Deutsche Telekom: Prognose angehoben- Auch 2022 im Wachstumsmodus

Bonn (13.5.22) – Der Konzern hält Kurs. Das Wachstum der Deutschen Telekom geht nach dem starken Geschäftsjahr 2021 auch in den ersten drei Monaten 2022 weiter. Der Umsatz legte um 6,2 Prozent auf 28 Milliarden Euro zu. Dabei stiegen die Service-Umsätze überproportional um 10 Prozent. Das bereinigte EBITDA AL verzeichnete ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und betrug 9,9 Milliarden Euro. In der organischen Betrachtung – bereinigt um Veränderungen von Wechselkursen und Konsolidierungskreis – belief sich das Umsatzplus auf 1,7 Prozent, der Zuwachs bei den Service-Umsätzen auf 4,7 Prozent und der Anstieg bei bereinigtem EBITDA AL auf 2,4 Prozent.

„Das war ein starker Start ins neue Jahr“, sagte Finanzvorstand Christian Illek bei der Präsentation der Quartalszahlen in Bonn. „Wir wachsen organisch weiter und sind deswegen in der Lage, unsere Prognose für 2022 anzuheben.“

Für 2022 erwartet der Konzern beim bereinigten EBITDA AL nun mehr als 36,6 Milliarden Euro statt bisher rund 36,5 Milliarden Euro. Der Free Cashflow AL soll statt bisher rund 10 Milliarden Euro jetzt mehr als 10 Milliarden Euro betragen.

Gemessen am Cash Capex ohne Ausgaben für Mobilfunkspektrum investierte der Konzern im ersten Quartal mit 4,7 Milliarden Euro 8,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg der Free Cashflow AL um 46,3 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Der Konzernüberschuss lag im ersten Quartal mit 3,9 Milliarden Euro mehr als viermal so hoch wie im ersten Quartal des Vorjahres. Dazu trugen maßgeblich der Verkauf von 50 Prozent an der FTTH-Gesellschaft Glasfaser Plus an IFM und der Abschluss der Transaktion in den Niederlanden bei. Der bereinigte Konzernüberschuss wuchs um 86,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Deutschland: starke Entwicklung der Mobilfunk-Service-Umsätze

Das Segment Deutschland wächst auch im ersten Quartal 2022 weiter. Der Umsatz stieg leicht um 0,9 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL legte mit 3,6 Prozent im Jahresvergleich deutlich zu auf jetzt 2,4 Milliarden Euro. Noch stärker sind die Investitionen gestiegen, um 4,9 Prozent.

Operativ stärkte der Marktführer seine Position. Im Mobilfunk lagen die Service-Umsätze mit einem Wachstum von 2,5 Prozent deutlich über dem Vorjahr. Unter den eigenen Marken gewann die Telekom 193.000 neue Vertragskunden. Die 5G-Abdeckung stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2021 um mehr als elf Prozentpunkte auf jetzt rund 92 Prozent.

Im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen im Festnetz 55.000 neue Breitbandkunden in Deutschland. Die Kundenbasis wuchs damit im Jahresvergleich um 2,3 Prozent. Die Zahl der glasfaserbasierten Anschlüsse (FTTx, Retail und Wholesale) erhöhte sich auf 17,4 Millionen. Damit nutzen bereits rund 73 Prozent der Retail-Breitbandkunden die Glasfaserinfrastruktur.

USA: Festnetz-Ersatz gefragt

T-Mobile US hat zu Ende März 2022 seine Gesamtkundenzahl auf 109,5 Millionen gesteigert. Innerhalb eines Jahres war das ein Plus von mehr als 6,1 Millionen. Allein im ersten Quartal 2022 kamen 1,3 Millionen neue Vertragskunden im Mobilfunk hinzu. Als neues Wachstumsfeld des Unternehmens erweist sich der Bereich Highspeed-Internet, mit dem Kunden insbesondere in ländlichen Gebieten Festnetz-Anschlüsse durch Mobilfunkverbindungen ersetzen. Allein im ersten Quartal entschieden sich 348.000 Kunden für diese Lösung. Die Kundenbasis liegt jetzt mit 984.000 knapp unter einer Million, fast fünfmal so hoch wie ein Jahr zuvor.

Der Gesamtumsatz von T-Mobile US stieg im Berichtsquartal um 1,9 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA legte um 0,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar zu. Ohne den Einfluss des rückläufigen Endgeräte-Leasings wuchs der Gewinn organisch (bereinigtes Core EBITDA) um mehr als 10 Prozent. T-Mobile US erhöhte die Planungen für die erwarteten Synergien aus der Übernahme von Sprint für das laufende Jahr auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Dollar von zuvor 5,0 bis 5,3 Milliarden Dollar. Auch die Zahl der im Jahr 2022 erwarteten Nettoneuzugänge bei den Vertragskunden hob das Unternehmen an: auf 5,3 bis 5,8 Millionen von bislang 5,0 bis 5,5 Millionen.

Europa: weiter auf Wachstumskurs

Das Segment Europa präsentiert auch im ersten Quartal 2022 wieder starke Wachstumszahlen. Das bereinigte EBITDA AL stieg organisch um 6,9 Prozent im Jahresvergleich. Der organische Segment-Umsatz wuchs um 4,2 Prozent; besonders positiv entwickelten sich die werthaltigen Service-Umsätze: Im Mobilfunk stand hier ein Plus von 2,2 Prozent, im Festnetzgeschäft betrug das Wachstum 4,8 Prozent.

Auch die Kundenbasis im Segment Europa wächst weiter. Im Mobilfunk kamen 150.000 neue Vertragskunden hinzu, im Bereich Breitband 70.000. 59 Prozent der Breitbandhaushalte nutzen inzwischen Bündelprodukte aus Festnetz und Mobilfunk. Im ersten Quartal 2022 kamen hier 196.000 neue Nutzer hinzu.

Systemgeschäft: neue Verträge zum Jahresauftakt

Gute Zahlen zum Start ins Geschäftsjahr 2022 lieferte T-Systems. Vor allem der Auftragseingang entwickelte sich, verglichen mit dem Auftaktquartal des Vorjahres, positiv. Das Volumen wuchs um 23,1 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Das bereinigte EBITDA AL stieg im ersten Quartal 2022 dank weiterer Kostensenkungen gegenüber dem Vorjahr organisch um 18,1 Prozent auf 73 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit einem leichten Minus von 0,8 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro organisch annähernd stabil.

Group Development: Verkauf von T-Mobile Netherlands abgeschlossen

Zum 31. März wurde der Verkauf von T-Mobile Netherlands abgeschlossen. Damit ist das niederländische Geschäft in den Zahlen des Konzerns zum letzten Mal enthalten. Im ersten Quartal verzeichnete T-Mobile Netherlands 47.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden, erzielte einen Umsatz von 536 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA AL von 190 Millionen Euro.

Im Funkturmgeschäft ergab sich organisch ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 6,4 Prozent auf 284 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA AL wuchs gleichzeitig organisch um 10,2 Prozent auf 173 Millionen Euro. Die Zahl der Standorte lag auf vergleichbarer Basis mit 40.500 um 1.000 höher als ein Jahr zuvor.

Prognose angehoben: Deutsche Telekom bleibt auch 2022 im Wachstumsmodus

  • Konzernumsatz steigt im ersten Quartal 2022 um 6,2 Prozent auf 28 Milliarden Euro
  • Bereinigtes EBITDA AL legt um 6,8 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu
  • Free Cashflow AL: plus 46,3 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro
  • Konzernüberschuss nach Verkauf von T-Mobile Netherlands vervierfacht
  • Prognose für das Geschäftsjahr 2022 angehoben: bereinigtes EBITDA AL von mehr als 36,6 Milliarden Euro, Free Cashflow AL von mehr als 10 Milliarden Euro geplant
  • Positive Entwicklung der Mobilfunk-Service-Umsätze in Deutschland
  • Festnetz-Ersatzprodukte bei T-Mobile US gefragt
  • Starke Wachstumszahlen im Segment Europa