KfW Bankengruppe: Erfolgreiches Geschäftsjahr setzt sich fort

Frankfurt/Main (6.11.19) – Die KfW Bankengruppe hat in den ersten neun Monaten 2019 ein Fördervolumen von 53,5 Mrd. EUR (Vorjahreszeitraum 51,3 Mrd. EUR) erzielt. Die Nachfrage nach inländischer Förderung ist infolge der weiterhin guten Finanzierungsbedingungen für gewerbliche und private Investoren im anhaltenden Niedrigzinsumfeld auf 31,6 Mrd. EUR (34,7 Mrd. EUR) zurückgegangen. In der Export- und Projektfinanzierung sind die Zusagen der KfW IPEX-Bank stark angestiegen und erreichen 17,5 Mrd. EUR (11,9 Mrd. EUR). Ein Teil dieses Zusagevolumens rührt von der lebhaften Nachfrage nach Bankenrefinanzierung aus dem Schiffs-CIRR und dem ERP-Exportfinanzierungsprogramm. Die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit erreicht insgesamt 3,5 Mrd. EUR (3,8 Mrd. EUR). Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank bewegt sich mit einem Zusagevolumen von 2,6 Mrd. EUR (3,0 Mrd. EUR) leicht unter dem Vorjahresniveau. Traditionell steigen die Zusagen im 4. Quartal stark an. Die DEG schließt das dritte Quartal positiv mit 0,9 Mrd. EUR (0,8 Mrd. EUR) ab.

„Das Förderjahr 2019 verspricht ein guter Jahrgang zu werden“, sagt Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.

„Bemerkenswert ist die Nachfrage nach Export- und Projektfinanzierungen. Das bestätigt die Bedeutung des Finanzierungsangebots der KfW. Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit und den Erfolg der deutschen Wirtschaft auf den globalisierten Märkten geleistet“.

 

Die Ertragslage hat sich in den ersten drei Quartalen mit einem Konzerngewinn von 1.245 Mio. EUR (1.252 Mio. EUR) insgesamt stabil entwickelt. Hierzu haben sowohl das gute Betriebsergebnis vor Bewertungen als auch ein positives Bewertungsergebnis beigetragen.

Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) beträgt

1.295 Mio. EUR (1.125 Mio. EUR). Dabei liegt der Zinsüberschuss (vor

Förderaufwand) mit 1.851 Mio. EUR leicht über dem Vorjahreswert

(1.797 Mio. EUR). Der Verwaltungsaufwand wurde mit 944 Mio. EUR auf Vorjahresniveau gehalten (945 Mio. EUR). Das Provisionsergebnis steigt aufgrund nachträglicher Vergütungen für Vorjahre, denen Kosten für neue Programme wie z.B. die Umsetzung des Baukindergeldes gegenüberstehen, auf 387 Mio. EUR (272 Mio. EUR).

 

Im aktuellen Zinsumfeld war der Bedarf an Zinsverbilligungsleistungen weiter rückläufig. In der Folge bewegt sich der zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachte Förderaufwand im Inlandsgeschäft – im Wesentlichen Zinsverbilligungen des Neugeschäfts – mit 101 Mio. EUR unverändert auf einem sehr niedrigen Niveau (149 Mio. EUR).

 

„Im dritten Quartal 2019 hat sich die erfreuliche Ertragsentwicklung der KfW fortgesetzt und unsere Erwartungen übertroffen. Hervorzuheben ist die Steigerung des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr dank verbesserten Zins- und Provisionsergebnisses sowie stabil gebliebenen Verwaltungskosten. Mit Blick auf das Jahresende erwarten wir einen Konzerngewinn unter Vorjahr, aber erneut oberhalb des langfristigen Ergebnispotenzials der KfW“, kommentiert Bräunig.

 

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft hat die Ertragslage moderat mit

45 Mio. EUR (34 Mio. EUR) belastet und liegt abermals deutlich unter den Standardrisikokosten. Hierbei profitiert das Risikovorsorgeergebnis von der insgesamt stabilen Risikolage im Konzern. Lediglich in einzelnen Bereichen, insbesondere bei Förderaktivitäten in Entwicklungs- und Transformationsländern, ist eine leichte Steigerung von Einzelwertberichtigungen zu verzeichnen.

