Deutsche Bank:

2023 Vorsteuergewinn

stagniert bei 5,7 Milliarden Euro

Frankfurt/Main (1.2.24) – Die Deutsche Bank (XETRA: DBGn.DB / NYSE: DB) hat für das Jahr 2023 einen Vorsteuergewinn von 5,7 Mrd. Euro erzielt, ein Plus von 2% gegenüber dem Vorjahr. Die Erträge stiegen um 6% auf 28,9 Mrd. Euro, bereinigt um Sondereffekte¹ legten sie um 8% zu. Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen um 6% auf 21,7 Mrd. Euro. Der Anstieg ging vor allem auf höhere nicht-operative Kosten¹ zurück: Sie betrugen 1,1 Mrd. Euro, nach 474 Mio. Euro im Jahr 2022. Die bereinigten Kosten, die keine nicht-operativen Positionen enthalten, stiegen um 3% auf 20,6 Mrd. Euro, da den Einsparungen aus den Effizienzmaßnahmen höhere Investitionen gegenüberstanden. Die Aufwand-Ertrag-Relation blieb 2023 mit 75% im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Unser Jahresergebnis unterstreicht die Stärke unserer Strategie als Globale Hausbank, mit der wir unsere Kunden auch in einem unsicheren Umfeld unterstützen. Wir haben den höchsten Vorsteuergewinn seit 16 Jahren erzielt, sind stärker als geplant gewachsen und haben trotz wichtiger Investitionen unseren Fokus auf Kostendisziplin beibehalten. Gleichzeitig bilden wir in erheblichem Maße organisch Kapital – das versetzt uns in die Lage, die Kapitalausschüttungen an unsere Aktionäre zu beschleunigen. All das stimmt uns sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für das Jahr 2025 erreichen werden.

Vorstandsvorsitzender Christian Sewing

Höhere Ausschüttungen an die Aktionäre

Die Deutsche Bank plant, im Jahr 2024 sowohl die Dividende als auch die Aktienrückkäufe um mindestens 50% im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen. Die Bank hat die aufsichtsrechtliche Genehmigung für einen weiteren Aktienrückkauf von 675 Mio. Euro erhalten, den sie im ersten Halbjahr 2024 abschließen möchte. Im Jahr 2023 hatte sie ein Aktienrückkaufprogramm von 450 Mio. Euro abgeschlossen. Die Bank schlägt der im Mai 2024 stattfindenden Hauptversammlung vor, für das Jahr 2023 eine Dividende von 900 Mio. Euro oder 0,45 Euro je Aktie zu zahlen. Für das Jahr 2022 hatte sie eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie ausgeschüttet. Dank des im Oktober 2023 um 3 Mrd. Euro angehobenen Kapitalausblicks ist die Bank gut positioniert, ihr Ziel einer Ausschüttung von 8 Mrd. Euro für die Jahre 2021 bis 2025 zu übertreffen – diese gelangt in den Jahren 2022 bis 2026 zur Auszahlung. Die Bank strebt für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie an, abhängig von der Erreichung der Finanzziele und entsprechend einer Ausschüttungsquote von 50%.

„In wichtigen Bereichen haben wir einen Wendepunkt erreicht. Wir haben Wachstum erzielt, unsere Kapitalbasis weiter gestärkt und gleichzeitig eine doppelte Belastung aus weiteren Investitionen und höheren regulatorischen Kapitalanforderungen verkraftet. Da wir diese Belastungen nun zunehmend hinter uns lassen, sind wir gut positioniert, um auf dem Weg zu unseren Zielen für 2025 noch schnellere Fortschritte zu machen“, sagte Finanzvorstand James von Moltke.

Beschleunigte Umsetzung der „Globale Hausbank“-Strategie ebnet Weg zu den Zielen für 2025

Die Deutsche Bank hat im Jahr 2023 die Umsetzung ihrer „Globale Hausbank“-Strategie beschleunigt und in allen Bereichen weitere Fortschritte gemacht:

