Deutsche Bank kommt beim Umbau planmäßig voran…und verbucht erneut Milliardenverlust

Frankfurt/Main (30.1.20) – Vorstandsvorsitzender Christian Sewing: „Unsere neue Strategie greift. Die Stabilisierung der Erträge im zweiten Halbjahr 2019 und unsere konsequente Kostendisziplin führten zu einem besseren operativen Ergebnis als 2018. Das Kundengeschäft entwickelt sich quer durch die Bank positiv. Aufgrund des starken Kapitalpolsters von 13,6% sind wir sehr zuversichtlich, den Umbau mit unseren vorhandenen Mitteln stemmen und nun wieder wachsen zu können.“

Ragen in den Frankfurter Cityhimmel: die beiden Türme der Deutschen Bank-Konzernzentrale. Foto: Deutsche Bank

 

 

Der Verlust nach Steuern in 2019 ist vollständig zurückzuführen auf umbaubedingte Belastungen.

  • Der Verlust vor Steuern von 2,6 Milliarden Euro enthält 3,0 Milliarden Euro an Umbaukosten1, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Kosten für Restrukturierung und Abfindungen.
  • Der Verlust nach Steuern von 5,3 Milliarden Euro geht darüber hinaus auf 2,8 Milliarden Euro an Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen zurück. Diese wirken sich zum großen Teil nicht auf das regulatorische Kapital aus.
  • 70% der insgesamt erwarteten umbaubedingten Belastungen2 sind damit bereits verarbeitet.
  • Die harte Kernkapitalquote (CET1) betrug am Ende des Jahres 13,6% nach 13,4% am Ende des dritten Quartals 2019, nachdem der Abbau risikogewichteter Aktiva in der Abbaueinheit (Capital Release Unit, CRU) schneller als erwartet voranschreitet. 

Das Geschäft in der Kernbank, also in den weiterhin strategischen Geschäftsbereichen, hat sich 2019 stabilisiert und gewinnt an Dynamik.

  • Die Erträge sind auf berichteter Basis um 2% zurückgegangen. Bereinigt um Sondereffekte3 waren sie stabil.
  • Der Gewinn vor Steuern betrug 543 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte bei den Erträgen, Umbaukosten, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen betrug der Gewinn vor Steuern4 2,8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 7% gegenüber 2018. 

Die Ergebnisse des vierten Quartals 2019 verdeutlichen die Fortschritte beim Umbau.

  • Der Verlust vor Steuern von 1,3 Milliarden Euro enthält 1,1 Milliarden Euro an Umbaukosten und Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen.
  • Die bereinigten Kosten sanken das achte Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal (ohne Berücksichtigung von Umbaukosten und Bankenabgaben).
  • Die Kernbank verzeichnete einen Verlust vor Steuern von 437 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte bei Erträgen, Umbaukosten sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen erzielte die Kernbank einen Gewinn vor Steuern von 465 Millionen Euro.
  • Die Abbaueinheit CRU verringerte ihre risikogewichteten Aktiva (RWA) von im Quartal von 56 Milliarden Euro auf 46 Milliarden Euro. Damit konnten 6 Milliarden Euro an risikogewichteten Aktiva schneller als geplant verringert werden. Der Verlust vor Steuern von 856 Millionen Euro lag im Rahmen der Erwartungen. 

Die Deutsche Bank liegt auch beim Kostenabbau im Plan.

  • Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich im Gesamtjahr 2019 auf 25,1 Milliarden Euro, einschließlich Umbaukosten von 1,1 Milliarden Euro, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte von 1,0 Milliarden Euro sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 805 Millionen Euro.
  • Bei den bereinigten Kosten5 hat die Bank ihr Ziel für 2019 von 21,5 Milliarden Euro erreicht. Nicht berücksichtigt sind dabei die Umbaukosten sowie Aufwendungen im vierten Quartal im Zusammenhang mit dem Hedgefonds-Geschäft der Bank, das an BNP Paribas übertragen wird6.
  • Die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern sank auf 87.597, ein Rückgang um mehr als 4.100 im Laufe des Jahres 2019. 

