Frankfurt/Main (24.8.26) – Die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit sichern mehr Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland als bisher bekannt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität Göttingen. Die Analyse untersucht den Zusammenhang zwischen Zahlungen im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und deutschen Exporten von Waren und erstmals auch von Dienstleistungen in die Partnerländer im Zeitraum von 2005 bis 2024.
Die Berechnungen zeigen: Mit jedem Euro, den Deutschland in der Entwicklungszusammenarbeit direkt in einem Partnerland investiert, steigen die deutschen Warenausfuhren um 2,50 Euro. Den Effekt begründen die Forschenden unter anderem mit Einkommenseffekten in den Empfängerländern. Diese erhöhen vor Ort Nachfrage und Importe. Davon profitiert auch die deutsche Wirtschaft: Die dadurch ausgelösten zusätzlichen Exporte tragen dazu bei, rund 380.000 Arbeitsplätze in produzierenden Unternehmen sowie im Dienstleistungssektor in Deutschland zu schaffen und zu sichern. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erzielt ihre stärksten Exportrenditen in den Sektoren Maschinenbau, Transport, Informationstechnologie, Chemie- und Elektroindustrie.
Brigitte Réthier, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe: “Die Ergebnisse zeigen, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zu spürbaren Exporteffekten führt. Davon profitiert auch unsere heimische Wirtschaft und mit ihr viele Arbeitsplätze in Deutschland. Der Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in Partnerländern verbindet sich mit wirtschaftlichen Chancen und Interessen.”
Die Befunde sind klar: Entwicklungszusammenarbeit stärkt die Handelsbeziehungen Deutschlands und macht den deutschen Außenhandel resilienter gegenüber geoökonomischen Risiken.
Entwicklungszusammenarbeit stärkt internationale Verflechtungen auch in Krisenzeiten. Insbesondere mit aufstrebenden Schwellenländern sind eine enge Partnerschaft und Präsenz vor Ort für den Wirtschaftsstandort Deutschland enorm wichtig. Investitionen in nachhaltige Infrastruktur und Klimaschutz verbessern die Marktchancen deutscher Unternehmen beim Ausbau der Energie- und Transportsysteme in den Partnerländern.”