  • Ertragssteigerung: Die Bank hat ihr Ziel für das durchschnittliche jährliche Wachstum im Zeitraum von 2021 bis 2025 von 3,5% bis 4,5% auf 5,5% bis 6,5% angehoben, nachdem sie das ursprüngliche Ziel sowohl 2022 als auch 2023 deutlich übertroffen hatte. Die Bank strebt für das Jahr 2025 Erträge von rund 32 Mrd. Euro an. Dafür hat sie Investitionen getätigt, um das Wachstum in kapitaleffizienten Geschäftsbereichen voranzutreiben, insbesondere in der Unternehmensbank, dem Emissions- und Beratungsgeschäft sowie dem Geschäft mit Vermögenskunden. In diesen Geschäftsbereichen hat sie zusätzliche Kundenbetreuer eingestellt. Zudem hat die Bank die Übernahme des Corporate Brokers und Beratungshauses Numis abgeschlossen, was nach Auffassung der Bank ihre Strategie in Großbritannien voranbringen wird. Das verwaltete Vermögen wuchs im Jahr 2023 um 115 Mrd. Euro. Dies dürfte das Ertragswachstum in der Privatkundenbank und der Vermögensverwaltung in den kommenden Quartalen unterstützen.
  • Operative Effizienz: Die Bank hat im Jahr 2023 weitere Fortschritte auf dem Weg gemacht, bis 2025 Einsparungen aus ihrem operativen Effizienzprogramm von 2,5 Mrd. Euro zu erzielen. Zum Jahresende 2023 beliefen sich die erreichten und erwarteten Einsparungen aus abgeschlossenen Effizienzmaßnahmen auf insgesamt 1,3 Mrd. Euro. Bereits realisiert wurden rund 900 Mio. Euro an Einsparungen, wovon rund 350 Mio. Euro auf das Jahr 2023 entfielen. Die Bank geht davon aus, dass weitere Einsparungen in Höhe von 1,6 Mrd. Euro aus dem Programm erzielt werden. Zu den Maßnahmen des Programms gehören Einsparungen in der Infrastruktur und der IT, einschließlich der Abschaltung von Systemen und der Verbesserung von Betriebsabläufen. Weitere Maßnahmen sind die Straffung des Vertriebsnetzes in Deutschland und die Vereinfachung und Automatisierung von internen Prozessen. Die Bank rechnet damit, dass sich der weitaus größte Teil dieser Maßnahmen bereits 2025 in den laufenden bereinigten Kosten widerspiegeln wird. Dabei wird erwartet, dass die Maßnahmen mit einem Abbau von rund 3.500 Stellen einhergehen, vor allem in kundenfernen Bereichen. Die Bank hat das Ziel, die bereinigten Kosten je Quartal bei 5 Mrd. Euro zu halten, und strebt für das Jahr 2025 Gesamtkosten von rund 20 Mrd. Euro an.
  • Kapitaleffizienz: Die Bank hat bis Ende vergangenen Jahres die risikogewichteten Aktiva (RWA) um 13 Mrd. Euro verringert und damit etwa die Hälfte ihres Ziels erreicht, die RWA bis 2025 um 25 Mrd. Euro bis 30 Mrd. Euro zu reduzieren. Im vierten Quartal wurden 3 Milliarden Euro an RWA abgebaut, vornehmlich über Verbriefungstransaktionen. Dank dieser Maßnahmen und einer starken organischen Kapitalbildung konnte die Bank ihre harte Kernkapitalquote zum Jahresende 2023 auf 13,7% erhöhen, nach 13,4% Ende 2022. Die Bank hat heute angekündigt, im ersten Halbjahr 2024 Kapital in Höhe von 1,6 Mrd. Euro an die Aktionäre auszuschütten. Die Bank geht davon aus, mit den Auszahlungen zwischen 2022 und 2026 ihr Ziel einer Ausschüttung von 8 Mrd. Euro an die Aktionäre zu übertreffen. Dabei strebt die Bank für das Geschäftsjahr 2025 an, eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorzuschlagen, abhängig von der Erreichung der Finanzziele und entsprechend einer Ausschüttungsquote von 50%.

Gewinnentwicklung im Jahr 2023 spiegelt Sondereffekte und Umsetzung der Strategie wider

Der Gewinn nach Steuern sank 2023 gegenüber dem Vorjahr um 14% auf4,9 Mrd. Euro, was auf einen um 851 Mio. Euro höheren Ertragssteueraufwand zurückzuführen ist. Im abgelaufenen Jahr ergaben sich positive Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen in Höhe von 1,0 Mrd. Euro, vor allem infolge der anhaltend guten Geschäftsentwicklung in Großbritannien. Zum Jahresende 2022 hatte es wegen der guten Geschäftsentwicklung in den USA ebenfalls eine positive Bewertungsanpassung bei latenten Steueransprüchen gegeben, die mit 1,4 Mrd. Euro noch höher ausgefallen war. Außerdem hatte sich 2022 die geografische Verteilung der Erträge günstig ausgewirkt.

Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ betrug 7,4%, verglichen mit 9,4% im Jahr 2022. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE)¹ lag bei 6,7%, im Vorjahr belief sich diese auf 8,4%. Die Entwicklung bei beiden Quoten spiegelt wider, dass das Eigenkapital infolge der organischen Kapitalbildung gegenüber 2022 ebenso gestiegen ist wie der Steueraufwand.

Im vierten Quartal sank der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10% auf 698 Mio. Euro. Dies liegt im Wesentlichen an den nicht-operativen Kosten im Zusammenhang mit der Umsetzung der Strategie. Die Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert stiegen von 68 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 233 Mio. Euro, wobei der volle Betrag im Zusammenhang mit der Akquisition von Numis stand. Zudem war im Vorjahresquartal ein Gewinn von 305 Mio. Euro aus dem Verkauf des Finanzvertriebs in Italien angefallen.

Der Nachsteuergewinn im vierten Quartal lag bei 1,4 Mrd. Euro, ein Rückgang von 28% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies spiegelt vor allem die bereits erwähnten Effekte sowie niedrigere Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen wider. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ lag im vierten Quartal bei 8,8%, die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE)¹ bei 7,9%.

Ziele für jährliches durchschnittliches Ertragswachstum bis 2025 nach guter Entwicklung angehoben

Die Erträge des Konzerns stiegen im Gesamtjahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 6% auf 28,9 Mrd. Euro, bereinigt um Sondereffekte legten sie um 8% zu. Hierunter fallen in der Privatkundenbank positive Effekte im Vorjahr, die sich nicht wiederholten: ein Gewinn von 305 Mio. Euro aus dem Verkauf des Finanzvertriebs in Italien sowie 125 Mio. Euro im Zusammenhang mit Abwicklungsaktivitäten bei Sal. Oppenheim. Hinzu kam in der Investmentbank 2023 ein negativer Effekt von 47 Mio. Euro aus Bewertungsanpassungen auf eigene Verbindlichkeiten (DVA), während im Vorjahr hier ein positiver Effekt von 49 Mio. Euro verzeichnet wurde. Seit 2021 sind die Erträge jährlich im Schnitt um 6,6% gewachsen. Sie lagen damit deutlich über der ursprünglichen Zielspanne der Bank von 3,5% bis 4,5% für die Jahre 2021 bis 2025. Im vierten Quartal legten die Erträge um 5% auf 6,7 Mrd. Euro zu. Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten – hauptsächlich der Veräußerungsgewinn im Vorjahresquartal – stiegen die Erträge um 10%.

