Deutsche Bank: Höchstes Ergebnis in einem zweiten Quartal seit 2011

Frankfurt/Main (27.7.22) – Ukraine-Krieg, Klimawandel, Corona-Pandemie: trotzdem hat die Deutsche Bank in den zurückliegenden drei Monaten prächtig verdient. Nach den von ihr am Morgen veröffentlichten Eckdaten habe der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal 2022  – gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres – um 33% auf 1,5 Mrd. Euro zugelegt; der Nachsteuergewinn sei um 46% auf 1,2 Mrd. Euro  geklettert. Damit habe die größte deutsche Geschäftsbank so gut abgeschnitten wie seit elf Jahren nicht mehr.

  • Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)1 lag bei 7,9%, gegenüber 5,5% im Vorjahresquartal.
  • Die Aufwand-Ertrag-Relation sank auf 73%, nach 80% im Vorjahreszeitraum.

Die Erträge stiegen im Jahresvergleich um 7% auf 6,6 Mrd. Euro – dank eines Wachstums in allen Kerngeschäftsbereichen:

  • Unternehmensbank: 1,6 Mrd. Euro (+26%).
  • Investmentbank: 2,6 Mrd. Euro (+11%).
  • Privatkundenbank: 2,2 Mrd. Euro (+7%).
  • Vermögensverwaltung: 656 Mio. Euro (+5%).

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahresquartal um 3% auf 4,9 Mrd. Euro.

  • Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben¹ stiegen um 2% auf 4,7 Mrd. Euro, bereinigt um Wechselkurseffekte sanken sie allerdings um 2%.

In der Kernbank stieg der Vorsteuergewinn um 21% auf 1,7 Mrd. Euro.

  • Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ stieg auf 9,5%, nach 7,8% im Vorjahresquartal.
  • Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 70%, nach 76% im zweiten Quartal 2021.

Die Einheit zur Freisetzung von Kapital (Capital Release Unit, CRU) machte weiter Fortschritte:

  • Der Vorsteuerverlust sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 30% auf 181 Mio. Euro.
  • Die Verschuldungsposition (Leverage Exposure) sank im Quartal um 6 Mrd. € auf 29 Mrd. Euro.

Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg im Quartalsverlauf von 12,8% auf 13,0%.

Im ersten Halbjahr 2022 erzielte die Deutsche Bank ihren höchsten Gewinn nach Steuern seit 2011 – trotz höherer Bankenabgaben:

  • Die Erträge legten um 4% auf 14,0 Mrd. Euro zu.
  • Der Vorsteuergewinn stieg im Jahresvergleich um 16% auf 3,2 Mrd. Euro.
  • Der Nachsteuergewinn legte um 31% auf 2,4 Mrd. Euro zu.
  • Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ stieg von 6,5% auf 8,0%.
  • Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 73%, gegenüber 78% im Vorjahreszeitraum.

Mit dem höchsten Halbjahresgewinn seit 2011 haben wir erneut bewiesen, dass wir auch in einem schwierigen Umfeld unsere Erträge und unser Ergebnis steigern können. Besonders erfreulich entwickeln sich die Privatkunden- und die Unternehmensbank. Dank unserer erfolgreichen Transformation sind wir auf einem guten Weg, mit unseren vier starken Geschäftsbereichen gut diversifiziert und nachhaltig profitabel zu sein.Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender

Die Deutsche Bank (XETRA: DBGn.DB / NYSE: DB) hat im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2022 jeweils das höchste Nachsteuerergebnis seit 2011 erzielt. Im zweiten Quartal stieg der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33% auf 1,5 Mrd. Euro, während der Nachsteuergewinn um 46% auf 1,2 Mrd. Euro zulegte.

Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ lag bei 7,9% – nach 5,5% im Vorjahreszeitraum. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) erreichte im zweiten Quartal 7,1%, gegenüber 4,9% im Vorjahresquartal. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 73%, nachdem sie im zweiten Quartal 2021 noch bei 80% lag. Die effektive Steuerquote betrug 22% für das Quartal und profitierte von einer veränderten geografischen Zusammensetzung des Ergebnisses.

