DZ Bank zur Dividendensaison 2020: Ausschüttungen steigen an, die Gefahren jedoch auch

    Frankfurt/Main (10.3.20) – Weltweit werden rund 1.600 Mrd. USD an Dividende ausgeschüttet. Damit könnte man alle DAX-Unternehmen kaufen und hätte noch 350 Mrd. USD übrig. Obwohl die Unternehmensgewinne lediglich stagnierten, schütten die Unternehmen 4% mehr aus als im Vorjahr. Dadurch steigt die Ausschüttungsquote an. Die deutschen Unternehmen (HDAX) werden 47,2 Mrd. Euro und damit 4% weniger ausschütten. Dies liegt maßgeblich an den Kürzungen der Dividendengrößen Daimler und Deutsche Telekom, die rund 3 Mrd. Euro weniger ausbezahlen. Die nachlassende Dynamik des Welthandels und sektorspezifische Probleme haben die industrie- und exportabhängigen deutschen Unternehmen gebremst.

    Aufgrund des Kurseinbruchs infolge des Coronavirus sind die Dividendenrenditen wieder deutlich angestiegen und liegen auf den historischen Durchschnittswerten. DAX und Euro Stoxx 50 versprechen 3,6% und 4,1%. Da zusätzlich die Bondrenditen gesunken sind, bieten Aktien gegenüber Bonds einen Renditeaufschlag von 450 Basispunkten. Dies ist extrem hoch und liegt nahe der Rekordwerte. Dividendentitel bleiben somit attraktiv und sind für einen langfristigen Vermögensaufbau unerlässlich.

    Weltweit zeichnet sich bei den Top-Dividendenzahlern ein sukzessiver Wandel ab. Während Finanz- und Technologiewerte die Dividenden steigern, verlieren Energie und Kommunikation an Gewicht. Daher ist es wichtig, Dividendenportfolios weiterzuentwickeln. Mit Blick nach vorne werden die Dividenden langfristig weiter ansteigen und sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten deutlich stabiler als die Kurs- und Unternehmensgewinne entwickeln. Allerdings gehen wir kurzfristig davon aus, dass die Dividendenausschüttungen durch die Auswirkungen des Coronavirus belastet werden und die aktuell geschätzten Dividendenrenditen zu hoch sind.