Berlin/Davos (19.1.26) – Milliardär*innen besitzen so viel wie nie zuvor. Im letzten Jahr ist ihr Vermögen um weitere 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen – dieser Anstieg entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung, heißt es im Bericht zur sozialen Ungleichheit 2026, den die Menschenrechtsorganisation zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgelegt hat. Der neue Ungleichheits-Bericht zeige: Die Macht der Superreichen gefährdet die Demokratie. Wir müssen ihren extremen Reichtum angemessen besteuern, in soziale Gerechtigkeit investieren und Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder erhöhen.
Die Wirtschaftsmacht der Superreichen schlägt sich immer deutlicher in politischer Macht nieder und höhlt die Demokratie immer weiter aus. Das sehen wir zum Beispiel in den USA, wo der Milliardär Donald Trump mit seiner reichenfreundlichen Agenda die Ungleichheit immer weiter anfacht, mit weltweiten Folgen.
Charlotte Becker, Vorständin von Oxfam Deutschland

Die Zunahme der Milliardär*innen-Vermögen basiert auf der Wachstumsrate der Milliardär*innen-Vermögen im Jahr 2025. Die Preise in den roten Kacheln sind Richtwerte und die Artikel möglicherweise nicht zum Kauf verfügbar. Die Daten zu den Auswirkungen höherer Staatseinnahmen auf den Zugang zu Wasser, Bildung, Strom und zusätzlichen Pflegekräften und Lehrkräften in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen wurden freundlicherweise von Dr. Bernadette O’Hare, Dr. Stuart Murray und Professor Stephen Hall unter Verwendung von Daten aus dem Projekt „Government Revenue and Development Estimations” (GRADE) der University of St Andrews und der University of Leicester zur Verfügung gestellt. https://medicine.st-andrews.ac.uk/grade/model/. Weitere Informationen darüber, wie die Zahlen hinter dieser Vermögens-Uhr der Milliardär*innen berechnet wurden, finden Sie hier https://open.substack.com/pub/equals/p/the-numbers-behind-oxfams-billionaire
Während die Ungleichheit in vielen Regionen wächst und eine privilegierte Minderheit immer reicher wird, sind Milliarden von Menschen mit Armut und Hunger konfrontiert:
Frauen sind überproportional stark von Armut betroffen, auch weil sie einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit leisten und deshalb eine geringere soziale Absicherung haben.
Auch in Deutschland wächst der Superreichtum:
Die Median-Gehälter von CEOs in Deutschland sind zwischen 2019 und 2024 30-mal so stark gestiegen wie die Reallöhne von Beschäftigten. Gleichzeitig lebt etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland in Armut.
Und wer arm ist, bleibt arm; wer reich ist, bleibt reich: Generell ist die Chance auf sozialen Aufstieg in Deutschland geringer geworden.
Der Ungleichheits-Bericht zeigt, wie sich Superreiche mit ihren beispiellosen Ressourcen politische Macht sichern und die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen, um die Regeln von Wirtschaft und Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil zu gestalten. Sie nehmen finanziell Einfluss auf Politik, Eigentum und Kontrolle von Medien und verschaffen sich direkten Zugang zu politischen Ämtern.
Viele Menschen erleben zunehmende Unsicherheit und Armut. Eine Politik auf Kosten der Mehrheit führt daher dazu, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in demokratische Institutionen verlieren. Das spielt antidemokratischen, rechtsextremen Parteien in die Hände, die vielerorts an Unterstützung und Macht gewinnen und die Zerstörung der Demokratie vorantreiben.
Während Durchschnittsverdienende ordentlich Steuern und Abgaben zahlen, tragen Milliardär*innen oft zu wenig zum Gemeinwohl bei. Das ist Gift für die Demokratie.
Manuel Schmitt, Oxfam-Referent für soziale Ungleichheit

Regierungen müssen dafür sorgen, dass Superreiche einen angemessenen Beitrag zum Gemeinwohl leisten und dass ihre Macht sowie der Einfluss von Konzernen beschränkt werden. Gleichzeitig müssen Regierungen in allgemein zugängliche, geschlechtergerechte und inklusive Bildungs-, Gesundheits- und soziale Sicherungssysteme sowie einen sozial gerechten Klimaschutz investieren.