In den ersten sechs Monaten 2022 stieg der Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16% auf 3,2 Mrd. Euro. Der Nachsteuergewinn verbesserte sich um 31% auf 2,4 Mrd. Euro. Der den Deutsche-Bank-Aktionären zurechenbare Konzerngewinn erhöhte sich ebenfalls – und zwar um 32% auf 2,1 Mrd. Euro. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ erhöhte sich von 6,5% im ersten Halbjahr 2021 auf 8,0%. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) stieg im selben Zeitraum von 5,8% auf 7,2%. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 73%, gegenüber 78% im Vorjahreszeitraum. Die Ergebnisse im ersten Halbjahr 2022 enthielten Bankenabgaben von 736 Mio. Euro. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 34% oder 189 Mio. Euro. Die effektive Steuerquote für die ersten sechs Monate betrug 24%.

Finanzziele für 2022 aktualisiert und für 2025 bestätigt

Die Deutsche Bank bestätigt ihre Ertragserwartung von 26 Mrd. bis 27 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2022. Dies gilt, obwohl sich das makroökonomische Umfeld im zweiten Quartal verschlechtert hat und die Bank von einem herausfordernderen zweiten Halbjahr ausgeht.

Die Bank bekräftigt außerdem ihre Absicht, ihre Kosten zu reduzieren und ihren Plan für das Jahr 2022 umzusetzen. Sie sieht sich jedoch steigendem Kostendruck ausgesetzt, der auf Faktoren außerhalb ihrer Kontrolle zurückgeht. Hierzu gehören höher als erwartete Bankenabgaben, Inflation, unvorhersehbare Kosten im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine sowie Rechtsstreitigkeiten. Außerdem hat sich die Bank entschieden, strategische Investitionen in ihre Kontrollfunktionen, Personal und Technologie nicht zu kürzen, um Effizienz und Wachstum voranzutreiben. Diese Investitionen sind wichtig mit Blick auf die langfristige Strategie der Bank, die sie auf dem Investorentag am 10. März 2022 vorgestellt hat.

Vor dem Hintergrund der Ertrags- und Kostenentwicklung hat die Deutsche Bank ihre Finanzziele für das Jahr 2022 wie folgt aktualisiert:

  • Die Bank strebt weiterhin eine Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ von 8% für den Konzern und von mehr als 9% für die Kernbank an. Allerdings sieht sie es aufgrund des derzeitigen operativen Umfelds als herausfordernder an, diese Ziele zu erreichen.
  • Für die Aufwand-Ertrag-Relation erwartet die Bank jetzt eine Spanne im niedrigen bis mittleren 70%-Bereich.

Die Deutsche Bank bestätigt alle anderen Finanzziele für 2022, einschließlich einer harten Kernkapitalquote (CET1) von über 12,5% und einer Verschuldungsquote von rund 4,5%.

Weiterhin bestätigt sie die Ziele ihrer Strategie für nachhaltiges Wachstum bis 2025. Für das Jahr 2025 strebt die Bank ein durchschnittliches jährliches Ertragswachstum von 3,5% bis 4,5% an, eine Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ von mehr als 10% sowie eine Aufwand-Ertrag-Relation von unter 62,5%. Die Bank bekräftigt zudem ihr Ziel, für die Jahre 2021 bis 2025 insgesamt rund 8 Mrd. Euro Kapital an ihre Aktionäre auszuschütten.

Angesichts der Widerstandskraft, die wir im ersten Halbjahr bewiesen haben, bekräftigen wir unsere Ertragsprognose für das Jahr 2022, die wir Anfang des Jahres angehoben hatten. Wir arbeiten weiter auf unser Ziel einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von 8 Prozent hin. Gleichzeitig sehen wir uns in einem schwierigeren Umfeld einem steigenden Kostendruck gegenüber. Dennoch investieren wir weiter in die langfristigen Stärken unseres Geschäfts. Wir stehen zu unserer Strategie eines nachhaltigen Wachstums und allen unseren Finanzzielen für 2025.Finanzvorstand James von Moltke

Kernbank: Gewinnwachstum auf breiter Basis

In der Kernbank, die alle vier Geschäftsbereiche ohne die Einheit zur Freisetzung von Kapital (CRU) umfasst, stieg der Gewinn vor Steuern im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um 21% auf 1,7 Mrd. Euro. Dabei nahmen die Erträge um 6% auf 6,6 Mrd. Euro zu, die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken um 1% auf 4,7 Mrd. Euro. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben stiegen um 4% auf 4,6 Mrd. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte stiegen sie lediglich um 1%. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ erhöhte sich von 7,8% im Vorjahresquartal auf 9,5% und entsprach damit dem Zielwert für die Kernbank von mehr als 9% für das Gesamtjahr 2022. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche Eigenkapital (RoE) stieg von 6,9% auf 8,4%. Die Aufwand-Ertrag-Relation der Kernbank verbesserte sich im Vergleichszeitraum von 76% auf 70%.