Gegenläufig wirken Erträge u.a. aus Eingängen aus abgeschriebenen Forderungen.

 

Aus dem Beteiligungs- und Wertpapierportfolio des Konzerns resultiert insgesamt ein positiver Ergebniseffekt von 128 Mio. EUR (88 Mio.

EUR). Dieses Ergebnis ist wesentlich auf wechselkursinduzierte Wertsteigerungen im Beteiligungsgeschäft der DEG zurückzuführen. Rein IFRS-bedingte Bewertungseffekte aus Derivaten, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, gleichen sich bis September mit lediglich -9 Mio. EUR (296 Mio. EUR) fast vollständig aus.

 

Die Bilanzsumme entwickelte sich vor allem aufgrund einer erhöhten Liquiditätshaltung (Anstieg um 20,5 Mrd. EUR) sowie aufgrund von

zins- und wechselkursinduzierten Marktwertveränderungen der zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate und deren Abbildung im Hedge Accounting auf 527,2 Mrd. EUR (gegenüber 485,8 Mrd. EUR per 31.12.2018).

 

Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten des Konzerns bewegen sich weiterhin auf einem guten Niveau. Die Gesamtkapitalquote beträgt per

30.09.2019 21,1 % (30.06.2019: 21,2 %).

 

Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

 

Zum Ende des dritten Quartals 2019 erzielt das Geschäftsfeld Mittelstandsbank & Private Kunden Zusagen in Höhe von 26,4 Mrd. EUR

(28,4 Mrd. EUR). Auf das Segment Mittelstandsbank entfällt davon ein Fördervolumen von 11,4 Mrd. EUR.

 

– Der Schwerpunkt Gründung & Unternehmensinvestitionen erzielt insgesamt 5,2 Mrd. EUR (4,7 Mrd. EUR). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die hohe Nachfrage von mehr als 2,6 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR) nach dem KfW-Unternehmerkredit zurückzuführen.

 

– Das Zusagevolumen im Schwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energien von 5,8 Mrd. EUR übersteigt das Vorjahresniveau von 5,4 Mrd.

EUR. Haupttreiber ist u. a. das KfW-Programm Erneuerbare Energien mit einem Fördervolumen von 1,6 Mrd. EUR (1,1 Mrd. EUR). Das Programm ermöglicht die Finanzierung von erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung, zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen sowie von Maßnahmen zur Integration erneuerbarer Energien in das Energiesystem.

 

– Der Förderschwerpunkt Innovation liegt mit einem Zusagevolumen von

0,4 Mrd. EUR deutlich unter dem Rekordniveau des vergangenen Jahres von 3 Mrd. EUR. Grund für die deutliche Unterschreitung des Vorjahreswertes ist hauptsächlich die überproportional starke Nachfrage im ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit im Vorjahr.

Zwischenzeitlich wurden die Förderbedingungen in diesem Programm stärker fokussiert, was zu einem Rückgang der Nachfrage führte. Mitte dieses Jahres wurde in einem weiteren Schritt diese Förderung auch für Innovative Unternehmen und Gründer erweitert.

 

Das Segment Private Kunden erreicht ein Fördervolumen von 15 Mrd. EUR

(15,3 Mrd. EUR) und liegt damit im Wesentlichen auf Vorjahresniveau.

 

– Das Zusagevolumen im Schwerpunkt Wohnen & Leben übertrifft mit 5,0 Mrd. EUR den Vorjahreswert (3,4 Mrd. EUR). Haupttreiber hierfür ist das im vergangenen Jahr neu eingeführte Baukindergeld. Mit dem Zuschuss wird aus Mitteln des Bundes der Ersterwerb von selbstgenutzten Wohnimmobilien für Familien mit Kindern gefördert.

Das Baukindergeld hat das förderpolitische Ziel, die im europäischen Vergleich sehr niedrige Wohneigentumsquote von Familien in Deutschland zu erhöhen.

