Deutsche Bundesbank: Kontaktloses Bezahlen wird Normalität

Grafik: Deutsche Bundesbank

Frankfurt/Main (15.1.20) – Das kontaktlose Bezahlen ist in Deutschland zur Normalität geworden. Laut einer aktuellen Befragung im Auftrag der Deutschen Bundesbank nutzen inzwischen 32 Prozent der Besitzer von kontaktlosen Debitkarten die Möglichkeit, quasi im Vorbeigehen zu bezahlen. Unter den Kreditkartennutzern sind es 39 Prozent. „Damit ist das kontaktlose Bezahlen im Alltag angekommen“, sagte Burkhard Balz, das für den Zahlungsverkehr zuständige Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Die umfassende Verbreitung der benötigten Karten mit Kontaktlosfunktion steht noch aus. Der Befragung zufolge besitzen zwar 95 Prozent der Befragten eine Debitkarte wie die girocard, von diesen Karten verfügten im Erhebungszeitraum allerdings lediglich 49 Prozent über eine Kontaktlosfunktion.

„Auch das Bezahlen per Smartphone ist an den Ladenkassen mittlerweile üblich“, so Balz weiter. Die mobilen Bezahllösungen der Sparkassen und genossenschaftlichen Institute sind hierbei am bekanntesten (47 Prozent der Befragten) und werden bereits von 11 Prozent der Befragten genutzt. Etwas häufiger wird nur Payback Pay genutzt (12 Prozent). Lösungen internationaler Internetkonzerne wie Google Pay und Apple Pay sind zwar fast gleichermaßen bekannt (45 Prozent beziehungsweise 41 Prozent), werden bislang allerdings weniger genutzt (5 Prozent beziehungsweise 4 Prozent).Gleichzeitig bleibt das Girokonto das Rückgrat des Zahlungsverkehrs in Deutschland: 98 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben Zugang zu einem Girokonto. Allerdings können sich schon 30 Prozent der jüngeren Befragten im Alter von 25 bis 34 Jahre vorstellen, ihr Konto statt bei einer Bank bei einem anderen Anbieter wie einem Internetkonzern zu führen.Bei Bezahlverfahren im Internet zeigt sich hingegen wenig Bewegung. Für die Bezahlung im Internet nutzen die meisten Befragten die Banküberweisung beim Kauf auf Rechnung (69 Prozent) und die Bezahllösung des Anbieters PayPal (68 Prozent). Auf Platz drei der üblicherweise genutzten Onlinezahlverfahren folgt die Lastschrift (59 Prozent der Befragten).Hintergrund der StudieDie Bundesbank führt seit dem Jahr 2008 regelmäßig umfangreiche Studien zum Zahlungsverhalten durch. Dafür werden jeweils 2.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger von Interviewern vor Ort befragt. Anschließend führen die Befragten ein einwöchiges Tagebuch, in welchem sie ihr Zahlungsverhalten dokumentieren. Die Ergebnisse dieser Umfragen werden in der Studienreihe „Zahlungsverhalten in Deutschland“ veröffentlicht und können unter dem gleich benannten Link am Ende dieser Seite abgerufen werden. Darüber hinaus flossen die Ergebnisse in eine europaweite Vergleichsstudie der Europäischen Zentralbank ein (siehe Link „Occasional Paper Series“ weiter unten). Für das Jahr 2019 wurde eine zweite europaweite Studie von der EZB beauftragt. Die Bundesbank unterstützte die EZB-Studie bei der Erhebung des Fragebogens in Deutschland. Dabei wurden auch Daten zu Fragen erhoben, welche spezifisch den deutschen Markt betreffen. Die auf der Auswertung dieser Daten gewonnenen Erkenntnisse sind nun erstmals veröffentlicht.