Die Kerngeschäftsbereiche trugen zum Gewinnwachstum der Kernbank wie folgt bei:

  • Unternehmensbank: Der Vorsteuergewinn hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, und zwar auf 534 Mio. Euro. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ betrug 13,4%, die Aufwand-Ertrag-Relation 62%.
  • Investmentbank: Der Vorsteuergewinn stieg um 1% auf 1,1 Mrd. Euro mit einer Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ von 11,4%. Die Aufwand-Ertrag-Relation betrug 57%.
  • Privatkundenbank: Der Vorsteuergewinn lag bei 463 Mio. Euro, gegenüber einem Vorsteuerverlust von 15 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ lag bei 9,9%, die Aufwand-Ertrag-Relation bei 74%.
  • Vermögensverwaltung: Der Vorsteuergewinn sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 6% auf 170 Mio. Euro. Die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ betrug 18,6% und die Aufwand-Ertrag-Relation 67%.

In den ersten sechs Monaten 2022 legte der Vorsteuergewinn der Kernbank um 9% auf 3,7 Mrd. Euro zu, während die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital (RoTE)¹ von 9,3% im ersten Halbjahr 2021 auf 10,1% stieg. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich auf 70%, verglichen mit 73% im Vorjahreszeitraum. Die Unternehmensbank, Privatkundenbank und Vermögensverwaltung erzielten in den ersten sechs Monaten zusammengenommen einen Vorsteuergewinn von 2,1 Mrd. Euro, was 56% des Vorsteuergewinns der Kernbank entspricht, verglichen mit 32% im Vorjahreszeitraum.

Einheit zur Freisetzung von Kapital baut Portfolio weiter ab und verbessert Ergebnis

Die Einheit zur Freisetzung von Kapital (CRU) setze ihren Portfolioabbau fort und reduzierte ihre Verschuldungsposition im zweiten Quartal um weitere 6 Mrd. Euro auf 29 Mrd. Euro. Die risikogewichteten Aktiva (RWA) lagen unverändert bei 25 Mrd. Euro, einschließlich 19 Mrd. Euro an RWA für operationelle Risiken. Die CRU hat ihr Abbauziel für Ende 2022 bereits übertroffen – sowohl bei der Verschuldungsposition als auch bei den RWA. Seit ihrer Gründung Mitte 2019 hat die CRU ihre Verschuldungsposition um 220 Mrd. Euro oder 89% verringert, die RWA um 40 Mrd. Euro oder 61%.

Die Einheit reduzierte ihren Verlust vor Steuern im Vorjahresvergleich um 30% auf 181 Mio. Euro. Dies ist der niedrigste Vorsteuerverlust seit ihrer Gründung im Jahr 2019. Hauptgrund für das verbesserte Ergebnis war ein Rückgang der zinsunabhängigen Aufwendungen um 26% im Jahresvergleich. Gleichzeitig erzielte die Einheit positive Erträge von 7 Mio. Euro, verglichen mit negativen Erträgen von 24 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Diese Entwicklung ist auf geringere Belastungen beim Risikoabbau, der Risikosteuerung und der Refinanzierung zurückzuführen.