 

– Der Förderschwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energie bei Privatkunden liegt dabei mit 8,7 Mrd. EUR unter dem Rekordniveau des vergangenen Jahres (10,4 Mrd. EUR). Zurückzuführen ist dies vornehmlich auf die derzeit gute Kreditversorgung am Markt für Baufinanzierungen in Deutschland.

 

– Leicht rückläufig ist die Nachfrage in den Förderschwerpunkten Bildung (1,3 Mrd. EUR, Vorjahreszeitraum 1,5 Mrd. EUR). Insbesondere zeigt sich dies im KfW-Studienkredit. Eine Vielzahl der Studierenden profitiert bei der guten konjunkturellen Lage von stärkerer Unterstützung aus dem Elternhaus oder der Verwandtschaft.

Das Geschäftsfeld Individualfinanzierung & Öffentliche Kunden erzielt zum dritten Quartal 2019 ein Zusagevolumen von rd. 5,1 Mrd. EUR und liegt unter dem Wert des Vorjahres (6,2 Mrd. EUR).

 

Das Geschäftsvolumen für Kommunale & Soziale Infrastruktur übertrifft mit 2,6 Mrd. EUR den Vorjahreswert (2,3 Mrd. EUR). Neben der Basisförderung für allgemeine Infrastrukturinvestitionen von Kommunen sowie kommunalen und sozialen Unternehmen tragen dabei auch die Programme zur Unterstützung der Energiewende im kommunalen Bereich mit 0,7 Mrd. EUR substanziell zu der positiven Entwicklung bei.

Erstmalig wurden auch Zuschüsse im neuen Förderansatz „Modellprojekte Smart Cities“ in Höhe von 60 Mio. EUR zugesagt.

 

Die Individualfinanzierung Banken & Landesförderinstitute liegt mit einem Zusagevolumen von 2,2 Mrd. EUR deutlich unter dem hohen Vorjahreswert (3,8 Mrd. EUR), welcher u.a. durch großvolumige Verträge innerhalb der Globaldarlehen Leasing geprägt war.

 

In der Individualfinanzierung Unternehmen beträgt das Zusagevolumen

206 Mio. EUR (98 Mio. EUR). Hierfür waren die Abschlüsse des neu eingeführten KfW-Kredites für Wachstum ausschlaggebend.

 

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 erreicht das Geschäftsfeld KfW Capital insgesamt Zusagen von 103 Mio. EUR (95 Mio.

EUR). Mit Unterstützung des ERP-Sondervermögens wurden bisher in diesem Jahr (30.09.) sieben Venture Capital-Fondsinvestments mit einem Volumen von insgesamt rd. 102 Mio. EUR zugesagt (+29% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: 79 Mio. EUR). Nach zwölf Monaten operativer Tätigkeit ist die Deal-Pipeline bis weit ins Jahr 2020 gut gefüllt, das Interesse der VC-Fonds-Community an KfW Capital ungebrochen hoch. Für das Gesamtjahr 2019 plant KfW Capital Investmentzusagen in Höhe von mehr als 150 Mio. EUR, ab dem Jahr 2020 beabsichtigt der Fondsinvestor durchschnittlich rund 200 Mio. EUR p.a. in deutsche und europäische VC-Fonds zu investieren. Ziel von KfW Capital ist es, den VC-Markt so zu stärken, dass innovative Technologieunternehmen in Deutschland durch finanzstärkere Fonds besseren Zugang zu Wachstumskapital erhalten.

Bei der KfW IPEX-Bank, die das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung verantwortet und Finanzierungen zur Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und Internationalisierung deutscher und europäischer Unternehmen bereitstellt, liegen die Neuzusagen mit insgesamt 17,5 Mrd. EUR weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (11,9 Mrd. EUR). Wesentlicher Treiber ist der deutliche Anstieg des Geschäftsvolumens aus der Bankenrefinanzierung des Schiffs-CIRRs und ERP-Exportfinanzierungsprogramms (3,5 Mrd. EUR, Vorjahreswert 0,9 Mrd. EUR). Zum insgesamt guten Neugeschäftsvolumen des originären Kreditgeschäfts haben alle Geschäftssparten gleichmäßig beigetragen, hierin spiegelt sich die Branchenexpertise und Strukturierungskompetenz der nach Sektoren aufgestellten KfW IPEX-Bank wider. Den höchsten Anteil hat – wie bereits im Vorquartal

– die Geschäftssparte Maritime Industrie mit 2,7 Mrd. EUR (1,6 Mrd.

