Frankfurt/Main (27.3.26) – Die Menschen in Deutschland können einer repräsentativen Studie der Commerzbank zufolge weiterhin regelmäßig sparen. Fast drei Viertel der Menschen legen jeden Monat Geld zur Seite. Dabei setzen die meisten nach wie vor auf gering verzinste Bankprodukte, auch wenn die Beliebtheit von Wertpapieren in den vergangenen beiden Jahren von 35 auf 40 % gestiegen ist. Heraus sticht die Generation Z: Die heute 19- bis 29-Jährigen investieren häufiger in Wertpapiere als andere Generationen.
Für ihre zweite Anlagestudie „So investiert Deutschland“ ließ die Commerzbank bundesweit mehr als 3.200 Menschen vom Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos zu ihrem Spar- und Anlageverhalten befragen. Folgende Altersgruppen wurden zur vergleichenden Betrachtung herangezogen: Babyboomer (Jahrgänge 1946 bis 1964), Generation X (1965 bis 1980), Millennials (1981 bis 1996) sowie die Generation Z (1997 bis 2007). Berücksichtigt wurden außerdem wieder verschiedene Einkommensgruppen, Familienstand, Geschlecht sowie unterschiedliche Bildungs- und Wohnsituationen.
Zwei Jahre nach der ersten Commerzbank-Anlagestudie zeigt sich, dass den Konjunktursorgen zum Trotz weiterhin jeder Zweite in Deutschland mit seiner finanziellen Situation zufrieden ist. Der Anteil an Sparenden ist leicht von 70 auf 72 % gestiegen – auch wenn nach wie vor fast ein Drittel der Menschen nicht spart. Der Grund: Am Monatsende bleibt kein Geld übrig. Wer genug Geld zum Sparen besitzt, favorisiert immer noch gering verzinste Tages- und Festgeldkonten oder das klassische Sparbuch. Renditestärkere Anlageformen wie Wertpapiere spielen eine nachgelagerte Rolle.
Privat- und Unternehmerkundenvorstand Thomas Schaufler: „Die Menschen in Deutschland verfügen über ein enormes Vermögen, doch ein großer Teil davon arbeitet nicht für seine Besitzerinnen und Besitzer. Nicht nur mit Blick auf die Altersvorsorge ist es wichtiger denn je, liquide Mittel gezielt zu investieren und die Chancen der Kapitalmärkte zu nutzen.“
ETFs gewinnen generationsübergreifend an Beliebtheit
Im Vergleich zur Studie von vor zwei Jahren gibt es an einigen Stellen Bewegung: Rund 40 % der Sparerinnen und Sparer entscheiden sich für den Kauf von Wertpapieren oder einen Wertpapiersparplan. 2024 waren es bundesweit nur 35 %. Aktien bleiben mit 58 Prozent weiterhin das meistgenutzte Anlageprodukt, jedoch hat die Beliebtheit von Exchange-traded Funds (ETFs) in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen: Sie ist von 40 auf 50 % gestiegen.
Die Befragten der Babyboomer-Generation investieren mit 33 % am wenigsten in Wertpapiere, die Generationen X mit 38 % und Millennials mit 44 % schon mehr. An der Spitze findet sich die Generation Z mit 48 %. Das sind knapp 10 % mehr als der Bundesdurchschnitt. Trendthema unter den jungen Anlegerinnen und Anlegern sind mit 55 % ETFs und Exchange-traded Commodities (ETCs), gefolgt von Aktien mit 50 % und Kryptowährung mit 32 %.
Junge Generation informiert sich häufiger und vorwiegend digital
Rund 40 % der Wertpapierbesitzerinnen und -besitzer dieser Generation geben an, sich eine bis zwei Stunden pro Woche mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen. Bei den anderen Generationen sind es weniger als 30 Minuten. Ältere Generationen nutzen hauptsächlich klassische Informationsquellen, wie zum Beispiel ihren Bank- oder Finanzberater, Zeitungen oder das Fernsehen. Die Generation Z holt sich unter anderem auf Social Media, bei Familie und Freunden sowie der Bankberaterin oder dem Bankberater Anlagetipps.
Aus Sparerinnen und Sparern kompetente Anlegerinnen und Anleger machen
Zudem geben 64 % der Generation Z an, dass der technologische Fortschritt ihr Spar- und Anlageverhalten beeinflusst. Für diese Generation bedeutet Anlegen nicht mehr exklusives Wissen mit kompliziertem Zugang, sondern ist jederzeit verfügbar. Das hat die zweite Studie der Commerzbank erneut bekräftigt. Die Erhebung kommt außerdem zu dem wiederholten Resümee, dass der Kenntnisstand in Bezug auf Finanz- und Anlageprodukte immer noch besser sein kann. Hier unterscheidet sich die Generation Z positiv von den anderen Generationen. Auch das Geschlecht macht weiterhin einen Unterschied. Frauen sind weniger vertraut mit allen Produkten als männliche Befragte. Während 14 % der Frauen mehr als eine Stunde pro Woche für ihre Wertpapieranlage aufwenden, sind es bei Männern 36 %.
Die von der Bundesregierung geplante Einführung der Frühstartrente und des Altersvorsorgedepots kann dazu führen, sich stärker mit dem Thema Anlegen zu beschäftigen. Laut Studie halten knapp zwei Drittel der Deutschen die Frühstartrente für wichtig, und 6 von 10 Befragten würden eigene Zuzahlungen leisten, die meisten unter 50 Euro im Monat. „Die Generation Z hat beim Thema Geldanlage verstanden, dass Nichtstun keine Option ist“, sagte Thomas Schaufler. „Sie nimmt ihre finanzielle Zukunft in die Hand. Als Bank sehen wir uns hier weiter in der Verantwortung, die Bedeutung langfristiger privater Vorsorge zu betonen. Wir bleiben auch 2026 dran, aus Sparern kompetente Anleger zu machen.“