Ertragswachstum in allen Kerngeschäftsbereichen – sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr

Die Erträge des Konzerns stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7% auf 6,6 Mrd. Euro. Dies ist das höchste Niveau eines zweiten Quartals seit 2016, trotz des Ausstiegs aus einzelnen Geschäftsbereichen im Zuge der Transformation seit 2019. Die Erträge der Kerngeschäftsbereiche setzten sich wie folgt zusammen:

  • In der Unternehmensbank stiegen die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 26% auf 1,6 Mrd. Euro. Das ist der Höchstwert seit ihrer Gründung im Jahr 2019 und das dritte Quartal in Folge mit einer zweistelligen Wachstumsrate. Gründe für das Wachstum waren das sich normalisierende Zinsumfeld, ein höheres Geschäftsvolumen und gestiegene Provisionseinnahmen. Im Bereich Corporate Treasury Services stiegen die Erträge um 30%, im Geschäft mit institutionellen Kunden (Institutional Client Services) um 26% und die Erträge bei den Geschäftskunden legten um 9% zu. Das Bruttokreditvolumen stieg im Vorjahresvergleich um 11% oder 12 Mrd. Euro, während die Einlagen im selben Zeitraum um 7% oder 19 Mrd. Euro wuchsen. In den ersten sechs Monaten des Jahres stiegen die Erträge um 18% auf 3,0 Mrd. Euro.
  • In der Investmentbank legten die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 11% auf 2,6 Mrd. Euro zu. Die Erträge im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) stiegen um 32% auf 2,4 Mrd. Euro – das höchste Ertragsniveau in einem zweiten Quartal seit zehn Jahren. Im Handel mit Zinsprodukten, im Währungshandel und im Geschäft mit Schwellenländern haben sich die Erträge im Jahresvergleich jeweils mehr als verdoppelt. Dies glich den Rückgang im Handel mit Schuldtiteln mehr als aus, der im Vorjahr ein starkes Quartal verzeichnet hatte. Im Beratungs- und Emissionsgeschäft gingen die Erträge um 63% zurück, was vor allem auf Wertanpassungen bei Finanzierungszusagen im Bereich Leveraged Finance zurückzuführen ist. Diese wirkten sich auf die Erträge im Fremdkapitalemissionsgeschäft aus. Bereinigt um diese Wertanpassungen wären die Erträge im Emissions- und Beratungsgeschäft um 38% gesunken. Das vergleicht sich mit einem Rückgang des branchenweiten Provisionsaufkommens von 45% (Quelle: Dealogic). Die Erträge im Beratungsgeschäft stiegen aufgrund von Marktanteilsgewinnen um 50%. In den ersten sechs Monaten des Jahres legten die Erträge der Investmentbank um 9% auf 6,0 Mrd. Euro zu.
  • In der Privatkundenbank stiegen die Erträge im Vorjahresvergleich um 7% auf 2,2 Mrd. Euro. Bereinigt um folgende Effekte stiegen die Erträge im zweiten Quartal um 4%: Zum einen entgingen der Bank im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich weniger Erträge aufgrund des BGH-Urteils vom April 2021 zur aktiven Zustimmung bei Preisänderungen für Kontogebühren. Zum anderen verzeichnete die Bank geringere Erträge im Zusammenhang mit Abwicklungsaktivitäten bei Sal. Oppenheim, was den oben genannten Effekt teilweise ausglich. In der Privatkundenbank Deutschland legten die Erträge um 11% zu – bereinigt um die geringeren Effekte aus dem BGH-Urteil stiegen sie um 3%. In der Internationalen Privatkundenbank stiegen die Erträge um 2%, bereinigt um die Effekte im Zusammenhang mit Abwicklungsaktivitäten bei Sal. Oppenheim stiegen sie um 6%. Das Nettoneugeschäft lag bei 11 Mrd. Euro. Dies beinhaltete Nettomittelzuflüsse in verwaltete Vermögen von 7 Mrd. Euro – davon entfielen 5 Mrd. Euro auf Anlageprodukte und 2 Mrd. Euro auf Einlagen – sowie Nettoneukredite im kundenbezogenen Geschäft von 4 Mrd. Euro. In den ersten sechs Monaten stiegen die Erträge im Jahresvergleich um 4% auf 4,4 Mrd. Euro, während sich das Nettoneugeschäft auf 24 Mrd. Euro belief.
  • In der Vermögensverwaltung zogen die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5% auf 656 Mio. Euro an. Diese Entwicklung war vor allem auf gestiegene Einnahmen aus Verwaltungsgebühren zurückzuführen, die um 6% auf 619 Mio. Euro zulegten. Ein Grund dafür waren die Nettozuflüsse in den Vorquartalen. Die erfolgsabhängigen und transaktionsbezogenen Gebühren stiegen um 69% auf 31 Mio. Euro. Die Nettoabflüsse lagen bei 25 Mrd. Euro, von denen der Großteil im Juli wieder zurückgeflossen ist. Die Nettoabflüsse im zweiten Quartal konzentrierten sich angesichts des herausfordernden makroökonomischen Marktumfeldes vor allem auf Geldmarktprodukte mit niedrigen Margen. Ohne Geldmarktfonds verzeichnete die Sparte im Wesentlichen keine Nettoabflüsse, da Zuflüsse in aktive Aktienfonds, Mischfonds und alternative Anlagen die Abflüsse aus passiven Anlagen kompensierten. Das verwaltete Vermögen lag zum Ende des Quartals bei 833 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Rückgang von 3%, was die erwähnten Nettoabflüsse und das Marktumfeld widerspiegelt. Dies wurde teilweise durch Wechselkurseffekte ausgeglichen. In den ersten sechs Monaten stiegen die Erträge des Geschäftsbereichs um 6% auf 1,3 Mrd. Euro.

