Mercedes-Benz: Energieeffizienz, Grünstrom und nachhaltige Wärmeversorgung – Werke produzieren ab 2022 weltweit CO2-neutral

Stuttgart (25.5.20) – Auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität kommt der Fahrzeugproduktion eine ganz entscheidende Rolle zu. Mit Blick auf die dort eingesetzte Energie erreicht die Mercedes-Benz AG einen weiteren bedeutenden Meilenstein: Die eigenen Werke werden ab 2022 CO2-neutral produzieren. Dies umfasst mehr als 30 Pkw- und Van-Werke weltweit und ist ein weiterer Schritt in der Umsetzung der „Ambition2039“, nach der das Unternehmen ab 2039 eine CO2-neutrale Neuwagenflotte anstrebt. In einem ersten Schritt werden Emissionen, die in der Mercedes-Benz Fahrzeug-Produktion und bei der Energieversorgung der Werke anfallen, konsequent reduziert beziehungsweise wo möglich ganz vermieden. Das Unternehmen setzt dabei auf drei strategische Säulen: kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz, Nutzung von Grünstrom sowie Implementierung einer nachhaltigen Wärmeversorgung.

 „In unseren Mercedes-Benz Werken setzen wir bereits heute Maßstäbe in energieeffizienter und ressourcenschonender Produktion. Dies reicht von der konsequenten CO2-Reduktion über eine nachhaltige Logistik bis hin zu Biodiversität an unseren verschiedenen Standorten auf der ganzen Welt. Bis 2022 sparen wir bereits mehr als die Hälfte der CO2–Menge in unseren Werken ein. Das Bewusstsein für energieeffizientes Handeln ist in unseren Prozessen verankert und wird tagtäglich von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebt. CO2-neutral zu produzieren, ist ein bedeutender Meilenstein im globalen Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars und nicht zuletzt in der Umsetzung unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie“, sagt Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain Management.

Für eine klimaneutrale Produktion werden in einem ersten Schritt Emissionen, die in der Mercedes-Benz Fahrzeug-Produktion und bei der Energieversorgung der Werke anfallen, konsequent reduziert beziehungsweise wo möglich ganz vermieden. Das Unternehmen setzt dabei auf die drei strategischen Säulen: kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz, Nutzung von Grünstrom sowie Implementierung einer nachhaltigen Wärmeversorgung.

Ingo Ettischer, Leiter Mercedes-Benz Vans Operations: „Nachhaltigkeit ist ein Grundprinzip unserer Unternehmensstrategie von Mercedes-Benz Vans. Künftig werden wir unsere Lieferketten und unsere Werke noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit ausrichten – sowohl in der Produktion als auch im Produkt selbst. Mit der zunehmenden Elektrifizierung unserer Produktpalette bekommt die emissionsfreie Produktion eine immer stärkere Rolle für eine emissionsfreie Mobilität. Dabei reichen die Maßnahmen von der Versorgung mit Grünstrom über den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Gabelstaplern bis zur Nutzung von Abwärme aus eigenen Kraftwerken für bestimmte Produktionsschritte.“

Energieeffizienz, Grünstrom und nachhaltige Wärmeversorgung bei der Mercedes-Benz AG

Vor einem Jahr hat Mercedes-Benz mit der „Ambition2039“ seinen Weg zu einer CO2-neutralen Mobilität vorgestellt. Dabei betrachtet das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über das Lieferantennetzwerk, die eigene Produktion bis hin zur Elektrifizierung der Produkte und darüber hinaus bis hin zu erneuerbaren Energien für die Nutzungsphase von Elektrofahrzeugen. Die CO2-neutrale Produktion ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung der „Ambition2039“.

Für die Reduktion und Vermeidung des CO2-Ausstoßes und damit auch für die Umstellung auf eine CO2-neutrale Fahrzeugfertigung ist die Energieeffizienz eines Werkes von größter Bedeutung; denn jede nicht verbrauchte Kilowattstunde Energie trägt positiv zur Umweltbilanz bei. Schon heute wird Energieeffizienz in der Produktion gelebt und umgesetzt: Verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise die Optimierung der Beleuchtungs- und Lüftungstechnik, die intelligente Steuerung der elektrischen Energieversorgung oder der Einsatz effizienter und modernster Technik bei der Planung tragen zu bedeutenden Energieeinsparungen in den Produktionswerken bei. Ein standortübergreifendes Energiemanagement sichert die kontinuierliche Reduzierung des Verbrauchs. Mit breit gefächerten Maßnahmen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werken weltweit sensibilisiert. Dazu gehören zum Beispiel Energiespar-Tipps und Schulungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten mit ihrem Bewusstsein für Energie und ihren innovativen Ideen einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung.

