GRENKE:  Im 2. Quartal erste Anzeichen der Erholung

Baden-Baden (30.7.20) – Die GRENKE AG, ein globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, sieht im 2. Quartal 2020 für das eigene Geschäft erste Anzeichen einer Erholung. Das Neugeschäft des GRENKE Konzerns ging im 2. Quartal 2020 zwar um 34,2% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 598,1 Mio. Euro zurück (Q2 2019: 909,6 Mio. Euro), zeigte sich aber im Juni und damit zum Ende des 2. Quartals 2020 stärker als zu Quartalsbeginn. Umsatzseitig stieg das Zinsergebnis um 8,8% auf 98,0 Mio. Euro.

„Wir haben gegen Ende des 2. Quartals eine Erholung unseres Neugeschäfts gesehen. Im Juli, und damit zu Beginn des 3. Quartals, liegt unser Neugeschäft bei ungefähr 70% des Vorjahresmonats und somit höher als im Juni, wo der Wert bei 55% lag. Ob und wie schnell wir uns jetzt weiter aufwärtsbewegen, können wir jedoch noch nicht abschätzen“, kommentiert Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG, den Geschäftsverlauf im 2. Quartal 2020 und den weiteren Ausblick.

 

Die Schadensabwicklung und Risikovorsorge des Konzerns stieg im 2. Quartal 2020 nochmals an und erreichte 62,2 Mio. Euro (Q1 2020: 50,8 Mio. Euro). Ursächlich dafür war im Wesentlichen das Leasinggeschäft in Italien und Frankreich, da diese Regionen mit hohen Geschäftsanteilen von der Pandemie besonders betroffen waren. Die Schadensabwicklung und Risikovorsoge führte den Periodengewinn im 2. Quartal 2020 auf 14,2 Mio. Euro zurück (Q1 2020: 23,7 Mio. Euro). Im 1. Halbjahr 2020 betrug die Schadensabwicklung und Risikovorsorge 113,0 Mio. Euro (Q1-Q2 2019: 60,7 Mio. Euro). Die daraus resultierende Schadensquote lag im 1. Halbjahr 2020 bei 2,5%.

 

„Die Situation hat sich insgesamt für uns verbessert. Die Zahl der säumigen Zahlungen hatte sich im April verdoppelt und zu einem Anstieg der Risikovorsorge für laufende Vertragsbeziehungen geführt. Der Juni und vor allem der Juli waren deutlich besser, die Anzahl der Stundungsanfragen ist erheblich zurückgegangen. Wir gehen davon aus, dass dies auch ein Erfolg der staatlichen Hilfsmaßnahmen ist. Gemeinsam mit Förderbanken wie der KFW leisten wir unseren Beitrag, um den Geschäftsbetrieb unserer Kunden aus dem Mittelstand gerade jetzt zu sichern. Zugute kommt uns ferner, dass unser Geschäftsmodell in vielen Märkten und Branchen etabliert ist. Dies führt zu einer hohen Risikostreuung. In Summe erwarten wir deshalb eine Verbesserung der Schadenquote und rechnen derzeit mit einem Wert von bis zu 2,3% für das Gesamtjahr“, kommentiert Sebastian Hirsch, Mitglied des Vorstands der GRENKE AG, den Geschäftsverlauf im 2. Quartal 2020 und den weiteren Ausblick.

 

Neuer Standort in den USA

 

Im 2. Quartal 2020 eröffnete GRENKE seinen neuen Franchise-Standort in den Vereinigten Staaten von Amerika (Phoenix, Arizona). Zum 30. Juni 2020 war GRENKE damit in 33 Ländern mit insgesamt 153 Standorten präsent.

 

 

eSignature Verfahren weiterhin erfolgreich

 

Im 2. Quartal 2020 konnten knapp 30% der Verträge über das eSignature Verfahren abgeschlossen werden. Dieses Verfahren ist in 20 Märkten etabliert und ermöglicht es, Leasingverträge vollständig digital abzuwickeln.

 

Inklusive der jüngsten Zellteilungen und Akquisitionen stieg die durchschnittliche Anzahl der im GRENKE Konzern Beschäftigten gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 6,8% auf 1.758 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Die Personalaufwendungen im 2. Quartal 2020 lagen bei 27,9 Mio. Euro und waren somit um 2,9% niedriger als im Vorjahr (Q2 2019: 28,8 Mio. Euro). Der Vertriebs- und Verwaltungsaufwand verringerte sich um 16,5% auf 15,5 Mio. Euro nach 18,6 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

 

Die Bilanzsumme des GRENKE Konzerns erhöhte sich zum Stichtag 30. Juni 2020 gegenüber dem Stand zum Ende des Geschäftsjahres 2019 um 7,6% auf 7,7 Mrd. Euro (31. Dezember 2019: 7,1 Mrd. Euro). Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Zunahme der Zahlungsmittel, die sich zum Stichtag auf 1,1 Mrd. Euro mehr als verdoppelten (31. Dezember 2019: 0,4 Mrd. Euro). Der höhere Zahlungsmittelbestand ergab sich vor allem durch das erhöhte Einlagevolumen bei der GRENKE Bank. Zum 30. Juni 2020 betrug das Einlagevolumen inkl. Globaldarlehen 1.794 Mio. Euro und damit 29% der Refinanzierungsmittel der GRENKE AG.

 

Die Bilanzstruktur des Konzerns zeigte sich mit einer Eigenkapitalquote von 16,6% solide und lag damit über der langfristigen Orientierungsmarke von 16,0%.

 

Ausblick 2020

 

Inwieweit und in welchem Umfang die COVID-19-Pandemie Einfluss auf die weitere Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der GRENKE Gruppe haben wird, ist aktuell nicht verbindlich abschätzbar und nicht in der am 11. Februar 2020 veröffentlichten Prognose für das Geschäftsjahr 2020 enthalten. Vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Beschränkungen infolge der COVID-19-Pandemie geht der Vorstand aus heutiger Sicht davon aus, dass sich das Neugeschäftsniveau im 3. Quartal 2020 bei ungefähr 60% des Vorjahresniveaus einpendeln wird. Somit bleibt die Neugeschäftsentwicklung für das laufende Geschäftsjahr insgesamt vom weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie abhängig. Zu Jahresbeginn war für das Neugeschäft zunächst ein Wachstum zwischen 14 und 18% avisiert worden.

 

Der Konzern ist in der Lage, auf Basis eines geringeren Neugeschäftsvolumens und angemessenen Kosteneinsparungen auch in der Krise profitabel zu arbeiten, auch wenn der Gewinn unter dem Niveau liegen wird, welches zu Jahresbeginn in einem Zielkorridor von 153 bis 165 Mio. EUR avisiert worden war. Auf Basis der guten Liquiditätslage sowie der stabilen Anzahl von Mitarbeitenden – insbesondere im Vertrieb – kann der GRENKE Konzern auf entsprechende Lockerungen und Normalisierungsentwicklungen sofort reagieren. Der Vorstand wird seine Prognose aktualisieren, sobald sich die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie hinreichend bestimmen lassen.

 

 

Die Quartalsmitteilung über das 2. Quartal 2020 ist im Internet unter www.grenke.de/unternehmen/investor-relations/berichte-und-praesentationen abrufbar.