Das Ertragswachstum in den Kerngeschäftsbereichen der Deutschen Bank konnte die negativen Erträge von 370 Mio. Euro im Bereich Corporate & Other mehr als ausgleichen. Im Vorjahresquartal lagen die negativen Erträge hier bei 6 Mio. Euro. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf Unterschiede in der Bewertung oder im Zeitverlauf bei Derivaten zurückzuführen, die zur Absicherung des wirtschaftlichen Risikos in der Bankbilanz verwendet werden. Diese buchhalterischen Effekte wurden durch die seit dem ersten Quartal anhaltende Marktvolatilität und steigende Zinsen verursacht, teilweise jedoch durch währungsübergreifende Basiseffekte ausgeglichen. Es wird erwartet, dass sich die zwischenzeitlichen Bewertungsverluste wieder umkehren, wenn sich die mit diesen Derivaten abgesicherten Positionen ihrer Fälligkeit nähern.

In den ersten sechs Monaten stiegen die Erträge der Kernbank und des Deutsche-Bank-Konzerns jeweils um 4% auf 14,0 Mrd. Euro – die höchsten Halbjahreserträge seit 2016.

Aufwendungen im Quartals- und Halbjahresvergleich trotz höherer Bankenabgaben gesunken

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sind im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 3% auf 4,9 Mrd. Euro gesunken. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben¹ stiegen um 2% auf 4,7 Mrd. Euro. Der Anstieg ist vor allem auf Wechselkursschwankungen zurückzuführen, die sich stark auf die Aufwendungen für Personal und Technologie ausgewirkt haben. Ohne die Wechselkurseffekte wären die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben¹ um 2% gesunken.

In den ersten sechs Monaten sanken die zinsunabhängigen Aufwendungen um 3% auf 10,2 Mrd. Euro – dies trotz höherer Bankenabgaben, zusätzlicher Aufwendungen für Rechtstreitigkeiten, unter anderem im Zusammenhang mit regulatorischen Untersuchungen zur Nutzung von nicht genehmigten Kommunikationsmitteln und zugehörigen Aufbewahrungspflichten der Bank, sowie Kosten, die durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Verlagerung von IT-Fachkräften, entstanden. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten und Bankenabgaben sanken um 1% auf 9,3 Mrd. Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte wären sie um 3% gesunken.

Die Zahl der Mitarbeiter*innen lag zum Quartalsende bei 82.915 (in Vollzeitstellen gerechnet), das waren 85 weniger als im Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies einen Abbau von 882 Vollzeitstellen – trotz der weiteren Eingliederung externer Mitarbeiter*innen und gezielter Neueinstellungen.

Kreditrisikovorsorge spiegelt herausforderndes Umfeld wider

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg im zweiten Quartal auf 233 Mio. Euro, nach 75 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Dieser Anstieg geht auf Zuführungen von 52 Mio. Euro bei Krediten zurück, die weiterhin bedient wurden (Stufe 1 und 2). Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank hier Nettoauflösungen von 36 Mio. Euro vorgenommen. Diese Entwicklung spiegelt die verschlechterten makroökonomischen Bedingungen wider, die nur teilweise von Verbesserungen bei anderen Portfolioparametern ausgeglichen wurden. Die Risikovorsorge für leistungsgestörte Kredite (Stufe 3) stieg im gleichen Zeitraum von 111 Mio. Euro auf 181 Mio. Euro, vor allem weil größere Auflösungen wie im Vorjahr ausblieben.

