Frankfurt/Main (19.2.26) – Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Jahr 2025 weiter gestiegen. Laut einer aktuellen Studie von Dun & Bradstreet wurden insgesamt 17.175 Insolvenzen von im Handelsregister eingetragenen Unternehmen registriert. Das entspricht einem Anstieg um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort, wenn auch mit moderaterer Dynamik als in den Krisenjahren zuvor.
Trotzdem bleibt die wirtschaftliche Belastung für viele Unternehmen hoch. Hohe Energie- und Finanzierungskosten, anhaltender Margendruck sowie eine schwache Konjunktur treffen insbesondere kleine und mittelständische Betriebe. Finanzielle Puffer sind in vielen Fällen weitgehend aufgebraucht, während strukturelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Digitalisierung den Anpassungsdruck zusätzlich erhöhen.
Starke regionale Unterschiede bei den Insolvenzen
Regional zeigt sich ein deutlich differenziertes Bild. Besonders stark stiegen die Insolvenzen in Thüringen (+22 Prozent), Sachsen-Anhalt (+18 Prozent) und Hessen (+14 Prozent). Auch in Sachsen (+9 Prozent), Brandenburg (+8 Prozent), Rheinland-Pfalz (+6 Prozent) sowie Baden-Württemberg (+5 Prozent) lagen die Zuwächse über dem Bundesdurchschnitt. Moderate Anstiege verzeichneten unter anderem Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (je +3 Prozent) sowie Bayern (+1 Prozent). Rückläufig entwickelten sich die Insolvenzzahlen hingegen in den Stadtstaaten Bremen (–3 Prozent) und Hamburg (–5 Prozent) sowie in Mecklenburg-Vorpommern (–4 Prozent). Die regionalen Unterschiede lassen sich vor allem durch strukturelle Faktoren erklären. In wirtschaftlich fragileren Bundesländern mit geringerer Branchenvielfalt und höherem Transformationsdruck wirken sich Kostensteigerungen und eine schwächere Konjunktur deutlich stärker aus als in robusteren, stärker diversifizierten Regionen.
Autogewerbe, Maschinenbau und Gastgewerbe unter Druck
Auch nach Wirtschaftszweigen zeigt sich ein heterogenes Bild. Besonders stark stiegen die Insolvenzen In Schlüsselindustrien wie dem Autogewerbe (+18 Prozent) und im Maschinenbau (+11 Prozent). Auch im Gastgewerbe (+10 Prozent) stiegen die Insolvenzen überdurchschnittlich an. Diese Bereiche sind in besonderem Maße von hohen Fixkosten, steigenden Energiepreisen und einer gedämpften Nachfrage betroffen. Rückgänge verzeichneten dagegen die Immobilienwirtschaft (–24 Prozent), die Herstellung dauerhafter Güter sowie die Gesundheitsdienste (jeweils –11 Prozent).
Anhaltender Anpassungsdruck
„Der Insolvenztrend wird zunehmend von strukturellen Faktoren geprägt. Hohe Kosten, angespannte Finanzierungsbedingungen und erschöpfte Puffer belasten viele Unternehmen, während regionale und sektorale Unterschiede immer deutlicher zutage treten. Selbst wenn sich das Wachstum abschwächt, prägen diese grundlegenden Belastungen weiterhin das wirtschaftliche Umfeld“, sagt Stefan Kuhlmann, Commercial Director Deutschland bei Dun & Bradstreet. „Gerade in einem Umfeld hoher Unsicherheit wird es für Unternehmen entscheidend, Risiken realistisch einzuschätzen und die wirtschaftliche Stabilität von Geschäftspartnern kontinuierlich zu überprüfen.“