Jahresergebnis von Umbaukosten geprägt – Kernbank steigert Gewinn

Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DB / NYSE: DB) kommt bei ihrem strategischen Umbau gut voran. Alle Finanzziele für 2019 hat sie erreicht oder übertroffen.

Der Verlust nach Steuern für das Gesamtjahr ist ausschließlich auf die Kosten für den Konzernumbau zurückzuführen. Unterm Strich verzeichnete die Deutsche Bank als Folge ihrer am 7. Juli 2019 bekanntgegebenen strategischen Transformation für 2019 einen Vorsteuerverlust von 2,6 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Umbaukosten von 1,1 Milliarden Euro, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte von 1,0 Milliarden Euro und Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 805 Millionen Euro. Der Verlust nach Steuern im Gesamtjahr enthielt zusätzlich umbaubedingte Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen von 2,8 Milliarden Euro. Alle diese umbaubedingten Belastungen liegen weitgehend im erwarteten Rahmen. Bis Ende 2019 hat die Deutsche Bank 70% der gesamten Kosten verbucht, die für die strategische Transformation zwischen 2019 und 2022 erwartet werden.

Im vierten Quartal 2019 verzeichnete die Deutsche Bank einen Verlust vor Steuern von 1,3 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Umbaukosten von 608 Millionen Euro sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 473 Millionen Euro. Nach Steuern betrug der Verlust 1,5 Milliarden Euro – hier schlugen sich ebenfalls die bereits genannten Effekte sowie umbaubedingte Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen von rund 400 Millionen Euro nieder.

Das Geschäft der Kernbank stabilisiert sich und gewinnt an Dynamik

Die Kernbank, die alle Bereiche außer der Abbaueinheit CRU umfasst, erzielte 2019 einen Gewinn vor Steuern von 543 Millionen Euro. Bereinigt um Umbaukosten von 635 Millionen Euro, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte von 1,0 Milliarden Euro, Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 649 Millionen Euro sowie um Sondereffekte bei den Erträgen von 108 Millionen Euro lag der Vorsteuergewinn der Kernbank bei 2,8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 7% gegenüber dem entsprechend bereinigten Wert 2018.

Die Erträge der Kernbank beliefen sich auf 23,0 Milliarden Euro, ein Rückgang um 2% gegenüber dem Vorjahr. Abzüglich der Sondereffekte waren die Erträge stabil – trotz des schwierigen Zinsumfelds und unsicherer Perspektiven für die Weltwirtschaft im Laufe des Geschäftsjahres.

Im vierten Quartal 2019 verzeichnete die Kernbank einen Verlust vor Steuern von 437 Millionen Euro. Ohne Umbaukosten, Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen sowie Sondereffekte bei den Erträgen erreichte die Kernbank einen Gewinn von 465 Millionen Euro vor Steuern, nach einem Gewinn von 78 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Erträge beliefen sich im vierten Quartal 2019 auf 5,5 Milliarden Euro, ein Anstieg von 5% gegenüber dem Vorjahresquartal. Bereinigt um Sondereffekte stiegen die Erträge um 8%.

Abbaueinheit CRU: Bilanzabbau schneller als geplant

Die Abbaueinheit CRU verzeichnete einen Verlust vor Steuern von 856 Millionen Euro im vierten Quartal und von 3,2 Milliarden Euro im Gesamtjahr. Der Verlust lag damit im Rahmen der Erwartungen. Hauptgrund für dieses Ergebnis waren sowohl verbliebene Kosten als auch der Wegfall von Erträgen aus nicht fortgeführten Geschäftsfeldern. Außerdem belasteten Kosten für die Absicherung und Risikoreduzierung im Zusammenhang mit dem Abbau der Verschuldungsposition (Leverage Exposure) und der risikogewichteten Aktiva (RWA) die Erträge im dritten und vierten Quartal. Bei diesem Abbau ist die Bank bis zum Jahresende 2019 schneller vorangekommen als geplant.

Ziel einer starken Kapitalausstattung erreicht

Die harte Kernkapitalquote (CET 1) verbesserte sich im vierten Quartal auf 13,6% und lag damit komfortabel über der für das Jahresende 2019 angestrebten Zielmarke von mehr als 13%.

