DIW: Präsident Fratzscher plädiert für längeren und härteren Lockdown

Frankfurt/Main (19.1.21)/PK – Am Vorabend der Bund-Länder-Beratungen zur Pandemie-Bekämpfung hat sich der Präsident des DIW-Instituts, Marcel Fratzscher im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten für einen längeren und zugleich härteren Lockdown ausgesprochen. Die damit verbundenen wirtschaftlichen Kosten schätzte Fratzscher niedriger ein als die durch halbherzige Lockdowns wie sie derzeit praktiziert werden. Auf die Frage, wann sich die deutsche Wirtschaft von den Rückschlägen der Corona-Pandemie erholt und wieder Vor-Corona-Niveau erreicht haben werde, gab sich Fratzscher pessimistisch. Er rechne inzwischen erst „Mitte 2022“ damit, daß die deutsche Volkswirtschaft den Corona-Einbruch überwunden haben werde. Die für 2021 vorhergesagten Wachstums-Prognosen hält der DIW-Präsident mittlerweile für zu optimistisch. Unter der Voraussetzung, daß der seit November praktizierte Lockdown Ende Januar gestoppt werde, hatte das DIW unlängst für 2021 ein Wachstum des Brutto-Inlands-Produktes von 1,8 Prozent vorhergesagt. Diese Prognose sei nun überholt.

Marcel Fratzscher, der in Kürze 50 Jahre alt werden wird, gilt als linksliberaler Wirtschaftswissenschaftler, der der SPD nahe steht und als einer der die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank im Großen und Ganzen gutheißt.