Ernst & Young EY: Schwacher Jahresbeginn auf dem EU-Neuwagenmarkt – Elektro-Marktanteil deutlich niedriger als im Dezember

 

Stuttgart (24.2.26) – Nach einem starken Dezember mit einem Plus von sechs Prozent lässt der europäische Neuwagenmarkt zum Jahresbeginn jede Dynamik vermissen: Die Neuzulassungen in der EU lagen im Januar 3,9 Prozent unter dem Vorjahreswert und damit sogar knapp 23 Prozent unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.

Constantin M. Gall, Global Aerospace, Defence and Mobility Industry Practice Leader bei EY, rechnet nicht mit steigenden Absatzzahlen im laufenden Jahr: „Es ist aktuell keine Erholung auf dem Neuwagenmarkt abzusehen. Die Konjunktur schwächelt, schlechte Nachrichten aus Wirtschaft und Politik drücken auf die Stimmung, und eine Besserung der Lage ist nicht abzusehen. In diesen Zeiten bleiben Unternehmen und Privatleute bei größeren Anschaffungen vorsichtig. Wir stehen vor einem weiteren schwachen Autojahr in Europa. Das wird die Krise der europäischen Autoindustrie noch verschärfen – auch angesichts sinkender Absatzzahlen in den USA und China.“

In Europa intensiviere sich der Wettbewerb, zusätzlich angeheizt von chinesischen Herstellern, die nach Europa drängen, so Gall: „In einigen EU-Ländern erzielen chinesische Autokonzerne deutlich steigende Absatzzahlen und teils zweistellige Marktanteile. Auf EU-Ebene sind die Absatzzahlen der chinesischen Marken allerdings noch überschaubar, auch weil die Autokäufer in den größten Märkten wie Deutschland und Frankreich zumindest bislang noch eindeutig europäische Marken bevorzugen.“


Elektroautos legen zu – Marktanteil aber niedriger als im Dezember

Deutlich gestiegen sind im Januar nur die Neuzulassungen von Elektroautos: Um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil hat sich von 14,9 Prozent auf 19,2 Prozent erhöht. Allerdings lag der Elektro-Marktanteil im vierten Quartal des Vorjahres noch deutlich über der 20-Prozent-Marke, im Dezember bei 22,6 Prozent.

Zudem betont Gall: „Das Wachstum bei Elektroautos muss auch vor dem Hintergrund der hohen staatlichen Förderung der Elektromobilität gesehen werden – sei es durch Kaufprämien oder durch steuerliche Vergünstigungen. Die EU-Länder geben Milliarden aus, um den Hochlauf der E-Mobilität zu beschleunigen. Obendrein verdienen die Hersteller an Elektroautos deutlich weniger als an Verbrennern oder Plug-in-Hybriden – die Industrie nimmt also niedrigere Margen in Kauf, um ihren Elektro-Absatz zu steigern und Strafzahlungen zu vermeiden. Gemessen daran, sind die aktuellen Absatzzahlen in der EU absolut enttäuschend.“

Große Unterschiede innerhalb Europas: In immerhin zwölf der 27 EU-Länder liegt der Elektro-Marktanteil unter zehn Prozent, in gerade einmal vier EU-Ländern waren im Januar mehr als 30 Prozent der neu zugelassenen Pkw Elektroautos.

Während im Norden Europas Elektroautos inzwischen recht hohe Marktanteile erreichen, kommen im Osten und Südosten nur sehr wenige Elektroautos neu auf die Straße: In Skandinavien (einschließlich des nicht-EU-Landes Norwegen) stieg der BEV-Marktanteil im Januar von 39 auf 60 Prozent. In Osteuropa legte er hingegen nur von fünf auf acht Prozent zu.

Prognose für 2026: Für das laufende Jahr rechnet Gall mit einem Wachstum der Elektro-Neuzulassungen in der EU von etwa 30 Prozent und einem Marktanteil im Gesamtjahr von knapp 23 Prozent. Dazu dürften zum einen neue Subventionen – etwa die Kaufprämie in Deutschland – beitragen, aber auch neue, attraktive Modelle, so Gall: „Gerade die deutschen Konzerne kommen aktuell mit einer Vielzahl neuer Elektroautos auf den Markt – und endlich wird auch das Einstiegssegment besser abgedeckt, so dass es nicht mehr vollständig ausländischen Herstellern überlassen wird.“

Neuzulassungen von E-Autos in der EU und Marktanteile

Im vergangenen Monat war der Skoda Elroq das meistzugelassene Elektroauto in Westeuropa, gefolgt vom Renault R5, der sich vor allem in Frankreich sehr großer Beliebtheit erfreut. In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, lag das Tesla Model Y auf dem dritten Platz.

Top-Elektroautos in Westeuropa* im Januar 2026

Skoda ELROQ       6.379
Renault R5       5.897
Tesla MODEL Y       4.919
VW ID.3       4.243
Citroen e-C3       4.079
VW ID.4/5       3.950
VW ID.7       3.805
Skoda ENYAQ       3.712

*Zahl der Neuzulassungen basierend auf Zahlen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien

Plug-in-Hybride legen zu

Noch etwas stärker als bei Elektroautos stiegen die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im Januar um 29 Prozent zulegten, der Marktanteil stieg von 7,4 auf 9,8 Prozent. Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im Januar in den Niederlanden (28 Prozent) und Schweden (22 Prozent). Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (84 Prozent) und Schweden (64 Prozent) am höchsten unter allen EU-Ländern.

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