Die Deutsche Bank reduzierte die risikogewichteten Aktiva (RWA) währungskursbereinigt im vierten Quartal um 18 Milliarden Euro auf 324 Milliarden Euro. Dadurch verbesserte sich die harte Kernkapitalquote um 0,73 Prozentpunkte, was die weitgehend auf den Quartalsverlust zurückzuführende negative Auswirkung von 0,47 Prozentpunkten auf die Quote mehr als ausglich.
Die Einheit zur Freisetzung von Kapital verringerte die risikogewichteten Aktiva im vierten Quartal um 10 Milliarden Euro auf 46 Milliarden Euro, eine Reduzierung um 36%. Zum Jahresende 2018 beliefen sie sich noch auf 72 Milliarden Euro. Damit hat die Abbaueinheit ihr Jahresendziel 2019 von 52 Milliarden Euro für die risikogewichteten Aktiva um 6 Milliarden Euro übererfüllt.

Die Deutsche Bank bekräftigt ihre Zuversicht, die harte Kernkapitalquote wie geplant während der gesamten Transformationsphase bis 2022 über 12,5% zu halten und den Umbau aus eigenen Mitteln finanzieren zu können.

Bilanzabbau über Plan

Die Deutsche Bank reduzierte die Verschuldungsposition (Leverage Exposure) im vierten Quartal um 123 Milliarden Euro auf 1.168 Milliarden Euro zum Jahresende. Dies ist vor allem auf die Fortschritte der Abbaueinheit zurückzuführen, die ihre Verschuldungsposition um 50 Milliarden Euro auf 127 Milliarden Euro verringerte und damit ihre Zielgröße von rund 140 Milliarden Euro noch unterbot. Weitere Faktoren waren geringere Barmittel, saisonale Verringerungen in der Investmentbank und Währungseffekte, die teilweise durch das Kreditwachstum ausgeglichen wurden.

Durch den Bilanzabbau verbesserte sich die Verschuldungsquote der Deutschen Bank im vierten Quartal auf 4,3% bei Berücksichtigung von Übergangsregelungen und auf 4,2% bei Vollumsetzung. Die Quote lag damit über der Zielmarke für das Jahresende 2019 von 4%. Die Bank bestätigte ihr Ziel, die Verschuldungsquote bis zum Jahresende 2020 auf 4,5% und bis Ende 2022 auf rund 5% zu steigern.

Kostenziel erreicht

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich 2019 auf 25,1 Milliarden Euro, ein Anstieg um 7%. Die bereinigten Kosten beliefen sich im abgelaufenen Jahr wie geplant auf 21,5 Milliarden Euro, ein Rückgang um 6%. Damit standen sie im Einklang mit dem Kostenziel für 2019. In diesen bereinigten Kosten nicht enthalten sind Umbaukosten und kalkulierte Aufwendungen von 102 Millionen Euro, die im vierten Quartal 2019 im Zusammenhang mit der Übertragung des Hedgefonds-Geschäfts an BNP Paribas entstanden sind. Diese Arten von Aufwendungen sind grundsätzlich gemäß der getroffenen Vereinbarung erstattungsfähig. Die Erstattung erfolgt ab dem 1. Dezember 2019. Daher ist etwa ein Drittel der genannten Kosten für das vierte Quartal als erstattungsfähig bei den Erträgen für den Monat Dezember verbucht worden.

Im vierten Quartal betrugen die zinsunabhängigen Aufwendungen 6,4 Milliarden Euro, während die bereinigten Kosten 5,1 Milliarden Euro betrugen, nach 5,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Nicht darin enthalten sind die Umbaukosten. Die bereinigten Kosten (ohne Berücksichtigung von Bankenabgaben) sind damit das achte Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal gesunken.

Die Bank erzielte Einsparungen in allen wichtigen Kostenkategorien. Nur die IT-Kosten blieben 2019 fast unverändert. Das unterstreicht die Absicht der Bank, entsprechend ihrer Transformationsstrategie weiterhin gezielt in Technologie und Kontrollsysteme zu investieren.

Die Personalkosten gingen sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr zurück. Zum Teil ist dies auf den Abbau von über 4.100 Vollzeitstellen im Jahresverlauf 2019 zurückzuführen. Zum Jahresende betrug die Zahl der Mitarbeiter (auf Vollzeitstellen gerechnet) 87.597 und erfüllte damit das bereits früher bekanntgegebene Ziel von unter 90.000.