Eine wichtige Säule der CO2-neutralen Produktion ist die nachhaltige Stromversorgung der Werke. Dazu gehört zum einen der Ausbau der regenerativen Eigenerzeugung an den verschiedenen Standorten. Zum anderen ist der Bezug von Grünstrom ein essentieller Bestandteil dieser Strategie: Ab 2022 werden alle eigenen Produktionswerke der Mercedes-Benz AG weltweit ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen beziehen. Zum Einsatz kommt Strom aus Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen. Das Unternehmen nutzt künftig in Deutschland zum Beispiel Strom aus Windkraftanlagen, deren Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach 2020 ausläuft. Damit stellt das Unternehmen den langfristigen Weiterbetrieb von sechs norddeutschen Windparks sicher. Genutzt wird der grüne Strom beispielsweise für die Produktion des Elektroautos EQC (EQC 400 4MATIC (Stromverbrauch kombiniert: 20,8 – 19,7 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1 im Mercedes-Benz Werk Bremen sowie für die Batterieproduktion am Standort der Deutschen ACCUMOTIVE im sächsischen Kamenz. Das Van-Werk Vitoria (Spanien) – in dem auch die Elektro-Modelle eVito und ab 2020 der EQV von Mercedes-Benz Vans produziert werden – bezieht schon heute ausschließlich Grünstrom für den kompletten Standort.

In Deutschland ist der Grünstrombezug nicht nur für die Produktionsstätten sichergestellt: Alle deutschen Standorte der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG, der Daimler Trucks AG und der Daimler Mobility AG werden ab 2022 Grünstrom beziehen, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt und somit CO2-frei ist. Ein standortübergreifender Stromvertrag sichert die vollständige Deckung des Strombedarfs aus einem Mix aus Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen zu jeder Zeit. Ein großer Anteil davon stammt aus deutschen Anlagen. Die Erzeugung des Grünstroms erfolgt jederzeit synchron zum Verbrauch. Ein Grünstromkonzept dieser Art und Größenordnung ist bislang einzigartig.

Ein weiterer Stellhebel der CO2-neutralen Produktion ist der kontinuierliche Ausbau einer nachhaltigen Wärmeversorgung der Produktionswerke der Mercedes-Benz AG. Hierbei setzt das Unternehmen künftig unter anderem auf Biogas, Biomasse, Geothermie und Solarthermie sowie den Einsatz von Wärmepumpen. Das Mercedes-Benz Werk Jawor (Polen) beispielsweise wird CO2-neutral Motoren und in Zukunft auch Batterien fertigen. Dafür wird es den Strom aus einem Windpark beziehen, der Wärmebedarf wird über ein Biomasse-Heizwerk direkt beim Werksgelände gedeckt. Dieses liefert Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Mercedes-Benz AG gehört damit zu den ersten großen Industrieunternehmen in Polen, die Verträge mit lokalen Grünstrom- und Wärmeversorgern abgeschlossen haben.

Im letzten Schritt erfolgt die Kompensation unvermeidbarer CO2-Emissionen durch qualifizierte Projekte. Unvermeidbare Emissionen entstehen insbesondere in den bestehenden hocheffizienten Gas-KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) durch die klimaschonende Eigenerzeugung von Wärme und Strom. Die Kompensationsprojekte entsprechen den hohen Qualitäts-Ansprüchen des Clean Development Mechanism (CDM) der Vereinten Nationen (UN) sowie dem zusätzlichen Gold Standard. Die Projekte fördern eine nachhaltige, soziale und ökologische Entwicklung in den Projektländern und vermeiden so nicht nur CO2-Emissionen. Zum Portfolio gehören Projekte zur erneuerbaren Energieversorgung, wie beispielsweise aus Geothermie in Indonesien, oder zur CO2-reduzierten Trinkwasseraufbereitung in Uganda.

1Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration.