Siemens: Jubelstimmung in München,

gewürzt mit viel Eigenlob

München (17.11.22) – Nach Understatement klingt das weiß Gott nicht, was der Münchner High-Tech-Konzern Siemens heute verbreitete. Dafür eher nach Eigenlob. Beim Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr jubelte Siemens. In der am Morgen vorgelegten Pressemitteilung heißt es: Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 (30. September 2022) wieder eine hervorragende Leistung erzielt. Dank einer hohen Wachstumsdynamik verzeichneten alle vier industriellen Geschäfte zum Teil signifikante Steigerungen bei Auftragseingang und Umsatzerlösen. Trotz eines weiterhin komplexen makroökonomischen Umfelds, beeinflusst unter anderem durch die Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die hohe Inflation und die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, ist Siemens in allen Schlüsselmärkten erneut gewachsen.

Zudem konnten im Geschäftsjahr 2022 größere Unterbrechungen trotz Risiken in
der Lieferkette im Hinblick auf elektronische Bauteile, Rohstoffe und Logistik
vermieden werden.

Von der hervorragenden Leistung des Unternehmens sollen auch die Anteilseigner
profitieren. Aufsichtsrat und Vorstand schlagen vor, die Dividende von 4,00 Euro im
Vorjahr auf 4,25 Euro zu erhöhen. Dieser Vorschlag spiegelt die hervorragende
Leistung im Geschäftsjahr 2022 und das große Vertrauen in die zukünftige
Entwicklung des Unternehmens wider.

„Siemens hat im Geschäftsjahr 2022 mit einem Ergebnis auf Rekordwert von über
10 Milliarden Euro im Industriellen Geschäft erneut eine hervorragende Leistung
erzielt. Wir haben unsere Strategie erfolgreich umgesetzt, Marktanteile gewonnen
und wertsteigerndes Wachstum erzielt. Die hohe Nachfrage nach unseren
Hardware- und Software-Angeboten hält an, einschließlich eines höher als
erwarteten Umsatzwachstums im digitalen Geschäft. Unsere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter haben in einem extrem herausfordernden Jahr einen außerordentlichen
Beitrag geleistet“, sagte Roland Busch, Vorsitzender des Vorstands der Siemens
AG.

„Siemens ist ein beständig leistungsstarkes Unternehmen. Zusammen mit einem
neuen Höchstwert für das Ergebnis im Industriellen Geschäft erzielten wir einen
Free Cash Flow von 8,2 Milliarden Euro – erneut ein exzellentes Niveau für das
Geschäftsjahr 2022“, sagte Ralf P. Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG. „Von
unserer starken Leistung profitieren auch unsere Anteilseigner. Mit einem Anstieg
der Dividende auf 4,25 Euro und einer korrespondierenden Dividendenrendite von
4,2 Prozent sind wir weiterhin ein hochattraktives Investment. Dazu kommt unser
beschleunigter Aktienrückkauf und eine Reduzierung der sich im Umlauf
befindlichen Aktien.“

Umsatzprognose übertroffen – Herausragender Free Cash Flow

Siemens steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse auf
vergleichbarer Basis, also ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte, um
8,2 Prozent auf 72,0 Milliarden Euro (GJ 2021: 62,3 Milliarden Euro) und übertraf
damit die Prognose für das Umsatzerlöswachstum (6 Prozent bis 8 Prozent). Der Auftragseingang verzeichnete einen Anstieg auf vergleichbarer Basis um 17 Prozent
auf 89,0 Milliarden Euro (GJ 2021: 71,4 Milliarden Euro). Das Verhältnis von
Auftragseingang zu Umsatzerlösen („Book-to-Bill-Ratio“) liegt mit 1,24 auf einem
ausgezeichneten Niveau (GJ 2021: 1,15). Der Auftragsbestand erreichte mit
102 Milliarden Euro erneut einen Rekordwert mit hoher Qualität.