Auch die Beratungskosten wurden sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr reduziert. Dies unterstreicht die Kostendisziplin bei den Sachkosten.

Transformationskosten zeigen schnelle Umsetzung der Strategie

2019 wurden 70% der umbaubedingten Belastungen verbucht, die vom Start der Transformation im Juli 2019 bis 2022 erwartet werden. Diese Belastungen haben sich um rund 400 Millionen Euro erhöht, vor allem aufgrund von Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Software, was keinen Einfluss auf das regulatorische Eigenkapital hat.

Die umbaubedingten Belastungen im Gesamtjahr 2019 beinhalten Umbaukosten von etwa 1,1 Milliarden Euro, vor allem Wertberichtigungen und Abschreibungen bei Software und Immobilien sowie Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte von rund 1,0 Milliarden Euro, Aufwendungen für umbaubedingte Restrukturierung und Abfindungen von etwa 700 Millionen Euro sowie Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen (Deferred Tax Assets, DTAs) von 2,8 Milliarden Euro.

1 Umbaukosten oder Transformationskosten sind in den bereinigten Kosten enthaltene Kosten, die im direkten Zusammenhang mit dem Umbau der Deutschen Bank stehen, wie er am 7. Juli 2019 bekanntgegeben wurde. Dazu gehören umbaubedingte Abschreibungen auf Software und Immobilien, Rechtskosten im Zusammenhang mit der Veräußerung von Aktiva wie auch die quartalsweise Abschreibungen auf Software im Zusammenhang mit dem Aktienhandel und Rückstellungen für belastende Verträge. Die Umbaukosten für den Konzern und jedes Segment werden dargestellt auf den Seiten 15-22 des Financial Data Supplements für das 4. Quartal / Gesamtjahr 2019. Dieses ist auf den Internetseiten der Deutschen Bank verfügbar: www.db.com/de/quartalsergebnisse

2 Umbaubedingte oder transformationsbedingte Belastungen sind finanzielle Belastungen, die aus der am 7. Juli 2019 bekanntgegebenen neuen Strategie resultieren. Dazu gehören Umbaukosten, Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte im zweiten Quartal 2019 sowie Restrukturierungs- und Abfindungskosten ab dem dritten Quartal 2019. Neben den genannten Vor-Steuer-Positionen beinhalten die umbaubedingten Belastungen nach Steuern auch eine pro forma Steuerbelastung der genannten Positionen sowie Bewertungsanpassungen bei latenten Steueransprüchen im Zusammenhang mit dem Konzernumbau. Die umbaubedingten Belastungen für den Konzern und jedes Segment sind im Detail erläutert auf den Seiten 15-22 des Financial Data Supplements für das 4. Quartal / Gesamtjahr 2019. Dieses ist auf den Internetseiten der Deutschen Bank verfügbar (siehe oben).

3 Sondereffekte bei Erträgen fallen grundsätzlich außerhalb der üblichen Art oder des üblichen Umfangs der Geschäftsaktivitäten an und verzerren die korrekte Bewertung der operativen Ergebnisse des Geschäftsbereichs. Sondereffekte für den Konzern und jedes Segment werden auf den Seiten 15-22 des Financial Data Supplements für das 4. Quartal / Gesamtjahr 2019 dargestellt. Dieses ist auf den Internetseiten der Deutschen Bank verfügbar (siehe oben).

4 Der bereinigte Gewinn (Verlust) vor Steuern wird ermittelt, indem der Gewinn (Verlust) vor Steuern gemäß IFRS bereinigt wird um Sondereffekte bei den Erträgen, Umbaukosten, Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen. Eine Überleitung vom Gewinn vor Steuern auf berichteter Basis auf den bereinigten Gewinn vor Steuern für den Konzern und jedes Segment findet sich auf den Seiten 15-22 des Financial Data Supplements für das 4. Quartal / Gesamtjahr 2019. Dieses ist auf den Internetseiten der Deutschen Bank verfügbar (siehe oben).

