pro-Kopf-Einkommen von 21.430 Euro. Auch die Ruhrgebietsstädte Gelsenkirchen (Platz 399), Duisburg (Platz 398) und Herne (Platz 396) schneiden schwach ab – vor allem wegen der schwachen Einkommen.
Anders die großen Metropolen: Hamburg (Platz 331), Köln (Platz 343), Frankfurt am Main (Platz 358) und Berlin (Platz 383) landen ebenfalls im hinteren Drittel, jedoch aus einem anderen Grund. Besonders die hohen Wohnkosten zehren die nominal hohen Einkommen auf und drücken die Kaufkraft deutlich.
„Wer gleichwertigere Lebensverhältnisse schaffen will, muss vor allem den Wohnungsbau in den Städten voranbringen“, sagt IW-Ökonom Christoph Schröder. Gleichzeitig zeige sich, dass das Leben außerhalb der Metropolen finanziell durchaus attraktiv sei. „Damit sich mehr Menschen für ein Leben fern der großen Städte gewinnen lassen, müsste das Umland aber besser angebunden werden“.
Zur Methodik: Für die Berechnung greifen die Forscher auf den regionalen Preisindex zurück, bei dem das IW anhand von frei zugänglichen Preisdaten berechnet hat, was das Leben in Deutschlands Städten und Gemeinden kostet. Zur Berechnung der Kaufkraft haben die Wissenschaftler das regionale Einkommen um die präzisen Lebenshaltungskosten aus dem regionalen Preisindex bereinigt. Dass Heilbronn nun vorn liegt, hängt auch mit revidierten Einkommensdaten zusammen: Einnahmen aus Gewerbebetrieben werden in der amtlichen Statistik teils erst verzögert vollständig erfasst und waren laut der aktuellen Einkommenssteuerstatistik dort sehr hoch. Inhaltselement mit der ID 15356