Das digitale Geschäft wächst weiterhin schnell und verzeichnete einen Anstieg um
rund 15 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro (GJ 2021: 5,6 Milliarden Euro). Damit hat
Siemens seine avisierte Wachstumsrate von einem durchschnittlichen jährlichen
Wachstum von 10 Prozent in diesem Geschäftsjahr deutlich übertroffen.
Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts stieg um 17 Prozent ebenfalls auf einen
Rekordwert von 10,3 Milliarden Euro (GJ 2021: 8,8 Milliarden Euro). Die
Ergebnismarge des Industriellen Geschäfts verbesserte sich auf 15,1 Prozent. Der
Gewinn nach Steuern erreichte 4,4 Milliarden Euro nach einem Gewinn nach
Steuern von 6,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2021. Dieser Rückgang ist
hauptsächlich auf die nicht zahlungswirksame Wertminderung der Beteiligung an
Siemens Energy in Höhe von 2,7 Milliarden Euro im dritten Quartal zurückzuführen.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie vor Effekten aus der Kaufpreisallokation belief
sich entsprechend auf 5,47 Euro (GJ 2021: 8,32 Euro); ohne die Belastung aus der
Wertminderung der Beteiligung an Siemens Energy lag der Wert bei 8,84 Euro.

Der sogenannte Free Cash Flow „all-in“ aus fortgeführten und nicht fortgeführten
Aktivitäten erreichte auf Konzernebene mit 8,2 Milliarden Euro erneut den
Rekordwert des Vorjahrs (GJ 2021: 8,2 Milliarden Euro). Das Industrielle Geschäft
verzeichnete einen ausgezeichneten Free Cash Flow von 9,7 Milliarden Euro (GJ
2021: 9,8 Milliarden Euro).

Starker Abschluss im vierten Quartal

Im vierten Quartal stieg der Auftragseingang auf 21,8 Milliarden Euro (Q4 2021:
19,1 Milliarden Euro) und zeichnete sich durch starke Zuwächse insbesondere bei
Smart Infrastructure und Siemens Healthineers aus. Ebenso stiegen die
Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis um 12 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro (Q4
2021: 17,4 Milliarden Euro). Zu diesem Wachstum trugen alle industriellen
Geschäfte bei, angeführt von einem prozentual zweistelligen Wachstum bei Digital Industries und Smart Infrastructure. Das Book-to-Bill-Verhältnis liegt mit 1,06 weiter
deutlich über 1.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2023

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 beruht auf den Annahmen, dass
geopolitische Spannungen nicht weiter eskalieren und die Herausforderungen
aufgrund von COVID-19 und der Engpässe in den Versorgungsketten weiter
zurückgehen werden. Unter diesen Bedingungen und angesichts des hohen
Auftragsbestands, insbesondere in den kurzzyklischen Geschäften, erwartet
Siemens, dass die industriellen Geschäfte weiter profitabel wachsen werden.
Für den Siemens-Konzern wird ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis
(bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) in einer Bandbreite von
6 Prozent bis 9 Prozent und ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen
(Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1 erwartet.

Digital Industries geht davon aus, im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzerlöswachstum
auf vergleichbarer Basis zwischen 10 Prozent und 13 Prozent zu erreichen. Die
Ergebnismarge wird zwischen 19 Prozent und 22 Prozent erwartet.
Smart Infrastructure erwartet im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzerlöswachstum auf
vergleichbarer Basis zwischen 8 Prozent und 11 Prozent und eine Ergebnismarge in
einer Bandbreite von 13 Prozent bis 14 Prozent.

Mobility beabsichtigt, im Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzerlöswachstum auf
vergleichbarer Basis zwischen 6 Prozent und 9 Prozent zu erzielen. Die
Ergebnismarge wird zwischen 8 Prozent und 10 Prozent erwartet.
Siemens erwartet, dass durch das profitable Wachstum die industriellen Geschäfte
im Geschäftsjahr 2023 ein unverwässertes Ergebnis je Aktie (für den Gewinn nach
Steuern) vor Effekten aus der Kaufpreisallokation (EPS pre PPA) in einer
Bandbreite von 8,70 € bis 9,20 € erreichen werden.
Von diesem Ausblick sind Belastungen aus rechtlichen und regulatorischen Themen
sowie wesentliche Wertminderungen ausgenommen.