Die Bank geht weiterhin davon aus, dass ihre Risikovorsorge im Jahr 2022 bei etwa 25 Basispunkten der durchschnittlichen Kredite liegen wird. Dies spiegelt das aktuelle operative Umfeld wider, einschließlich der Erwartung des Managements, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen allmählich weiter verschlechtern werden.

Risiko gegenüber Russland weiter reduziert

Im Quartalsverlauf hat die Deutsche Bank ihr Risiko gegenüber Russland weiter verringert. Die so genannten weiteren verbleibenden Risiken (Additional Contingent Risk) wurden um 42% auf 0,6 Mrd. Euro reduziert. Dies schließt nicht gezogene Kreditzusagen ein, die um 44% auf 0,4 Mrd. Euro zurückgingen und zum Großteil durch Exportgarantien von Kreditagenturen und vertragliche Regelungen abgesichert sind. Die Garantien der Bank sanken um 35% auf 0,1 Mrd. Euro. Das Brutto- und Netto-Kreditengagement blieb mit 1,3 Mrd. Euro und 0,5 Mrd. Euro in etwa unverändert. Seit Jahresbeginn sind die weiteren verbleibenden Risiken um 63% und das Netto-Kreditengagement um 19% gesunken.

Weiterhin im Plan bei Kapital und Liquidität

Die harte Kernkapitalquote der Bank (CET1) lag zum Quartalsende bei 13,0%, nach 12,8% im Vorquartal. Sie lag damit über dem Ziel der Bank von mindestens 12,5%. Diese Entwicklung spiegelte vor allem die positiven Auswirkungen des starken Ergebnisses des zweiten Quartals auf das Kapital der Bank wider. Dem standen buchhalterische Abgrenzungen für Dividenden und zukünftige Kuponzahlungen für AT1-Anleihen sowie sonstige negative erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen (Other Comprehensive Income/OCI) gegenüber.

Die Verschuldungsquote der Bank sank zum Ende des zweiten Quartals auf 4,3%, nach 4,6% im Vorquartal. Diese Entwicklung ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass seit 1. April 2022 bestimmte Bareinlagen bei Zentralbanken in die Verschuldungsquote einbezogen werden müssen, nachdem eine entsprechende Ausnahmeregelung ausgelaufen war. Ohne diesen Effekt wäre die Verschuldungsquote im zweiten Quartal in etwa unverändert geblieben. Die höhere Verschuldungsposition – aufgrund des höheren Geschäftsvolumens und durch Wechselkurseffekte – wurde durch das gute Ergebnis der Bank und die Platzierung von zusätzlichem Kernkapital (AT1-Kapital) ausgeglichen. Diese fand im März statt, der Abschluss dann Anfang April 2022.

Die Liquiditätsreserven lagen zum Ende des zweiten Quartals bei 244 Mrd. Euro, verglichen mit 246 Mrd. Euro zum Ende des Vorquartals. Diese Reserven beinhalten liquide Vermögenswerte von hoher Qualität von 207 Mrd. Euro. Die Liquiditätsabdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio) betrug 133% und lag damit um 51 Mrd. Euro über der regulatorischen Anforderung von 100%. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio) lag mit 116% innerhalb der Zielspanne der Bank von 115% bis 120%. Dies entspricht einem Puffer von 83 Mrd. Euro gegenüber den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Nachhaltige Finanzierungen: weitere Fortschritte mit Blick auf vorgezogene Ziele

Nachhaltige Finanzierungen und Anlagen (ESG)² stiegen im Quartalsverlauf um 14 Mrd. Euro (ohne DWS) und erreichten somit ein kumuliertes Volumen von 191 Mrd. Euro seit Anfang Januar 2020. Die nachhaltigen Finanzierungen und Anlagen lagen damit unter den Volumina der Vorquartale. Zu den Gründen zählten die insgesamt geringere Emissions-Aktivität an den Kapitalmärkten, die sich auch auf die Volumina von nachhaltigen Finanzierungen auswirkte. Hinzu kamen eine zurückhaltendere Investitionstätigkeit vor dem Hintergrund niedrigerer Bewertungen von Vermögenswerten sowie geringere ESG-Aktivität, da sich Unternehmen auf die Bewältigung der Folgen des Kriegs in der Ukraine konzentrierten. Dennoch ist die Deutsche Bank weiterhin auf gutem Wege, bis Ende 2022 ihr Ziel eines kumulierten Volumens von mehr als 200 Mrd. Euro zu erreichen.