  • In der Unternehmensbank wuchsen die Erträge im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22% auf 7,7 Mrd. Euro, getragen von einem höheren Zinsüberschuss und anhaltender Preisdisziplin. Dabei verzeichneten alle Geschäftsfelder ein prozentual zweistelliges Wachstum. Im Bereich Corporate Treasury Services stiegen die Erträge um 14% auf 4,4 Mrd. Euro, im Geschäft mit institutionellen Kunden (Institutional Client Services) um 20% auf 1,9 Mrd. Euro. Die Erträge bei den Geschäftskunden (Business Banking) legten um 55% auf 1,4 Mrd. Euro zu. Im vierten Quartal stiegen die Erträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9% auf 1,9 Mrd. Euro, wie im Gesamtjahr getragen von einem höheren Zinsüberschuss und anhaltender Preisdisziplin, aber auch von einer robusten Einlagenbasis und einem höheren Provisionsüberschuss. Im Bereich Corporate Treasury Services nahmen die Erträge um 2% auf 1,1 Mrd. Euro zu, im Geschäft mit institutionellen Kunden um 12% auf 495 Mio. Euro und bei den Geschäftskunden um 25% auf 364 Mio. Euro.
  • In der Investmentbank sanken die Erträge gegenüber dem Vorjahr um 9% auf 9,2 Mrd. Euro. Klammert man die Effekte aus Bewertungsanpassungen für das eigene Kreditrisiko (DVA) aus, betrug das Minus 8%. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) gingen die Erträge im Vergleich zum außergewöhnlich starken Vorjahr um 11% auf 8,0 Mrd. Euro zurück. Dabei waren die Erträge im Handel mit Zinsprodukten, im Währungshandel und im Geschäft mit Schwellenländern im Vergleich zum sehr starken Vorjahr deutlich niedriger, was auf geringere Volatilität und Marktaktivität zurückging. Ausgeglichen wurden diese Rückgänge zum Teil von einem starken Wachstum im Kredithandel. Im Emissions- und Beratungsgeschäft stiegen die Erträge im Vergleich zum Vorjahr um 25% auf 1,2 Mrd. Euro. Diese Entwicklung wurde hauptsächlich durch das Anleiheemissionsgeschäft getragen. Ein Grund dafür war, dass im Bereich Leveraged Debt Capital Markets (LDCM) anders als im Vorjahr keine Marktwertverluste anfielen. Das Ertragsplus im Emissionsgeschäft glich einen Ertragsrückgang von 38% im Beratungsgeschäft infolge branchenweit schwacher Aktivität mehr als aus. (Quelle: Dealogic). Im vierten Quartal legten die Erträge um 10% zu. Die Erträge im FIC-Bereich stiegen im Vergleich zum starken Vorjahresquartal um 1% auf 1,5 Mrd. Euro. Im Kredithandel waren die Erträge deutlich höher, getragen vom Geschäft mit ausfallgefährdeten Krediten und einem verbesserten Flow-Geschäft. Höhere Kundenaktivität in Asien sorgte zudem für starkes Wachstum im Geschäft mit Schwellenländern. Dem standen geringere Erträge im Zins- und Währungshandel gegenüber. Im Emissions- und Beratungsgeschäft legten die Erträge um 56% auf 305 Mio. Euro zu. Letzteres war hauptsächlich zurückzuführen auf den Bereich LDCM, der im Vorjahresquartal einen Verlust aus einem Absicherungsgeschäft verzeichnete, der sich im Berichtsquartal nicht wiederholte. Zudem profitierte der Bereich von einer Teilerholung des branchenweiten Gebührenaufkommens (Quelle: Dealogic).
  • In der Privatkundenbank stiegen die Erträge gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 9,6 Mrd. Euro. Bereinigt um die erwähnten Sondereffekte, die in der Internationalen Privatkundenbank verbucht wurden, stiegen sie um 10%. Bei Einlagenprodukten wuchsen die Erträge dank verbesserter Zinsmargen. Diese glichen den niedrigeren Provisionsüberschuss mehr als aus, der auf vertragliche und regulatorische Änderungen zurückzuführen ist. Zudem entfielen die im Vorjahr erzielten Erträge aus dem Verkauf des Finanzvertriebs in Italien. In der Privatkundenbank Deutschland legten die Erträge im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 6,1 Mrd. Euro zu, in der Internationalen Privatkundenbank sanken sie um 8%; bereinigt um Sondereffekte stiegen sie hier hingegen um 3%. Das verwaltete Vermögen der Privatkundenbank stieg im Geschäftsjahr um 40 Mrd. Euro auf 559 Mrd. Euro. Dazu trugen Nettomittelzuflüsse von 29 Mrd. Euro wesentlich bei. Im vierten Quartal sanken die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 4% auf 2,4 Mrd. Euro. Bereinigt um Sondereffekte stiegen sie um 9%. In der Privatkundenbank Deutschland wuchsen die Erträge in diesem Zeitraum um 10% auf 1,5 Mrd. Euro, während sie in der Internationalen Privatkundenbank um 21% auf 907 Mio. Euro zurückgingen; bereinigt um Sondereffekte steht hier ein Anstieg um 8%. Das verwaltete Vermögen wuchs im vierten Quartal um 12 Mrd. Euro, hauptsächlich getragen durch Nettomittelzuflüsse von 7 Mrd. Euro. Es war das 16. Quartal mit Nettomittelzuflüssen in Folge und spiegelte hauptsächlich die erfolgreichen Kampagnen im Einlagengeschäft wider.
  • In der Vermögensverwaltung reduzierten sich die Erträge im Vergleich zum Vorjahr um 9% auf 2,4 Mrd. Euro. Grund hierfür war ein Rückgang der Verwaltungsgebühren von 6%, der ein leichtes Plus bei den erfolgsabhängigen Gebühren mehr als aufzehrte. Das verwaltete Vermögen stieg um 75 Mrd. Euro auf 896 Mrd. Euro. Davon entfielen 28 Mrd. Euro auf Nettomittelzuflüsse, vor allem bei passiven Anlageprodukten und bei Geldmarkt- und Mischfonds. Dazu gehörten Zuflüsse von 5 Mrd. Euro bei nachhaltigen Anlagen².
    Im vierten Quartal sanken die Erträge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5% auf 580 Mio. Euro. Die Verwaltungsgebühren sanken um 3%, vornehmlich weil die Gebühren bei alternativen Anlagen infolge von Mittelabflüssen und gesunkenen Immobilienbewertungen sanken. Auch die sonstigen Gebühren fielen wegen rückläufiger Anlageerträge und höheren Refinanzierungskosten niedriger aus. Dagegen wuchsen die Einnahmen aus erfolgsabhängigen Gebühren um 36 Prozent. Das verwaltete Vermögen legte um 37 Mrd. Euro zu. Die Nettozuflüsse summierten sich auf 11 Mrd. Euro, vor allem bei Geldmarktfonds und passiven Anlagenprodukten.

