Union Investment: Künstliche Intelligenz – Technologie trifft Geldanlage

Frankfurt/Main (29.1.26) – Künstliche Intelligenz (KI) ist bereits in unserem Alltag angekommen. Ob die Freischaltung unserer Smartphones per Gesichtserkennung, die personalisierten Empfehlungen in Onlineshops oder sogenannte Smarthome-Geräte, die Licht, Heizung und Rollläden wie von Geisterhand bedienen. In all diesen Technologien steckt künstliche Intelligenz. Inzwischen hat KI eine neue Dimension erreicht und revolutioniert immer mehr Bereiche der Wissenschaft, der Wirtschaft und unseres Lebens. Und das ist erst der Anfang, denn KI entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit weiter.

Infografik über künstliche Intelligenz mit Darstellung verschiedener Anwendungsbereiche im Alltag: Smartphone mit digitalen Assistenten, Onlineshopping im Browser, autonomes Auto, Smart Farming mit Drohne, Industrieroboter. Rechts aufgelistet sind Einsatzgebiete wie Websuche, Cybersicherheit und autonome Autos. Quelle: Europäisches Parlament.

Grafik: Union Investment

Doch erfahren Sie zunächst, was künstliche Intelligenz ist, welche Probleme sie lösen könnte und warum sie Geldanlegern Chancen bietet.

Was ist KI und wie lernt sie?

KI (auf Englisch AI: Artificial Intelligence) ist ein Bereich der Informatik, bei dem Computersysteme menschliche Fähigkeiten wie Lernen, Denken und Probleme lösen nachahmen. Beim maschinellen Lernen werden Algorithmen (Codes für Rechenvorgänge) verwendet, mit denen die KI-Systeme Muster in Daten erkennen und Wahrscheinlichkeiten errechnen können. Die Programmierer der Codes orientieren sich dabei am hochkomplexen menschlichen Gehirn, das aus mehr als 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) besteht, die nahezu unendlich viele Verbindungen (Synapsen) zu Nachbarzellen aufbauen können. Die neue KI (generative KI) beherrscht das sogenannte Deep Learning: also ein Lernen mittels neuronaler Netze in mehreren Schichten. Jede Schicht ist hier mit einer Synapse im menschlichen Gehirn vergleichbar. Dadurch sind die Systeme in der Lage, aus Erfahrungen und Beobachtungen Schlüsse zu ziehen, ihr Handeln anzupassen und aus vorhandenen Daten völlig neue Ergebnisse zu produzieren – wie beispielsweise Texte, Bilder, Videos, 3-D-Modelle oder Simulationen.

Wo wird KI eingesetzt?

In den Fertigungshallen der Industrie werden ganze Produktionsstraßen von spinnenartigen Robotern bevölkert, die Tag und Nacht schrauben, drehen, biegen – ohne Pause. KI durchforstet die sozialen Medien nach diskriminierenden oder radikalen Kommentaren und markiert sie, um die demokratischen Werte zu schützen. Am Arbeitsplatz beantwortet KI automatisch Anfragen per Mail, schreibt ein Protokoll und stellt die Unterlagen für die nächste Sitzung zusammen. Perspektivisch wird es auch zu Hause mehr Erleichterungen geben, wie zum Beispiel den Kühlschrank, der meldet, dass Milch fehlt, die Einkaufsliste vervollständigt und eine Bestellung aufgibt. KI-gesteuerte Roboter werden das Pflegepersonal unterstützen, indem sie Patienten mit Tabletten versorgen, auf Wunsch Geschichten erzählen, den Blutdruck messen und im Zweifelsfall einen Menschen rufen. Das ist nur ein minimaler Ausschnitt von dem, was KI bereits kann.

Denn KI kann mehr – sehr viel mehr. Die deutsche Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt hat in diesem Zusammenhang einen Artikel1 veröffentlicht, der beschreibt, wie weit bereits staatliche Organe und Branchen die innovative Technik nutzen, etwa die Bundesregierung: Das Innenministerium verwende KI zur Cyberabwehr und Verbrechensprävention. Das Finanzministerium enttarne mithilfe von KI-Steuerhinterzieher. Das Außenministerium setze KI ein, um aufkommende Krisen in der Welt frühzeitig zu erkennen. Die Gesundheitsbranche erhoffe sich einen Durchbruch bei der Krebsforschung und nutze KI bei der Entwicklung neuer Medikamente. Außerdem werde KI zur Überwachung von Umweltschäden, zur Analyse von Klimadaten und zur Verbesserung der Energieeffizienz eingesetzt.  Die Wirtschaftsredakteure berichten in dem Beitrag, dass KI auch dazu beitragen kann, die Klimaziele rechtzeitig zu erreichen. Künftig könnten durch KI auch die Bildungssysteme transformiert werden, etwa durch personalisiertes Lernen. Durch Fortschritte in der Robotik könnten immer selbstständigere Roboter entwickelt werden, die dann in der Gesundheitsversorgung, in der Landwirtschaft oder in der Weltraumforschung eingesetzt werden könnten. Die Einsatzmöglichkeiten seien also extrem breit gestreut.

