Bundesbank: Bürger erwarten Inflationssprung

Frankfurt/Main (13.1.21) – Die Inflationserwartungen der Privatpersonen in Deutschland sind zum Ende des vergangenen Jahres gestiegen. Wie aus dem Bundesbank-Online-Panel-Haushalte hervorgeht, erwarteten Privatpersonen im Dezember 2020 für den Durchschnitt der kommenden zwölf Monate eine Inflationsrate von 3,1 Prozent. Dies stellt den höchsten im Jahr 2020 gemessenen Wert dar, nachdem die Inflationserwartungen von Juni bis November von 2,8 Prozent auf 2,5 Prozent gesunken waren. Ursächlich für den Anstieg der Erwartungen könnte unter anderem das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung zum Jahresbeginn 2021 sowie die Einführung der CO2-Bepreisung für Kraftstoffe, Heizöl und Gas sein. Für letzteren Punkt spricht, dass mehr als ein Drittel der Privatpersonen im Dezember für das Jahr 2021 stark steigende Benzinpreise erwartete; in den vorangegangenen Monaten waren es noch weniger als ein Viertel.

Im Rahmen des Bundesbank-Online-Panel-Haushalte – einer repräsentativen, internetbasierten Erhebung – befragt das Forschungszentrum der Bundesbank seit April 2020 jeden Monat etwa 2000 Privatpersonen zu ihren Erwartungen hinsichtlich ausgewählter wirtschaftlicher Kennzahlen wie Inflation, Zinsen, Miet- und Immobilienpreisen. Die Ergebnisse daraus werden regelmäßig auf der Website der Bundesbank veröffentlicht. Mit der Befragung verbessert die Bundesbank die Informationslage über wirtschaftliche Erwartungen in Deutschland für die Erfüllung ihrer Aufgaben. Erwartungen von Privatpersonen wirken sowohl direkt als auch mittelbar über Konsum und Investitionen auf die Entwicklung der Preise, und stabile Preise sind Hauptziel der Bundesbank und des Eurosystems.