Zinsunabhängige Aufwendungen: Anhaltende Kostendisziplin bei fortgesetzten Investitionen

Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen 2023 gegenüber dem Vorjahr um 6% auf 21,7 Mrd. Euro. Dies ist im Wesentlichen auf Kosten im Zusammenhang mit der Umsetzung der „Globale Hausbank“-Strategie zurückzuführen, die einen Großteil des Anstiegs der nicht-operativen Kosten von 474 Mio. Euro auf 1,1 Mrd. Euro ausmachten. Im Wesentlichen war der Anstieg im Geschäftsjahr 2023 zurückzuführen auf Kosten für Restrukturierung und Abfindungen in Höhe von 566 Mio. Euro, während im Vorjahr eine Auflösung von 8 Mio. Euro verzeichnet wurde. Hinzu kamen Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 233 Mio. Euro (Vorjahr: 68 Mio. Euro), getrieben durch eine Wertminderung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Numis. Die bereinigten Kosten, die die vorgenannten Positionen nicht enthalten, erhöhten sich um 3% auf 20,6 Mrd. Euro. Investitionen in Effizienzmaßnahmen, Kontrollen und Geschäftswachstum wurden zum Teil durch die erwähnten Einsparungen aus dem Effizienzprogramm ausgeglichen.

Im vierten Quartal erhöhten sich die zinsunabhängigen Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5% auf 5,5 Mrd. Euro. Hier schlugen sich die erwähnten Kosten für Restrukturierung und Abfindungen sowie die Wertminderung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Numis nieder. Dem gegenüber stand die Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Die bereinigten Kosten stiegen um 9% auf 5,3 Mrd. Euro. Ein Grund hierfür waren einige außerordentliche Aufwendungen, die sich voraussichtlich nicht wiederholen werden.

Die Zahl der Mitarbeitenden stieg im vierten Quartal 2023 um 871 Vollzeitstellen und lag damit zum Jahresende bei 90.130 (in Vollzeitstellen gerechnet). Dieser Anstieg beinhaltete 292 Vollzeitstellen bei Numis und 310 Vollzeitstellen im Zusammenhang mit der Eingliederung externer Mitarbeitenden. Zusammen mit weiteren Einstellungen kamen im Quartal damit mehr Mitarbeitende neu hinzu als im gleichen Zeitraum ausschieden.

Risikovorsorge bleibt begrenzt

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg im Jahr 2023 von 1,2 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1,5 Mrd. Euro. Damit entsprach sie 31 Basispunkten des gesamten Kreditvolumens und lag damit leicht über der erwarteten Spanne von 25 bis 30 Basispunkten. Das spiegelt das weiterhin herausfordernde Zinsumfeld und schwierige makroökonomische Bedingungen wider, die sich in Teilen des Kreditbuchs negativ auswirken.

Im vierten Quartal stieg die Risikovorsorge im Vergleich zum Vorquartal von 245 Mio. Euro auf 488 Mio. Euro. Diese Entwicklung war zum Teil darauf zurückzuführen, dass das Vorquartal einen positiven Effekt aus der Anpassung von Risikomodellen enthalten hatte.