5 Bei den bereinigten Kosten sind vom zinsunabhängigen Aufwand gemäß IFRS folgende Positionen abgezogen: (i) Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte, (ii) Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, (iii) Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen. Eine Überleitung von den zinsunabhängigen Aufwendungen auf die bereinigten Kosten und die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten für den Konzern und jedes Segment findet sich auf den Seiten 3-11 des Financial Data Supplements für das 4. Quartal /Gesamtjahr 2019. Dieses ist auf den Internetseiten der Deutschen Bank verfügbar (siehe oben).

6 Eine ausführlichere Darstellung dieser Position kann auf Seite 5 dieser Medien-Information gefunden werden.

Segmentergebnisse

Unternehmensbank

Die Erträge im vierten Quartal 2019 lagen bei 1,3 Milliarden Euro, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal um 5% sowohl auf berichteter Basis wie auch bereinigt um Sondereffekte.

In der Globalen Transaktionsbank lagen die Erträge bei 942 Millionen Euro, ein Rückgang um 6%. Gründe dafür waren vor allem ein niedrigeres Niveau bei kleineren unregelmäßig anfallenden Erträgen im Berichtsquartal einschließlich niedrigerer Auflösungen von Wertberichtigungen für Kreditrisiken und eines einmaligen Bewertungsgewinns im Vorjahresquartal. Die Erträge im Zahlungsverkehr (Cash Management) sanken aufgrund niedrigerer Zinsen, was teilweise kompensiert wurde durch eine andere Zusammensetzung der Einlagen und Staffelzinsen sowie eine neue Preisgestaltung, die im vierten Quartal teilweise wirksam wurde. In der Handelsfinanzierung gingen die Erträge leicht zurück, weil sich das Geschäft mit strukturierten Produkten abschwächte und geringere Erstattungen von Versicherungen anfielen. Im Bereich Wertpapierdienste waren die Erträge dadurch belastet, dass die Bank ihren Aktienhandel eingestellt hat. Im Firmenkundengeschäft beliefen sich die Erträge auf 350 Millionen Euro, ein Rückgang um 2% gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Einfluss der negativen Zinsen wurde teilweise kompensiert durch das Kreditwachstum.

Im Gesamtjahr 2019 waren die Erträge mit 5,3 Milliarden Euro nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Einem Wachstum in den Bereichen Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierung und Trust and Agency Services standen niedrigere Erträge bei den Wertpapierdiensten gegenüber. Dieser Rückgang resultiert vor allem aus einem einmaligen Veräußerungsgewinn im Vorjahr und dem Rückzug aus dem Aktienhandel. Im Firmenkundengeschäft sind die Erträge aufgrund des Kreditwachstums und höherer Gebühreneinnahmen um 4% gestiegen.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen im vierten Quartal um 38% auf 1,3 Milliarden Euro. Darin enthalten sind 154 Millionen Euro an Umbaukosten und 123 Millionen Euro für Abfindungen und Restrukturierung. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten stiegen um 12% wegen höherer Ausgaben für Technologie und interne Kontrollen sowie eine veränderte Verrechnung interner Dienstleistungen im Konzern. Im Gesamtjahr 2019 betrugen die zinsunabhängigen Aufwendungen 4,8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 26%. Grund dafür waren Umbaukosten von 160 Millionen Euro, Kosten für Abfindungen und Restrukturierung von 150 Millionen Euro sowie Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert von 492 Millionen Euro.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg im Gesamtjahr 2019 auf 286 Millionen Euro oder 0,24% des Kreditvolumens. Grund dafür waren wenige Einzelfälle.

Die Unternehmensbank verzeichnete im vierten Quartal 2019 einen Verlust vor Steuern von 107 Millionen Euro. Bereinigt um Umbaukosten und Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen erreichte die Unternehmensbank einen Gewinn vor Steuern von 170 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2019 wurde ein Vorsteuergewinn von 137 Millionen Euro erzielt. Bereinigt um die oben genannten Positionen sowie Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und Sondereffekte bei den Erträgen belief sich der Vorsteuergewinn auf 939 Millionen Euro, nach 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2018.

Investmentbank

Die Erträge beliefen sich im vierten Quartal 2019 auf 1,5 Milliarden Euro, ein Anstieg um 13%. Ohne Sondereffekte stiegen die Erträge um 22%.

