Legg Mason/Clearbridge Investments:

Auf kürzeste Rezession aller Zeiten könnte Rallye folgen

Frankfurt/Main (24.7.20) – Politik und Notenbanken haben die Rezession abgewendet. Jetzt haben es die Anleger in der Hand, wie es an den Märkten weitergeht: Die Cashquoten sind hoch und könnten die Rallye fortsetzen. „In der Vergangenheit hat das bereits mehrfach geklappt“, findet Jeffrey Schulze, Investment Strategist bei der Legg-Mason-Boutique Clearbridge Investments.

„Die Corona-Rezession könnte zum kürzesten Wirtschaftsabschwung aller Zeiten werden“, betont Jeffrey Schulze, Investment Strategist bei Clearbridge Investments. Maßgeblich verantwortlich dafür seien die US-Notenbank, die die Wall Street stützt, und der Kongress, der sich um die Realwirtschaft kümmert. „Im Juni sprangen die Ampeln unseres Clearbridge Recovery Dashboards auf Grün, was einerseits der wachsenden Zuversicht in der Wirtschaft und andererseits der sich bessernden Finanzierungsbedingungen geschuldet ist. Die Rezession ist damit vorüber“, sagt Schulze.

Politik und Notenbanken zu allem entschlossen

Dennoch sollten Anleger nicht uneingeschränkt in Euphorie verfallen. Der Anlagestratege verweist darauf, dass der US-Arbeitsmarkt noch immer stark angeschlagen und die US-Wirtschaft angesichts der Folgen der Krise fragil aufgestellt ist. Wie es an den Märkten konkret weitergeht, entscheiden laut Schulze die Anleger selbst. Aktuell herrsche an den Märkten eine „Dabei-sein-ist-alles-Stimmung“ vor. Zugleich fällt die Cashquote der Investoren mit 18,8 Prozent der Marktkapitalisierung des Aktienmarktes sehr hoch aus. „Wenn Investoren beginnen, dieses Kapital zu investieren, dürften auch kleinere Rückschläge am Aktienmarkt geglättet werden und Aktien ihren positiven Trend beibehalten. Schießen Anleger kein zusätzliches Kapital nach, kann es an den Märkten in den kommenden Monaten auch zu ungemütlichen Phasen kommen“, so Schulze.

Trotz der Möglichkeit gesteigerter Volatilität, sieht der Anlagestratege die Märkte durch Notenbanken und Politik solide unterstützt. „Bereits im März sorgte das beherzte Eingreifen dafür, dass das Schlimmste abgewendet werden konnte und die Rezession als eine der kürzesten aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingehen wird. Die beteiligten Akteure haben keinen Zweifel offengelassen, dass sie bei neuerlichen Rückschlägen nicht ebenso entschlossen reagieren würden“, sagt Schulze.

Kommendes Quartal entscheidend

Auch der Blick in die Geschichte zeigt, dass die kommenden Monate eher positiv verlaufen könnten: „Seit 1975 hat jede Rallye, die innerhalb von fünfzig Tagen mehr als zwanzig Prozent Rendite eingebracht hat, auch in den folgenden Monaten für positive Renditen gesorgt“, so Schulze. Im Mittel lag die Rendite innerhalb der sechs Monate nach derartigen Kursrallyes bei 9,5 Prozent, innerhalb der nächsten zwölf Monate bei 17,2 Prozent. „Was auch immer die Zukunft bringt: Das nächste Quartal wird darüber entscheiden, ob sich die Divergenz zwischen Märkten und Realwirtschaft fortsetzt oder ob es zu einer Angleichung kommen wird“, schlussfolgert Schulze.