BVR: Mittelfristig Trendwende

bei Unternehmensinsolvenzen erwartet

Berlin (6.10.21) – Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet damit, dass der langjährige Abwärtstrend der Unternehmensinsolvenzen allmählich auslaufen wird. Der neusten BVR-Insolvenzprognose zufolge wird die Anzahl der Firmenpleiten in Deutschland 2021 gegenüber dem Vorjahr zwar nochmals zurückgehen, um rund 1 Prozent auf etwa 15.700 Fälle. Eine Analyse der Insolvenzquoten der vergangenen 50 Jahre lässt mittelfristig aber merklich wieder steigende Fallzahlen erwarten.

Trotz der Beeinträchtigungen durch die Coronapandemie war die Insolvenzzahl auch im Krisenjahr 2020 gesunken. Im Zuge massiver staatlicher Hilfsmaßnahmen wie die zeitweise Aussetzung der Insolvenzantragspflicht fiel sie gegenüber dem Vorjahr um deutliche 15,5 Prozent. „Viele Insolvenzen von Unternehmen mit einem intakten Geschäftsmodell konnten durch die wirtschaftspolitischen Maßnahmen verhindert werden. Dass diese Hilfen teilweise noch weiterlaufen, ist angesichts der hohen pandemischen Unsicherheit noch vertretbar“, so BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin.

 

Allerdings würden mit dem bis zuletzt noch rückläufigen Insolvenzgeschehen auch die Sorgen um die Innovationskraft und Produktivität der deutschen Wirtschaft wachsen. Die Insolvenzquote lag 2020 mit 48 Fällen je 10.000 Unternehmen erheblich unter ihrem langjährigen Mittelwert von 71 Fällen. Das vergleichsweise niedrige Niveau dieser Quote sei ein Indiz dafür, dass immer weniger dauerhaft ertragsschwache Unternehmen aus dem Markt treten. Diese würden aber wichtige Ressourcen binden, die von neuen, innovativen Firmen benötigt werden. „Die nächste Bundesregierung sollte mit dem Abklingen der Pandemie daher so bald wie möglich aus dem Krisenmodus aussteigen. Sie ist zudem mehr denn je gefordert, die Rahmenbedingungen für Gründungen zu verbessern“, so Martin weiter.