Die Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) stiegen um 31% auf 1,2 Milliarden Euro, ohne Sondereffekte stiegen sie um 34%. Im Handel mit Kreditrisiken (Credit Trading) war ein starkes Wachstum sowohl im Standard-Geschäft wie im Geschäft mit notleidenden Krediten zu verzeichnen, während im Währungsgeschäft die Erträge nahezu unverändert blieben. Im Geschäft mit Zinsen (Rates) und Schwellenländer-Anleihen war ein starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal zu verzeichnen. Im Zinsgeschäft verdoppelten sich die Erträge nahezu, sowohl gegenüber dem Vorquartal wie auch gegenüber dem Vorjahresquartal, weil das Marktumfeld günstiger war und die Kunden mehr handelten. Die Erträge im Emissions- und Beratungsgeschäft beliefen sich auf 340 Millionen Euro, ein Rückgang um 12%. Einem Wachstum von 27% im Anleiheemissionsgeschäft standen – nach einem starken dritten Quartal – deutlich niedrigere Erträge im Beratungsgeschäft gegenüber.

Im Gesamtjahr 2019 beliefen sich die Erträge auf 7,0 Milliarden Euro, ein Rückgang um 7% gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte gingen sie um 3% zurück. Die Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen waren nahezu unverändert, ebenso im Anleiheemissionsgeschäft, während die Erträge im Beratungs- und im Aktienemissionsgeschäft rückläufig waren.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen im vierten Quartal um 5% auf 1,6 Milliarden Euro. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten in Höhe von 137 Millionen Euro reduzierten sich um 7% gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr sanken die entsprechenden Kosten um 6%. Grund hierfür war der Stellenabbau, niedrigere Kostenzurechnungen für interne Dienste sowie Einsparungen bei den Sachkosten. Im Gesamtjahr 2019 sanken die gesamten zinsunabhängigen Aufwendungen trotz Transformationskosten von 214 Millionen Euro um 2% auf 6,4 Milliarden Euro.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im vierten Quartal 2019 auf 0,20% des Kreditvolumens. Auch für das Gesamtjahr blieb sie mit 0,14% des Kreditvolumens niedrig.

Im vierten Quartal war in der Investmentbank ein Verlust vor Steuern von 71 Millionen Euro zu verzeichnen. Bereinigt um Umbaukosten, Kosten für Restrukturierung und Abfindungen sowie Sondereffekte bei den Erträgen wurde ein Gewinn vor Steuern von 136 Millionen Euro erzielt. Für das Gesamtjahr 2019 belief sich der Gewinn vor Steuern auf 433 Millionen Euro. Bereinigt um die oben genannten Positionen betrug der Vorsteuergewinn im Gesamtjahr 863 Millionen Euro.

Privatkundenbank

Die Erträge beliefen sich im vierten Quartal auf 2,0 Milliarden Euro, ein Rückgang um 4% oder um 2% bereinigt um Sondereffekte.