Welche Vorteile und Risiken birgt KI für die Menschheit?

Trotz der Begeisterung und der vielen Möglichkeiten, die KI der Menschheit schon heute bietet, wirft der Einsatz der neuen Technologie auch Fragen auf. Wie steht es um die Datensicherheit? Was ist mit dem Missbrauch von Urheberrechten oder dem Datenschutz? Auf welche Daten kann und darf KI zurückgreifen? Wer trägt letztlich die Verantwortung für die Ergebnisse? Kein Wunder also, dass über KI kontrovers diskutiert wird: Die einen begrüßen die neue Technologie, die nicht nur Forschern, Händlern und Herstellern ungeahnte Möglichkeiten und Chancen bietet, sondern das Leben der Menschen insgesamt vereinfachen könnte. Die anderen sehen in ihr vor allem die Risiken und eine Konkurrenz zur menschlichen Intelligenz.

Das Europäische Parlament hat auf die Problematik bereits reagiert und verabschiedete im Juni 2023 das weltweit erste umfassende Regelwerk, um möglichen KI-Risiken zu begegnen. Das Ziel des sogenannten EU AI Acts ist es, eine auf den Menschen ausgerichtete und vertrauenswürdige KI in Europa zu fördern, während gleichzeitig ein hohes Schutzniveau für Gesundheit, Sicherheit und Grundrechte der Bürger gewährleistet wird. Das Gesetz soll Innovation und Investitionen fördern, aber den Einsatz von KI so regulieren, dass die Grundrechte der Menschen geschützt bleiben.2 Während zumindest in der Europäischen Union die Politik aktiv wird, geht die kontroverse Diskussion über Chancen und Risiken der KI in Wissenschaft, Politik und Ethikrat weiter.

Warum ist KI dennoch eine Chance für die Wirtschaft?

In sämtlichen Wirtschaftsbereichen kann der Einsatz von KI helfen, die Produktionsleistung und -qualität zu steigern, die Vertriebswege zu optimieren, den Kundenservice zu verbessern oder Energie zu sparen. Diverse Prozesse werden dadurch effizienter und kostengünstiger. Außerdem kann KI helfen, verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen: Gefährliche Arbeitsschritte könnten beispielsweise Roboter übernehmen, wiederkehrende Routinearbeiten an die KI abgegeben werden, damit die Menschen mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben haben. Unternehmen, die KI nicht oder zu spät einsetzen, gehen das Risiko ein, den Anschluss zu verpassen und im schlimmsten Fall sogar ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Kann KI einen Fondsmanager ersetzen?

Kaum eine Branche hat so viel mit Zahlen zu tun wie das Finanzwesen. Weil KI praktisch in Echtzeit ungeheure Datenmengen verarbeiten und darin Muster, Trends und sogar Risiken erkennen kann, nutzen auch die Fondsmanager von Union Investment die Vorteile dieser Technologie. Sie hilft dabei, bessere und umfangreiche Analysen durchzuführen und Basisinformationen zu sammeln. KI kann beispielsweise Berichte erstellen, Finanzkennzahlen berechnen und Simulationen durchführen. Doch das allein reicht nicht aus, um aussichtsreiche Investments ausfindig zu machen. Denn dafür müssen auch die Geschäftsmodelle der Unternehmen bewertet und verstanden werden. An dieser Stelle soll der wohl erfolgreichste Aktionär der Geschichte zu Wort kommen, Warren Buffett: „Investiere niemals in Geschäftsmodelle, die du nicht verstehst.“ Und genau das ist der gravierende Unterschied zwischen KI und Mensch: KI kann Geschäftsmodelle nicht logisch durchdringen – ein geschulter und erfahrener Fondsmanager kann das aber sehr wohl. Denn KI kann die menschliche Intuition nicht nachahmen. Und die ist wichtig, wenn sich anhand der Zahlen selbst kaum sichtbare Auffälligkeiten zeigen, die Stimmung am Markt aber bereits am Kippen ist. Übrigens: KI selbst ist der Meinung, dass sie Fondsmanagern helfen, sie aber nicht ersetzen kann:

Infografik zeigt Frage-Antwort zu KI-Grenzen im Fondsmanagement. Erklärt, warum KI Fondsmanager nicht vollständig ersetzen kann.

