KfW: Weichen für nachhaltige und treibhausgasneutrale Zukunft sind gestellt

Frankfurt/Main (30.4.21) – Die KfW hat ihren neuesten Nachhaltigkeitsbericht unter dem Titel „2030: Ein Jahrzehnt des Wandels“ online gestellt. „Der aktuelle Bericht verdeutlicht, dass wir den nachhaltigen und klimafreundlichen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft kraftvoll angehen. Wir stellen uns vorausschauend auf, um in die Chancen der Transformation zu investieren und eine erfolgreiche Übergangsphase zu sichern“, erklärt Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender und Nachhaltigkeitsvorstand der KfW Bankengruppe.

In diesem außergewöhnlichen Pandemiejahr 2020 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KfW die in Rekordgeschwindigkeit entwickelten Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft im In- und Ausland sehr zügig umgesetzt. „Wir sehen unsere Hilfen als substanziellen Beitrag für die oft übersehene wirtschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit. Zudem haben die besonderen Herausforderungen einen enormen Digitalisierungsschub für alle Beschäftigten, den Konzern und die Wirtschaft insgesamt ausgelöst“, sagt Bräunig. Dies sei eine wichtige Grundlage für die notwendige langfristige Transformation der Wirtschaft in den nächsten Jahren.

 

Der Nachhaltigkeitsbericht zeigt auf, dass sich alle Bereiche des Konzerns in puncto Nachhaltigkeit stetig verbessern, sei es in der Strategie, im Bankgeschäft und -betrieb oder hinsichtlich der Beschäftigten. Exemplarisch seien folgende Aspekte hervorgehoben:

 

KfW-Roadmap Sustainable Finance erweitert die Strategie

 

Durch ihr ambitioniertes Nachhaltigkeitsmanagement und -engagement hat die KfW 2020 eines ihrer wichtigsten strategischen Ziele erreicht: Sie bleibt bei den namhaften Nachhaltigkeitsratings in der Spitzengruppe der internationalen Förder- und Entwicklungsbanken positioniert.

 

Die KfW hat sich zu einer transformativen Förderbank für eine treibhausgasneutrale Zukunft weiterentwickelt und erfüllt damit auch einen Auftrag der Bundesregierung. „Wir haben im Dezember 2020 nach zwei Jahren intensiver, konzernübergreifender Arbeit die KfW-Roadmap Sustainable Finance verabschiedet und damit die Weichen für eine an den UN-Nachhaltigkeitszielen orientierte Steuerung der KfW Bankengruppe gestellt“, erklärt Bräunig. Die Einbeziehung der Paris-Kompatibilität führe dazu, dass die KfW im Einklang mit den deutschen und EU-Zielen bis spätestens 2050 ein treibhausgasneutrales Portfolio erreiche.

 

Mit der Umsetzung hat die KfW im Rahmen ihres Projekts „TranSForm“, das bis 2024 läuft, bereits begonnen. „Wir werden unser Neugeschäft strategisch so steuern, dass es messbar auf die Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs) einzahlt und zugleich mit den Pariser Klimaschutzzielen vereinbar ist“, sagt Bräunig. Diese zwei Nachhaltigkeitsziele seien neu im Strategischen Zielsystem der KfW verankert.

 

Kernelemente des Projekts TranSForm:

 

– Sukzessive Einführung von Paris-kompatiblen Sektorleitlinien, beginnend mit emissionsintensiven Sektoren (beispielsweise Stromerzeugung und Gebäude). Die KfW setzt dabei auf schrittweise steigende Anforderungen an die Klimaverträglichkeit KfW-finanzierter Technologien, um die Transformation der Realwirtschaft gestaltend zu begleiten; klimaschädliche Technologien werden dementsprechend aus dem Portfolio ausgesteuert.

– Aufbau eines THG-Accountings für das gesamte KfW-Portfolio, um systematisch prüfen zu können, inwiefern die Sektorleitlinien die KfW-Finanzierungen wirksam auf das gesetzte Ziel – THG-neutrales Portfolio bis 2050 – hinsteuern.

– Systematische, konzernweite Stärkung der Analyse von ESG-Risiken im Risikomanagement und weiterer Ausbau der Klimarisikoberichterstattung. Risiken, aber auch Chancen werden konsequent erfasst und allen Stakeholdern transparent dargelegt, um deren Vertrauen in das Handeln der KfW weiter zu stärken.

