KfW-ifo-Mittelstandsbarometer:

Mittelständisches Geschäftsklima steigt – Zum dritten Mal in Folge

München/Frankfurt/Main (10.5.24) – Die Stimmung unter den Mittelständlern in Deutschland hellt zu Beginn des Frühlings weiter spürbar auf. Im April zieht das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen zum dritten Mal in Folge an und notiert nun bei -11,3 Saldenpunkten [SDV1] – ein Plus von 5,2 Zählern gegenüber dem Vormonat. Beide Klimakomponenten verbessern sich, besonders deutlich lässt allerdings der Pessimismus mit Blick auf die nähere Zukunft nach: Die Geschäftserwartungen legen um beachtliche 7,1 Zähler auf – 11,8 Saldenpunkte zu. Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage steigen um 3,2 Zähler auf – 11,2 Saldenpunkte.

Die Stimmungsaufhellung in der mittelständischen Wirtschaft erstreckt sich über fast alle Hauptwirtschaftsbereiche. Besonders deutlich geht das Geschäftsklima im mittelständischen Bauhauptgewerbe (+ 5,9 Zähler auf – 24,0 Saldenpunkte) nach oben. Moderate Verbesserungen melden der Einzelhandel (+ 1,3 Zähler auf – 8,8 Saldenpunkte) und das Verarbeitende Gewerbe (+ 1,3 Zähler auf – 22,2 Saldenpunkte). Nach einem sehr deutlichen Anstieg im Vormonat, fällt im April lediglich die Stimmung bei den kleinen und mittleren Großhandelsunternehmen wieder etwas ab, sodass sie die rote Laterne übernehmen (- 2,8 Zähler auf – 31,5 Saldenpunkte).

Ebenso wie die Mittelständler fassen auch die Großunternehmen mehr Zuversicht: Ihr Geschäftsklima zieht um 2,3 Zähler auf – 17,3 Saldenpunkte an, bleibt damit aber weiter hinter demjenigen im Mittelstand zurück. Die Klimaverbesserung unter den Großunternehmen steht außerdem auf einer eher schmalen Basis, denn den Anstiegen in zwei Hauptwirtschaftsbereichen (Dienstleistungen, Großhandel) stehen – allerdings nur geringe – Rückgänge in drei Hauptwirtschaftsbereichen (Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Einzelhandel) gegenüber.

„Das Geschäftsklima der mittelständischen Unternehmen steigt zum dritten Mal in Folge, womit gemäß Daumenregel der Stimmungsumschwung hin zum Besseren zumindest in diesem Segment der Wirtschaft vollzogen ist“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Insgesamt sei die konjunkturelle Durststrecke wohl weitgehend durchschritten.

„Großunternehmen und Mittelständler blicken inzwischen wieder zuversichtlicher in die nähere Zukunft als dies noch zu Beginn des Jahres der Fall war. Die Niveaus der Stimmungsindikatoren sind gemessen am langfristigen Standard zwar noch trübe, aber die Richtung stimmt. Auch harte Konjunkturdaten wie die Produktion und der Großhandelsumsatz stützen den positiven Trend und Destatis meldete Ende April in seiner Erstschätzung entgegen der ursprünglich befürchteten erneuten Schrumpfung sogar einen realen Anstieg des BIP im ersten Quartal. Ich sehe mich in meiner Erwartung bestärkt, dass wir 2024 die Rückkehr zu einem moderaten Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr sehen werden, das sich dann 2025 spürbar beschleunigen wird.“