Wie können Anleger an dem KI-Boom teilhaben?

Erfahrene Investoren setzen auf eine breite Streuung und legen ihr Geld in viele verschiedene Wertpapiere an. Dabei kommen auch zunehmend KI-Titel infrage, die weltweit gesehen einen erheblichen Teil des Börsenindex MSCI World ausmachen. Dabei wird es allerdings nicht nur Gewinner geben. Es gibt einen hohen Investitionsbedarf, nicht bei jedem KI-Unternehmen entwickeln sich die Margen wie erhofft, und der Wettbewerb ist enorm. Für eine gezielte Vermögensoptimierung sind daher eine faktenbasierte, detaillierte Recherche und Analyse unerlässlich. Anleger, die keine Zeit für die eingehende Auswertung von Geschäftsberichten und Quartalszahlen haben und nicht geschult sind, solch umfangreiche Unternehmensanalysen durchzuführen, können auch ohne Fachwissen in KI investieren: Die Fondsmanager von Union Investment verfügen beispielsweise über die Marktexpertise und Erfahrung, um entsprechende KI-Werte für die Anleger ausfindig zu machen. In einem persönlichen Gespräch bei der Hausbank können Interessierte mehr über passende Investmentfonds erfahren und sich näher über KI-Anlagemöglichkeiten informieren.

KI – Von den Anfängen bis heute

Schon um 1950 hegten Forscher den Wunsch, denkende Maschinen nach menschlichem Vorbild zu bauen. Doch die Wissenschaftler kamen mit den damaligen Mitteln wie Röhren und Kupplungen nicht recht voran, um das menschliche Gehirn zu imitieren. Die Investoren zogen ihr Geld ab, und die Forschung schlief bis Mitte der 1960er-Jahre ein. Dann nahm die Wissenschaft rund um die KI wieder Fahrt auf, und die ersten Erfolge konnten vermeldet werden:

• 1966 wurde vom deutsch-amerikanischen Informatiker Joseph Weizmann der erste Chatbot programmiert: ELIZA. Er konnte die Illusion eines menschlichen Gesprächspartners erzeugen.

• 1972 entwickelte Ted Shortliffe das erste Expertensystem. Es wurde mit medizinischen Regeln, Formeln und Wissen gefüttert und unterstützte Mediziner bei der Diagnose und Therapie von Patienten.

• 1986 bekam ein Computer erstmals eine Stimme. „Nettalk“ konnte Wörter lesen, exakt aussprechen und das Gelernte auch auf ihm unbekannte Wörter anwenden. Hier handelt es sich um ein frühes Modell der neuralen Netze, das eigene Schlüsse ziehen kann.

• 1997 besiegte der Schachcomputer „Deep Blue“ erstmals den amtierenden Schachweltmeister.

• 2011 gewann Watson, ein IBM-Computer, eine US-Quizshow. Er konnte die menschliche Sprache verstehen und schnell schwierige Fragen beantworten. Sein Wissen bezog er damals aus rund 200 Millionen Seiten Lexika, Wikipedia und Sachbüchern. Watson bestand aus insgesamt 13 Terabyte Daten.

• 2011 erreichte KI den Alltag. Die Technologiesprünge in puncto Soft- und Hardware machten den Zugriff auf künstliche Intelligenz für jeden möglich: Leistungsstarke Prozessoren und Grafikkarten in Computern, Tablets und Smartphones sorgten dafür, dass nicht nur Wissenschaftler auf KI-Programme zugreifen konnten. Allen voran zogen die Sprachassistenten Siri (2011) oder Alexa (2015) in die Privathaushalte ein. Neue Algorithmen, größere Rechenleistungen und die Verfügbarkeit riesiger Datenmengen führten in den letzten Jahren dazu, dass eine KI-Innovation nach der anderen entwickelt wurde.

• 2022 wurde die erste offizielle Version von ChatGPT als Chatbot von der Firma OpenAI für die breite Masse veröffentlicht. Daraus resultierte die Möglichkeit, für alle Menschen mit Internetzugang kostenfrei mit einem leistungsstarken KI-Dialogsystem zu kommunizieren.

• 2024 verabschiedete die Europäische Union den AI Act als erstes umfassendes KI-Gesetz, welches vertrauenswürdige KI fördern soll, indem es einen sektorenübergreifenden Rechtsrahmen bietet.

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