Die Risikovorsorge für Kredite, die weiterhin bedient wurden (Stufe 1 und 2) betrug im vierten Quartal 30 Mio. Euro. Im Vorquartal waren hier Rückstellungen in Höhe von 101 Mio. Euro aufgelöst worden, vor allem in Folge angepasster Risikomodelle. Die Risikovorsorge für leistungsgestörte Kredite (Stufe 3) stieg im Vergleich zum Vorquartal von 346 Mio. Euro auf 457 Mio. Euro. Dies lag vor allem an einer höheren Vorsorge in der Privatkundenbank und der Unternehmensbank, die zum Teil durch eine niedrigere Risikovorsorge in der Investmentbank ausgeglichen wurde. In der Privatkundenbank Deutschland war die Risikovorsorge für Kredite, die weiterhin bedient wurden (Stufe 2), weiterhin von den operativen Rückständen aus der Postbank-Integration belastet. Die entsprechende Risikovorsorge betrug rund 28 Mio. Euro und dürfte sich in den kommenden Quartalen teilweise wieder umkehren.

Starke Kapitalbildung ermöglicht Wachstum von 50% bei Ausschüttungen

Die harte Kernkapitalquote (CET1) der Bank lag zum Ende des Jahres bei 13,7%, nach 13,4% im Vorjahr. Die organische Kapitalbildung überstieg die Minderungen durch Dividenden und Aktienrückkäufe, negative Kapitaleffekte infolge regulatorischer Änderungen und Investitionen in Geschäftswachstum. Im Zuge der beschleunigten Umsetzung ihrer Strategie als „Globale Hausbank“ ergriff die Bank Maßnahmen zur Kapitaleffizienz – dadurch wurden die risikogewichteten Aktiva (RWA) im Jahr 2023 um 13 Mrd. Euro reduziert.

Im vierten Quartal sank die harte Kernkapitalquote leicht auf 13,7% von 13,9% im Vorquartal, da in diesem Zeitraum die erwähnten Belastungen aus Dividendenabgrenzung und Aktienrückkäufen sowie regulatorische Kapitalabzüge im Zusammenhang mit latenten Steueransprüchen die organische Kapitalbildung überstiegen. Im Laufe des vierten Quartals schloss die Bank wie geplant ihren Aktienrückkauf in Höhe von 450 Mio. Euro ab. Dadurch erhöhte sich die gesamte Ausschüttung an die Aktionäre durch Dividenden und Aktienrückkäufe im Jahr 2023 auf mehr als 1 Mrd. Euro, ein Plus von 50% gegenüber 2022. In den Jahren 2022 und 2023 zusammen wurden damit 1,8 Mrd. Euro ausgeschüttet.

Die Verschuldungsquote sank im vierten Quartal auf 4,5% von 4,7% im Vorquartal. Hauptgrund war ein leichter Anstieg der Verschuldungsposition, zum Teil auf Grund gestiegener Liquiditätsreserven im Zuge höherer Einlagen.

Liquiditäts- und Refinanzierungsstärke ungebrochen

Die Liquiditätsreserven lagen zum Ende des vierten Quartals 2023 bei 261 Mrd. Euro nach 245 Mrd. Euro im dritten Quartal. Diese Reserven beinhalten 219 Mrd. Euro an liquiden Vermögenswerten von hoher Qualität; ein Anstieg im Vergleich zu 210 Mrd. Euro zum Ende des dritten Quartals. Die Liquiditätsabdeckungsquote betrug 140% und übertraf damit die regulatorische Anforderung von 100%.
In absoluten Zahlen beträgt der Überschuss 62 Mrd. Euro. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio) lag mit 121% leicht über der Zielspanne der Bank von 115% bis 120%. Dies entspricht einem Puffer von 109 Mrd. Euro gegenüber den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Im Quartalsverlauf stiegen die Einlagen um 11 Mrd. Euro und lagen zum Jahresende bei 622 Mrd. Euro. Über das gesamte zweite Halbjahr wuchsen sie um 29 Mrd. Euro und lagen damit leicht über dem Niveau von Ende 2022.

Volumen an nachhaltigen Finanzierungen² erreicht binnen vier Jahren 279 Mrd. Euro

Die Bank (ohne DWS)² hat im vierten Quartal 2023 nachhaltige Finanzierungen und Anlagen (ESG) im Volumen von 14 Mrd. Euro ermöglicht; im Gesamtjahr summierte sich das Volumen auf

  • Die Unternehmensbank kam auf 3 Mrd. Euro an nachhaltigen Finanzierungen; damit erhöhte sich das kumulierte Volumen seit Anfang 2020 auf 53 Mrd. Euro.
  • In der Investmentbank betrug das Volumen an nachhaltigen Finanzierungen und Kapitalmarkt-Emissionen 8 Mrd. Euro. Damit betrug das Volumen seit Anfang 2020 kumuliert 167 Mrd. Euro.
  • In der Privatkundenbank lag das Volumen von ESG-Anlagen und -Neukrediten bei 3 Mrd. Euro. Damit betrug das kumulierte Volumen59 Mrd. Euro seit Anfang 2020.