In der Privatkundenbank Deutschland sanken die Erträge um 7%, was an geringeren Margen bei Einlagen, höheren zugerechneten Refinanzierungskosten und geringeren Gewinnen aus dem Verkauf von Vermögenswerten lag. Dies wurde zum Teil ausgeglichen, da das Kreditvolumen bereits im siebten Quartal in Folge anstieg. Das Nettowachstum im vierten Quartal betrug 2 Milliarden Euro, vor allem durch mehr Immobilienkredite. Die Erträge im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden International stiegen um 3%, was auf ein starkes Wachstum bei Kredit- und Anlageprodukten zurückzuführen war. Zudem wirkten Preisanpassungen den sinkenden Margen entgegen. Im Geschäft mit Vermögenskunden (Wealth Management) sanken die Erträge um 3%, weil Erträge aus der Abwicklung von nicht fortgeführten Geschäften bei Sal. Oppenheim um 14 Millionen Euro geringer ausfielen als im Vorjahresquartal und weil sich ein Gewinn in Höhe von 40 Millionen Euro aus einem Immobilienverkauf in Sal. Oppenheim im Vorjahresquartal nicht wiederholte. Bereinigt um diese Effekte stiegen die Erträge um 11%. Darin spiegeln sich das günstigere Marktumfeld und gezielte Neueinstellungen wider. Im Gesamtjahr betrugen die Erträge 8,2 Milliarden Euro, ein Rückgang um 5%. Ohne Sondereffekte gingen die Erträge um 2% zurück. Das Kreditwachstum, höhere Gebühreneinnahmen und Preisanpassungen glichen die Belastungen durch das Zinsumfeld zu einem erheblichen Maß aus.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft blieb im Gesamtjahr 2019 mit 0,15% des Kreditvolumens stabil.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich im vierten Quartal 2019 auf 2,2 Milliarden Euro, ein Anstieg um 10%. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten betrugen 1,8 Milliarden Euro, ein Rückgang um 5%. Darin spiegeln sich Einsparungen durch den internen Umbau und strikte Kostendisziplin wider. Im Gesamtjahr lagen die zinsunabhängigen Aufwendungen bei 8,2 Milliarden Euro, ein Anstieg von 8%. Darin enthalten sind Wertberichtigungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert von 545 Millionen Euro im zweiten Quartal 2019 sowie Kosten für Abfindungen und Restrukturierung von 158 Millionen Euro und für Umbaukosten von 191 Millionen Euro. Ohne Umbaukosten gingen die bereinigten Kosten um 4% zurück, hauptsächlich aufgrund von rund 200 Millionen Euro an durch die Fusion erzielten Kosten-Synergien in der Privatkundenbank Deutschland.

Die Privatkundenbank verzeichnete im vierten Quartal einen Verlust vor Steuern von 283 Millionen Euro. Bereinigt um Umbaukosten, Kosten für Restrukturierung und Abfindungen sowie Sondereffekte bei den Erträgen entstand ein Gewinn vor Steuern von 45 Millionen Euro im vierten Quartal. Im Gesamtjahr verzeichnete die Privatkundenbank einen Verlust vor Steuern von 265 Millionen Euro. Bereinigt um die oben genannten Positionen und Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erzielte der Geschäftsbereich einen Vorsteuergewinn von 524 Millionen Euro.

Asset Management

Die Erträge beliefen sich im vierten Quartal auf 671 Millionen Euro, ein Anstieg von 31% im Jahresvergleich. Im Gesamtjahr stiegen die Erträge um 7% auf 2,3 Milliarden Euro. Hauptgrund waren höhere leistungsabhängige Vergütungen in zentralen Bereichen von Multi-Asset und Alternatives. Die Managementgebühren legten im Quartal leicht zu und waren im Gesamtjahr nahezu unverändert, da vier Quartale in Folge mit Nettomittelzuflüssen dabei halfen, den Druck auf die Margen auszugleichen.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich im vierten Quartal auf 438 Millionen Euro, eine Zunahme um 3%. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten von 21 Millionen Euro erhöhten sich um 9% auf 419 Millionen Euro. Gründe hierfür waren ein höherer Personalaufwand und die Nicht-Wiederkehr einer positiven Anpassung bei der Zurechnung von Dienstleistungskosten für das Gesamtjahr 2018. Die Kosten im Gesamtjahr waren gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert, da der höhere Personalaufwand durch Einsparungen bei Beratungskosten und Marketingausgaben ausgeglichen wurde.

Der Gewinn vor Steuern betrug im vierten Quartal 177 Millionen Euro und verdreifachte sich damit gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Umbaukosten sowie Kosten für Restrukturierung und Abfindungen betrug der Gewinn vor Steuern im vierten Quartal 202 Millionen Euro. Im Gesamtjahr lag der Vorsteuergewinn bei 468 Millionen Euro, ein Anstieg um 27%, und ohne die genannten Belastungen bei 539 Millionen Euro.

Die Nettomittelzuflüsse betrugen im vierten Quartal 12 Milliarden Euro. Das Asset Management verzeichnete damit im vierten Quartal hintereinander Nettomittelzuflüsse. Im Gesamtjahr betrugen sie 25 Milliarden Euro, nach Nettomittelabflüssen von 23 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Zuflüsse verteilten sich auf die zentralen Produktbereiche von Multi-Asset, Alternatives und Passive. Mit einer Zuflussrate von 4% lag der Geschäftsbereich im Zielkorridor von 3-5%.

