Stuttgart (27.1.26) – Der europäische Neuwagenmarkt verzeichnete im letzten Monat des Jahres 2025 ein deutliches Neuzulassungsplus von sechs Prozent. Damit stieg im Gesamtjahr 2025 die Zahl der neu zugelassenen Pkw in der EU um 1,8 Prozent auf 10,8 Millionen. Allerdings: Im Vorkrisenjahr 2019 waren EU-weit noch 13 Millionen Neuwagen verkauft worden. Somit lag der Pkw-Absatz im vergangenen Jahr 17 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. In absoluten Zahlen waren 2019 etwa 2,2 Millionen Neuwagen mehr verkauft worden als im Jahr 2025.
„Wir haben im vergangenen Jahr zwar eine leichte Erholung des Neuwagenmarkts gesehen. Insgesamt aber geht es nur im Schneckentempo aufwärts“, sagt Constantin M. Gall, Global Aerospace, Defence and Mobility Industry Practice Leader bei EY. „Auch im kommenden Jahr wird sich der Markt nur geringfügig erholen. Denn nach wie vor sind die Rahmenbedingungen schlecht und es herrscht sowohl bei Privatkunden als auch bei den Unternehmen eine große Kaufzurückhaltung. Die Konjunktur schwächelt, viele Menschen sorgen sich um ihre Einkommensentwicklung oder gar den Arbeitsplatz. Auch die hohen Neuwagenpreise, die nicht zuletzt auf regulatorische Vorgaben zurückzuführen sind, schrecken vom Neuwagenkauf ab. Hinzu kommt anhaltend große politische Unsicherheit. An diesen ungünstigen Rahmenbedingungen dürfte sich auch im neuen Jahr wenig ändern. Die Autoindustrie muss sich also auf ein schwieriges Jahr 2026 einstellen.“
In den vergangenen Jahren haben sich die Marktanteile der Autokonzerne in der EU deutlich verschoben. So konnten die deutschen Konzerne ihren Anteil am Neuwagenmarkt ausbauen: von 37,1 Prozent im Jahr 2019 auf 39,9 Prozent im Jahr 2025. Zwar ging auch bei den deutschen Autoherstellern der Absatz seit 2019 deutlich zurück – um 10,5 Prozent –, der Gesamtmarkt schrumpfte allerdings deutlich stärker: um 16,9 Prozent.
Deutlich Marktanteile verloren haben seit 2019 insbesondere Stellantis und Ford. Zuletzt musste auch Tesla Marktanteilsverluste in der EU hinnehmen. Nachdem im Jahr 2023 noch 2,6 Prozent der EU-weit neu zugelassenen Pkw Tesla-Modelle waren, schrumpfte der Marktanteil im Jahr 2024 auf 2,3 Prozent und im Jahr 2025 auf nur noch 1,34 Prozent.
Elektroautos legen weiter deutlich zu
Wie schon in den Vormonaten stieg der Absatz von Elektroautos auch im Dezember deutlich. EU-weit legten die Elektro-Neuzulassungen um 51 Prozent zu, die meisten – 22 von 27 – EU-Ländern verzeichneten steigende Neuzulassungen von Elektroautos. Ihr Marktanteil stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 15,9 auf 22,6 Prozent.
Die neue Elektroprämie in Deutschland werde nach Galls Einschätzung zu steigenden Verkäufen von Elektroautos führen, allerdings vorwiegend im Einstiegssegment, in dem die deutschen Hersteller bislang kaum vertreten seien. „Von der neuen Förderung in Deutschland werden ausländische Hersteller überproportional stark profitieren, da sie im Segment der elektrischen Kleinwagen bereits ein relativ breites Angebot vorweisen können – und in dieser Preisklasse stellen bis zu 6.000 Euro staatliche Förderung plus zusätzlich gewährte Herstellerrabatte einen massiven Preisnachlass dar.“
Neuzulassungen von E-Autos in der EU und Marktanteile
Top-5-Elektroautos in Westeuropa* im Dezember 2025
| Tesla MODEL Y | 17.375 |
| Skoda ELROQ | 10.472 |
| Renault R5 | 8.850 |
| VW ID.4/5 | 7.468 |
| VW ID.7 | 7.075 |
| VW ID.3 | 6.978 |
| Tesla MODEL 3 | 6.478 |
| Skoda ENYAQ | 5.254 |
*Zahl der Neuzulassungen basierend auf Zahlen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien
Elektro-Marktanteil bleibt im Osten Europas weiterhin sehr niedrig
Als Elektro-Musterknaben erwiesen sich auch im Dezember vor allem die Länder in Nordeuropa und die Benelux-Länder. In vielen anderen EU-Ländern sind Elektroautos hingegen nach wie vor ein Nischenprodukt: In acht EU-Ländern lag der Elektro-Marktanteil im Dezember unter zehn Prozent.
Besonders niedrig ist der Marktanteil von Elektroautos weiterhin in den ost- und südosteuropäischen Ländern: In Kroatien lag er im Dezember z.B. bei 4,7 Prozent, in Tschechien und Bulgarien bei jeweils 5,6 Prozent. Allerdings steigen die Absatzzahlen stark: Im Dezember stiegen die Elektro-Neuzulassungen in Ost- und Südosteuropa um 137 Prozent. Insgesamt stieg der Marktanteil von Elektroautos gegenüber dem Vorjahresmonat von 5,1 auf 9,3 Prozent.
Vor allem in den skandinavischen Ländern erfreuen sich Elektroautos großer Beliebtheit: Norwegen wies im Dezember mit 98 Prozent den mit Abstand höchsten Marktanteil von Elektroautos in Europa aus. Dahinter folgen Dänemark mit 81 Prozent, die Niederlande (64 Prozent) und Irland mit 62 Prozent. In den skandinavischen Ländern insgesamt (einschließlich des Nicht-EU-Lands Norwegen) stieg der Elektro-Marktanteil im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat von 56 auf 75 Prozent.
Plug-in-Hybride legen stark zu
Ähnlich stark wie bei Elektroautos stiegen die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im Dezember um 37 Prozent zulegten, der Marktanteil stieg von 8,3 auf 10,7 Prozent. Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im Dezember in Schweden (25 Prozent), Finnland (16 Prozent). Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (83 Prozent) und den Niederlanden (75 Prozent) am höchsten unter allen EU-Ländern.