Deutsche Bank: Kapitalmarktausblick 2023 „verhalten optimistisch“

Frankfurt/Main (22.11.22) – Wie entwickelt sich die Wirtschaft im nächsten Jahr? Die Antwort auf diese einfach klingende Frage ist hochkompliziert. Dennoch wagen sich alljährlich um diese Jahreszeit Volkswirte auf dünnes Prognose-Eis und blicken nach vorn,  wohlwissend, daß sie Gefahr laufen, völlig schief zu liegen. Volkswirte der Deutschen Bank haben Ihre Vorhersage folgendermaßen zusammengefaß: Die Deutsche Bank blickt in ihrem Kapitalmarktausblick 2023, den sie heute in Frankfurt am Main vorgestellt hat, verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. Was das heißen könnte, listet die folgende Tabelle auf:


Die zu erwartende Rezession in den USA und Europa dürfte moderat ausfallen.
Die Inflation wird zwar unter anderem aufgrund der Energiepreise voraussichtlich
zunächst hoch bleiben; die Leitzinsen sollten jedoch im Sommer ihren Höchststand erreichen. Anleiherenditen in den USA dürften bereits im ersten Halbjahr ihren maximalen Wert erzielen. Die Deutsche Bank erwartet, dass der Renditeanstieg in der Eurozone in der zweiten Jahreshälfte ausläuft. Aktien bleiben aufgrund niedriger Bewertungen bei stabilen Unternehmensgewinnen eine interessante Anlageoption.

Russland-Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation. Selten zuvor gab es so viele
Risikofaktoren an den Märkten wie in den vergangenen Monaten. „Das Wachstum
der Weltwirtschaft wird sich vermutlich weiter abschwächen – nach gut 3 Prozent
in diesem Jahr auf etwas mehr als 2 Prozent im Jahr 2023“, sagt Marc
Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research. „Der konjunkturelle
Einbruch in der Eurozone dürfte nach derzeitigen Prognosen weniger stark
ausfallen als noch vor wenigen Monaten befürchtet, da das Risiko für
Gasrationierungen deutlich gesunken ist.“ Ein Grund dafür sei der bisher milde
Herbst, durch den sich der Beginn der Heizperiode nach hinten verschoben hat.

Moderate Rezession in den USA und der Eurozone

„Wir erwarten weder in den USA noch in Europa eine im historischen Vergleich
starke Rezession“, sagt Schattenberg. Es sollte keinen so starken Konjunktureinbruch geben wie während der Corona-Krise. Für die USA erwartet die Deutsche
Bank im kommenden Jahr ein Wachstum von 0,6 Prozent nach 2 Prozent im Jahr
2022. Die Eurozone dürfte mit einem Minus von bis zu einem Prozent
davonkommen, nach einem Wachstum von 3 Prozent im laufenden Jahr. Chinas
Wirtschaft könnte nach dem Volkskongress im März 2023 von einer zu
erwartenden allmählichen Lockerung der Null-COVID-Politik profitieren.