Deutsche Bank: Ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele

Frankfurt/Main (13.5.20) – Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DB / NYSE: DB) hat erstmals quantifizierbare Ziele veröffentlicht, wie sie ihr Geschäft im Bereich Nachhaltigkeit (Environmental, Social, Governance/ESG) ausweiten und so die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft unterstützen will. Bis Ende 2025 soll das Volumen an ESG-Finanzierungen sowie der Bestand an verwaltetem Vermögen in nachhaltigen Anlagen auf insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro steigen.

Die Zwillings-Türme der Deutschen-Bank-Zentrale in Frankfurt am Main ragen in den Frühlingshimmel – Foto:PK


„Aus tiefster Überzeugung wollen wir den globalen Wandel zu einer nachhaltigen, klimaneutralen und sozialen Wirtschaft mitgestalten“, sagt Deutsche-BankVorstandschef Christian Sewing. „Das Ziel von 200 Milliarden Euro an nachhaltigen Finanzierungen und Investments ist im Branchenvergleich ambitioniert. Allerdings starten wir von einer guten Basis, da wir als global agierendes Finanzierungshaus den wachsenden Bedarf unserer Kunden an nachhaltigen Anlageprodukten selbst bedienen können.“
Die Mindestsumme von 200 Milliarden Euro innerhalb von sechs Jahren umfasst einerseits die bis Ende 2025 vergebenen Kredite und Anleihen, die in diesem Zeitraum von der Deutschen Bank platziert werden. Andererseits zählt dazu der Bestand an nachhaltig investiertem Vermögen, den die Privatkundenbank im Jahr 2025 verwalten wird. Damit folgt die Deutsche Bank gängiger Praxis in der Branche. Das vom Vermögensverwalter DWS verwaltete ESG-Vermögen von rund 70 Milliarden Euro per Ende 2019 fließt nicht in diese Berechnung ein.

Bei der Definition, welche Engagements als nachhaltig eingestuft werden, orientiert sich die Bank an der EU-Taxonomie, dem Nachhaltigkeits-Standard der Europäischen Union. Wo die EU noch keine Standards entwickelt hat, setzt die Deutsche Bank auf eigene, nachvollziehbare Kriterien. Die Bank wird künftig jährlich in ihrem Nichtfinanziellen Bericht über den Fortschritt mit Blick auf dieses Ziel berichten. Sie wird außerdem bis Ende des zweiten Quartals 2020 Details zu ihrer Definition für nachhaltige Finanzierungen veröffentlichen.
Allein seit Jahresbeginn hat die Bank für ihre Kunden in 22 Transaktionen ESGAnleihen über fast 3,5 Milliarden Euro platziert. Dazu zählen grüne Anleihen, Sozialanleihen, Nachhaltigkeitsanleihen und an Nachhaltigkeitskriterien gebundene Bonds. Derzeit belegt die Deutsche Bank damit den zehnten Platz in der Rangliste für nachhaltige Anleihen weltweit (Quelle: Dealogic).

Voraussetzungen für erste eigene grüne Anleihe geschaffen

Die Deutsche Bank kann sich ab sofort über eigene grüne Anleihen refinanzieren und hat dafür ihr eigenes Rahmenwerk verabschiedet. Damit will sie den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienzmaßnahmen fördern. Wie angekündigt, plant sie bereits in diesem Jahr, in Abhängigkeit von den Marktbedingungen ihre erste eigene grüne Anleihe zu begeben.
Zu „grünen“ Vermögenswerten gehören Darlehen und Investitionen in Unternehmen, Vermögenswerte oder Projekte aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und sogenannte grüne Gebäude, die nach ökologischen und nachhaltigen Standards gebaut sind. Das Rahmenwerk für grüne Anleihen der Bank folgt dabei den Grundsätzen für grüne Anleihen der International Capital Market Association (ICMA) und den neuesten Leitlinien der Technischen Expertengruppe der EU zur EU-Taxonomie.
Der eigenständige Berater Institutional Shareholder Services ESG (ISS ESG) hat ein unabhängiges Gutachten zum Rahmenwerk erstellt. Das Gutachten bestätigt der Bank sowohl ein vorbildliches Verhalten als auch die Übereinstimmung mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Bei der Prüfung hat das Beratungshaus auch die ESG-Leistung der Deutschen Bank bewertet und sie mit einem Rating von „C“ als „Prime“ eingestuft. Damit liegt die Deutsche Bank auf dem achten Platz von 281 bewerteten Unternehmen in der Kategorie Finanzunternehmen/Banken und Kapitalmarkt.
Stromverbrauch soll bis 2025 komplett aus erneuerbaren Energien stammen
Auch in ihrem eigenen Betrieb will die Deutsche Bank noch nachhaltiger werden. Bis spätestens 2025 beabsichtigt sie, ihren gesamten Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien zu bestreiten. Ende des vergangenen Jahres stammten knapp 80 Prozent ihres Stromverbrauchs weltweit aus erneuerbaren Quellen. Damit setzt die Bank konsequent ihre Politik fort, klimaneutral zu arbeiten und den Primärausstoß an Treibhausgasen zu verringern.

Bereits seit 2012 arbeitet die Deutsche Bank klimaneutral. Dank der Energieeffizienzmaßnahmen, die die Bank seit 2010 umsetzt, konnte sie ihren Stromverbrauch um mehr als ein Viertel senken. Um die verbleibenden Treibhausgas-Emissionen auszugleichen, kauft die Bank geprüfte Emissionsminderungszertifikate.

Fortschritte bei Richtlinien für Finanzierungsgeschäfte

Um das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich im Unternehmen zu verankern, wird die Deutsche Bank die sogenannten Äquator-Prinzipien unterschreiben. Sie enthalten Vorgaben für eine sorgfältige Umwelt- und Sozialprüfung (Due Diligence) bei Projektfinanzierungen.
Außerdem plant die Deutsche Bank, bis zur Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal eine neue Öl- und Gasrichtlinie zu verabschieden, die einen klaren Rahmen für Finanzierungen und Investitionen in diesem Bereich setzt.
Die Deutsche Bank ist davon überzeugt, dass die Bankenbranche eine maßgebliche Rolle bei der Transformation der Wirtschaft spielen muss, um die im Pariser Klimaabkommen und in den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung festgelegten Ziele zu erreichen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Bank zahlreichen Nachhaltigkeitsprogrammen angeschlossen – von der Teilnahme am UN Global Compact seit dem Jahr 2000 bis hin zur Unterzeichnung der UNGrundsätze für ein verantwortungsbewusstes Bankgeschäft im September 2019.