– Aufbau eines an den SDGs orientierten Wirkungsmanagements – damit wird der Beitrag des KfW-Kerngeschäfts zu den UN-Zielen messbar. Ein eigens gebildetes Team der Konzernentwicklung arbeitet bereits an konzernweit abgestimmten Wirkungsindikatoren zur systematischen Messung und Berichterstattung über die Nachhaltigkeitswirkungen aller KfW-Finanzierungen.

 

Schwerpunkte im Nachhaltigen Bankgeschäft

 

Im Jahr 2020 hat jede neue KfW-Finanzierung zu mindestens einem SDG beigetragen. Trotz der alles überschattenden Pandemie wurden weltweit

44,4 Mrd. Euro für Klima- und Umweltvorhaben im In- und Ausland zugesagt – damit wurde die Umweltzielquote, die zu Beginn des letzten Geschäftsjahres auf 38% angehoben worden war, deutlich übertroffen:

bereinigt um Corona-Hilfsmaßnahmen beträgt sie 50%.

 

Einen wichtigen qualitativen Schwerpunkt als Bank aus Verantwortung hat die KfW 2020 im Bereich der Umwelt- und Sozialprüfungen gelegt:

So wurden weitere 17 USVP-Sachverständige eingestellt, 20 neue USVP-Stellen sollen in diesem Jahr folgen, so dass ihre Anzahl auf insgesamt 66 steigen wird.

 

Zur Verantwortung gehört auch Transparenz: Im seit 2019 bestehenden Transparenzportal der Entwicklungsbank werden seit Anfang 2020 die Zusammenfassungen der USVP-Ergebnisse veröffentlicht. Zudem werden seit 2020 alle Finanzierungsvorhaben der Entwicklungsbank einem Klimastreaming unterzogen: Um den Herausforderungen beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel effizienter zu begegnen, werden bereits bei der Konzeption (wie im Verlauf der Durchführung) eines Vorhabens Aspekte des Klimawandels berücksichtigt. Die Mitarbeiter werden hierzu kontinuierlich geschult.

 

Im ESG-Risikomanagement ist ein wesentliches Element der vorausschauenden KfW-Nachhaltigkeitsstrategie der Ausbau der Klimaberichterstattung gemäß TCFD-Standard. Während im Ersten TCFD-Bericht (2019) die Auswirkungen eines 2°-Szenarios der Klimaerwärmung auf das Öl- und Gasportfolio erläutert wurden, berichtet die KfW aktuell mittels dreier unterschiedlich fokussierter Analysen über die Auswirkungen physischer Klimarisiken auf das KfW-Portfolio (jeweils unter Zugrundelegung des härtesten Klimaszenarios des Weltklimarats). Zudem berichtet die KfW über ihren ersten Klimastresstest für ihr Portfolio, dem sie das Szenario „Disorderly Transition“, also die Annahme eines besonders ausgeprägten Anstiegs transitorischer Risiken ab 2030, zugrunde gelegt hat.

 

Der heute veröffentlichte Erste Teil des KfW-Nachhaltigkeitsberichts beinhaltet Daten gemäß CSR-Richtlinie, HGB und GRI-Standard sowie – zum zweiten Mal – eine klimabezogene Berichterstattung nach den TCFD-Empfehlungen.

 

Am 30.06.2021 wird der Zweite Teil – in Form eines Magazins – veröffentlicht, der sich ausführlich den SDGs und dem konzernweiten Wirkungsmanagement widmen wird.

 

Hier geht’s direkt zu

 

– KfW-Nachhaltigkeitsbericht 2020:www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konz

ernthemen/Nachhaltigkeit/Nachhaltigkeitsbericht-2020.pdf

– Presseerklärung zum SDG-Mapping der KfW-Finanzierungen 2020: www.kf

w.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_632384

.html

– Präsentation zu TranSForm: Das Projekt in Graphiken: www.kfw.de/Pre sse-Newsroom/Pressematerial/Handout-Kapitalmarkt/April-2021_Pr%C3%A4s

entation-Umsetzung-Sustainable-Finance-2.pdf