Die Geschäftsbereiche trugen im zweiten Quartal wie folgt zu diesem Wachstum bei:

  • Die Unternehmensbank kam auf 2 Mrd. Euro an nachhaltigen Finanzierungen; damit erhöhte sich das kumulierte Volumen seit Anfang 2020 auf 32 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal hervorzuheben ist die Koppelung der Lieferkettenfinanzierung an ESG-Ratings für die Henkel AG & Co. KGaA mit einem Volumen von 400 Mio. Euro. Weiterhin hat die Bank BASF beim Erwerb und Bau des weltweit größten Offshore-Windparks beraten.
  • In der Investmentbank betrug das Volumen an nachhaltigen Finanzierungen und Kapitalmarkt-Emissionen 9 Mrd. Euro, was zu einem kumulierten Volumen von 106 Mrd. Euro führte. Dies beinhaltete die erste grüne Staatsanleihe Österreichs mit einem Volumen von 4 Mrd. Euro mit einer Laufzeit bis 2049.
  • In der Privatkundenbank stieg das nach ESG-Standards verwaltete Vermögen um 1 Mrd. Euro. Hinzu kam 1 Mrd. Euro an nachhaltigen Krediten. Dadurch erhöhte sich das kumulierte Volumen auf 52 Mrd. Euro.

Zusätzlich zu dem bis Ende 2022 angestrebten kumulierten Volumen von mehr als 200 Mrd. Euro, will die Bank für die Jahre 2023 bis 2025 ein zusätzliches Volumen pro Jahr von jeweils 100 Mrd. Euro erzielen. Zum Jahresende 2025 will sie ein kumuliertes Volumen von mehr als 500 Mrd. Euro erreichen.

Die Bank bekräftigte ihr Ziel, auf ihrem zweiten Nachhaltigkeitstag im Jahr 2022 für ihre wichtigsten CO2-intensiven Portfolios Netto-Null-Ziele für 2050 sowie Zwischenziele für 2030 zu veröffentlichen.

Mit der Ernennung eines Chief Sustainability Officers mit Wirkung zum 1. September 2022 stärkt die Deutsche Bank ihren Nachhaltigkeitsbereich.

Konzernergebnisse im Überblick

2Q2022-Konzernergebnisse-im-Ueberblick

Die Segmentberichterstattung des Vorjahres wurde entsprechend der aktuellen Unternehmensstruktur dargestellt.

Ab dem ersten Quartal 2022 werden die Informationen für die Verschuldungsquote wie angegeben dargestellt; die Definition für die Vollumsetzung wird nicht mehr angewandt, da sie nur zu einem immateriellen Unterschied führt; Vergleichswerte für frühere Perioden basieren weiterhin auf der früheren Deutsche Bank-Definition der Vollumsetzung

¹ Für die Beschreibung dieser und anderer nicht nach IFRS ermittelter Messgrößen siehe ‘Use of non-GAAP financial measures‘ auf den Seiten 17 bis 25 des Financial Data Supplements (FDS) zum zweiten Quartal 2022 und auf den Seiten 113 bis 122 des Zwischenberichts zum zweiten Quartal 2022.

² Die kumulierten ESG-Volumina umfassen nachhaltige Finanzierungen (Flow) und Investitionen (Stock) in der Unternehmensbank, Investmentbank und Privatkundenbank vom 1. Januar 2020 bis heute, wie auf dem Nachhaltigkeitstag (Sustainability Deep Dive) der Deutschen Bank vom 20. Mai 2021 dargelegt. Zu den einbezogenen Produkten gehören Kapitalmarktemissionen (nur unter Konsortialführung), nachhaltige Finanzierungen und verwaltetes Vermögen zum Periodenende. Die kumulierten Volumina und Ziele beinhalten nicht die verwalteten ESG-Vermögen innerhalb der DWS, die diese separat berichtet.