Im vierten Quartal veröffentlichte die Deutsche Bank ihren ersten Übergangsplan (Transition Plan), der die bisherigen Fortschritte der Bank aufzeigt und erklärt, wie bis 2050 das Ziel von Netto-Null-Emissionen erreicht werden soll. Zudem hat die Bank einen Naturbeirat gegründet. Dieser soll sie dabei unterstützen, naturbezogene Risiken einzuschätzen und in diesem Zusammenhang neue Finanzprodukte zu identifizieren, die dem Verlust von Biodiversität entgegenwirken.

Die Deutsche Bank trat als erstes Finanzinstitut der Initiative #BackBlue bei, eine von den Vereinten Nationen (UN) unterstützte Finanzierungvereinbarung, die den Schutz der Weltmeere zum Ziel hat.

Auf der UN-Klimakonferenz (COP28) in Dubai war die Deutsche Bank Gastgeberin mehrerer Veranstaltungen, eine davon in Zusammenarbeit mit sechs deutschen Industrieunternehmen. Sie fungierte als Co-Leiterin einer Arbeitsgruppe zur Immobilienfinanzierung der Net Zero Banking Alliance (NZBA) Real Estate Working Group, die im Berichtsquartal ein Arbeitspapier zu Klimazielen in der Immobilienfinanzierung („Climate Target Setting for Real Estate Financing“) veröffentlichte.

Weitere Details zur Nachhaltigkeitsstrategie, zu Aktivitäten, Richtlinien und Verpflichtungen sind hier zu finden.

Konzernergebnisse im Überblick

Deutsche Bank erzielt 2023 Vorsteuergewinn von 5,7 Milliarden Euro und kündigt 1,6 Milliarden Euro an Ausschüttungen an Aktionäre an. Konzernergebnisse im Überblick.

¹Für die Beschreibung dieser und anderer nicht nach IFRS ermittelter Messgrößen siehe unten oder unter ‘Use of non-GAAP financial measures‘ auf den Seiten 15 bis 20 des Financial Data Supplements (FDS) zum vierten Quartal 2023.

²Die kumulierten ESG-Volumina umfassen nachhaltige Finanzierungen (Flow) und Investitionen (Stock) in der Unternehmensbank, Investmentbank und Privatkundenbank vom 1. Januar 2020 bis heute, wie auf dem Nachhaltigkeitstag (Sustainability Deep Dive) der Deutschen Bank vom 20. Mai 2021 dargelegt. Zu den einbezogenen Produkten gehören Kapitalmarktemissionen (nur unter Konsortialführung), nachhaltige Finanzierungen und verwaltetes Vermögen zum Periodenende. Die kumulierten Volumina und Ziele beinhalten nicht die verwalteten ESG-Vermögen innerhalb der DWS, die diese separat berichtet.

ESG-Klassifizierung

Wir haben unsere nachhaltigen Finanzierungs- und Anlageaktivitäten im „Rahmenwerk für nachhaltige Finanzierungen – Deutsche Bank Konzern“ definiert, das unter investor-relations.db.com abrufbar ist. Aufgrund der kumulativen Definition unseres Ziels werden die Volumina in den Fällen, in denen die Validierung gegen das Rahmenwerk nicht vor Ende des Berichtsquartals abgeschlossen werden kann, nach Abschluss dieser in den Folgequartalen offengelegt. In der Vermögensverwaltung führte die DWS im Jahr 2021 ihr ESG-Produktklassifizierungssystem („ESG-Rahmen“) ein, das die einschlägigen Rechtsvorschriften (einschließlich der Verordnung (EU) 2019/2088 – SFDR), Marktstandards und interne Entwicklungen berücksichtigt. Das ESG-Rahmenwerk wird im ‘Climate Report 2022“ näher beschrieben, der hier verfügbar ist. Im 4. Quartal 2023 gibt es keine Änderung des ESG-Rahmenwerks. Die DWS wird ihr ESG-Rahmenwerk in Übereinstimmung mit der sich entwickelnden Regulierung und Marktpraxis weiterentwickeln und verfeinern.