Das verwaltete Vermögen stieg 2019 um 103 Milliarden Euro oder 16% auf 768 Milliarden Euro. Dies ist sowohl auf die Entwicklung der Märkte als auch auf die Nettomittelzuflüsse zurückzuführen. Große Flaggschiff-Fonds entwickelten sich besonders gut, und auch die Anzahl der von Morningstar mit vier oder fünf Sternen bewerteten Fonds nahm im Jahr 2019 weiter zu.

Corporate & Other

Der Bereich Corporate & Other verbuchte im vierten Quartal einen Verlust vor Steuern von 154 Millionen Euro, nach einem Vorsteuerverlust von 109 Millionen Euro im vierten Quartal 2018. Im Gesamtjahr 2019 belief sich der Verlust vor Steuern auf 229 Millionen Euro, nach einem Verlust von 433 Millionen Euro im Gesamtjahr 2018. Die negative Entwicklung im vierten Quartal war vor allem geprägt durch höhere Belastungen für Refinanzierung und Liquidität, weil bestimmte Refinanzierungskosten gemäß Rahmenwerk der Bank zentral gebucht wurden. Ein höherer positiver Beitrag aus Unterschieden in der Bewertung oder im Zeitverlauf wurde durch höhere Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten kompensiert.

Im Gesamtjahr ist der Rückgang des Verlustes vor Steuern vor allem auf höhere Erträge aus Unterschieden in der Bewertung oder im Zeitverlauf zurückzuführen, die teilweise kompensiert wurden durch höhere Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten und höhere Belastungen für Refinanzierung und Liquidität.

Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital

Die Verschuldungsposition (Leverage Exposure) betrug zum Ende des vierten Quartals 127 Milliarden Euro und lag damit noch 13 Milliarden Euro unter dem Ziel für das Jahr 2019. Hauptgrund war der Bilanzabbau im Aktiengeschäft. Damit hat sich die Verschuldungsposition im Jahresverlauf um 55% reduziert gegenüber 281 Milliarden Euro Ende 2018.

Die risikogewichteten Aktiva (RWA) betrugen zum Jahresende 46 Milliarden Euro und unterboten das Ziel von 52 Milliarden Euro damit um 6 Milliarden Euro. Gegenüber dem Stand zum Jahresende 2018 von 72 Milliarden Euro ist dies eine Reduzierung von 36%. Zum Ende des dritten Quartals hatten die risikogewichteten Aktiva noch 56 Milliarden Euro betragen.

Die Erträge beliefen sich im vierten Quartal auf negative 179 Millionen Euro. Dies lag im Rahmen der Erwartungen. Der Hauptgrund hierfür waren Belastungen durch negative Veränderungen von Marktwerten sowie Kosten für Absicherungsgeschäfte und den Risikoabbau. Im Gesamtjahr beliefen sich die Erträge auf 208 Millionen Euro, ein Rückgang um 89%. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Erträge aus den nicht fortgeführten Geschäftsaktivitäten nicht mehr anfielen, sowie auf die oben genannten Effekte.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich auf 691 Millionen Euro, ein Rückgang von 10% gegenüber dem dritten Quartal 2019. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten gingen um 11% auf 497 Millionen Euro zurück. Dies ist vor allem auf die geringere Mitarbeiterzahl nach dem Ausstieg aus Geschäftsfeldern zurückzuführen. Im Gesamtjahr 2019 beliefen sich die zinsunabhängigen Aufwendungen auf 3,4 Milliarden Euro. Sie waren damit nahezu unverändert gegenüber 2018.

Der Verlust vor Steuern betrug im vierten Quartal 856 Millionen Euro und im Gesamtjahr 3,2 Milliarden Euro, nach Umbaukosten von 510 Millionen Euro sowie Kosten für Abfindungen und Restrukturierung von 157 Millionen Euro. Sowohl das Ergebnis im Quartal als auch im Gesamtjahr war besser als vom Management erwartet.

Die Zahlen in dieser Mitteilung sind vorläufig und nicht testiert. Die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2019 und des Berichts nach Form 20-F ist für den 20. März 2020 geplant.