Oxfam: COP31 muss fossilen Ausstieg beschleunigen und Unterstützung für den Globalen Süden sichern

Berlin (5.11.26) – Für einen Erfolg der UN-Klimakonferenz COP31 im türkischen Antalya braucht es vor allem zwei Dinge: Zum einen konkrete Beschlüsse zur Umsetzung des im vergangenen Jahr vereinbarten Ziels, die Anpassung an den Klimawandel in einkommensschwachen Ländern stärker zu unterstützen. Zum anderen neuen Schwung für den weltweiten Ausstieg aus fossilen Energien. Darauf weist Oxfam zum Auftakt der Konferenz am kommenden Montag hin.

Jan Kowalzig, Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam Deutschland: „Die weltweiten Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit überschatten auch die UN-Klimakonferenz. Es steht zu befürchten, dass sich die reichen Industrieländer den Verhandlungen über die Umsetzung gesetzter Ziele und eingegangener Verpflichtungen zur Unterstützung einkommensschwacher Länder verweigern werden. Das untergräbt Vertrauen und erschwert dadurch auch Fortschritte beim Klimaschutz und beim weltweiten Ausstieg aus den fossilen Energien.“

Drohende Blockade bei der Verdreifachung der Hilfen für Anpassung

Die UN-Klimakonferenz hatte 2025 vereinbart, die Unterstützung für die Klimaanpassung bis 2035 zu verdreifachen – allerdings ohne Basisjahr oder konkrete Umsetzungsschritte festzulegen. Die afrikanische Ländergruppe hatte das Thema nun auf die Tagesordnung setzen lassen. Dagegen dürfte es Widerstand vonseiten der Industrieländer geben, die mehr Verbindlichkeit bei der Unterstützung unbedingt vermeiden wollen. Auch Debatten über die Ausgestaltung eines im letzten Jahr vereinbarten Arbeitsprogramms Klimafinanzierung werden die Industrieländer von der Tagesordnung zu streichen versuchen.

Kowalzig weiter: „Überschwemmungen in Nepal, Waldbrände in Frankreich, zehntausende Hitzetote in der EU: Die Klimakrise richtet enorme Schäden an und bedroht die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen, insbesondere in einkommensschwachen Ländern. Sie brauchen dringend mehr Unterstützung bei der Anpassung an die klimatischen Veränderungen. Das Ziel, diese Unterstützung bis 2035 zumindest zu verdreifachen, war ein Erfolg der letzten Konferenz. Es bleibt aber eine hohle Verabredung, wenn die Umsetzung nicht konkretisiert wird. Das dürfen die Industrieländer auf der COP31 nicht blockieren.“

Dynamik für den fossilen Ausstieg?

Die Abhängigkeit von fossilen Energien treibt die Welt in die Krise: Sie verschärft soziale Ungleichheit, treibt Preise in die Höhe und heizt die Klimakatastrophe weiter an. Die Klimakonferenz hatte bereits 2023 den weltweiten Ausstieg beschlossen. Nachdem aber die Idee eines Fahrplans letztes Jahr gescheitert war, hat Brasilien im Rahmen seiner COP30-Präsidentschaft eine entsprechende Initiative eigenständig vorangetrieben. Die Ergebnisse liegen nun zur COP31 vor.

Kowalzig: „In Antalya muss sich zeigen, wie aus der brasilianischen Initiative endlich echte Bewegung wird. Auch wenn der fossile Ausstieg nicht offiziell auf der Tagesordnung steht, könnte Brasilien mit dem Fahrplan angesichts der Energiepreiskrisen infolge fossiler Abhängigkeiten und der immer dramatischeren Folgen des Klimawandels neue Dynamik erzeugen. Sie ließe sich auch in den Abschlussdokumenten der Konferenz widerspiegeln. Das wäre wichtig, damit kommende Konferenzen am fossilen Ausstieg solide weiterarbeiten können.“

Parallel dazu schlägt die türkische COP31-Präsidentschaft vor, den Anteil von Strom am weltweiten Endenergieverbrauch bis 2035 von derzeit rund 23 auf 35 Prozent zu steigern. Das Ziel könnte auch außerhalb der offiziellen Konferenzbeschlüsse von einer Allianz ambitionierter Staaten vereinbart werden.

„Elektrifizierung ist erst dann Klimaschutz, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Die COP31 muss das Elektrifizierungsziel mit dem Ausstieg aus den fossilen Energien koppeln. Jede Klimakonferenz ohne konkrete Schritte zum fossilen Ausstieg ist letztlich ein Misserfolg. Die Welt zahlt längst den Preis für dieses Versagen“, so Kowalzig.

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