EUR). Weitere Schwerpunkte bilden die Geschäftssparten Energie und Umwelt mit 2,3 Mrd. EUR (2,3 Mrd. EUR) sowie Finanzinstitutionen und Trade Finance ebenfalls mit 2,3 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR).

 

Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer liegt im dritten Quartal bei 3,5 Mrd. EUR (3,8 Mrd.

EUR). Dabei haben sich die Zusagen des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank im abgelaufenen Quartal deutlich erhöht und erreichen 2,6 Mrd. EUR. Der überwiegende Teil der Haushaltsmittel – etwa eine Milliarde Euro – und knapp die Hälfte der Gesamtzusagen gingen an Länder in Afrika und dem Nahen Osten. Für das Gesamtjahr

2019 wird ein ähnlich hohes Zusagevolumen wie im Vorjahr (ca. 8,7 Mrd. EUR) erwartet. Im dritten Quartal entwickelte sich auch das Neugeschäft der DEG erfreulich. Die Zusagen für Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern erreichen

869 Mio. EUR (809 Mio. EUR). Davon sind 347 Mio. EUR für Finanzinstitute bestimmt, die damit beispielsweise lokale kleine und mittlere Unternehmen mit Krediten versorgen. 217 Mio. EUR werden für Infrastruktur-Vorhaben etwa in den Sparten Erneuerbare Energien und Mobilfunk bereitgestellt. Regional betrachtet liegen die Zusagen für Investitionen in Asien mit rund 240 Mio. EUR vorn, dicht gefolgt von Lateinamerika mit 228 Mio. EUR und Afrika mit 227 Mio. EUR.

Im Geschäftsfeld Finanzmärkte liegt das Fördervolumen zum dritten Quartal 2019 bei 1.018 Mio. EUR (1.023 Mio. EUR). Davon wurden 841 Mio. EUR (739 Mio. EUR) in Verbriefungstransaktionen zur kapitalmarktorientierten Förderung des Mittelstands investiert. Für das Green-Bond-Portfolio tätigte die KfW Investitionen in acht Wertpapiere zur Förderung von Klima- und Umweltschutzprojekten mit einem Volumen von insgesamt 177 Mio. EUR (284 Mio. EUR).

 

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes nahm die KfW per 30.09.2019 langfristige Mittel im Gegenwert von 73,1 Mrd. EUR (61,7 Mrd. EUR) an den internationalen Kapitalmärkten auf. Rund 52 % der Mittelaufnahme erfolgten in Euro, in US-Dollar wurden rund 27 % aufgenommen. Neben den beiden Hauptwährungen Euro und US-Dollar wurden Anleihen in neun weiteren Währungen emittiert, darunter ist das britische Pfund die drittstärkste Währung (per 30.09., Anteil 12 %). Bisher erfolgten 6,9 Mrd. EUR der Refinanzierung durch die Emission von sieben Green Bonds in sieben Währungen. Im September wurde der bisher größte USD Green Bond eines supranationalen, staatlichen oder halbstaatlichen Emittenten (SSA-Segment) mit einem Volumen von 2 Mrd. USD begeben.

Der Refinanzierungsbedarf für das Gesamtjahr 2019 beläuft sich auf 80 Mrd. EUR.

 

~

Erfolgskennzahlen

(in Mio. EUR)                 01.01.2019       01.01.2018

– 30.09.2019     – 30.09.2018

Betriebsergebnis vor

Bewertungen

(vor Förderaufwand)           1.295            1.125

Förderaufwand                 101              149

Konzerngewinn                 1.245            1.252

Konzerngewinn vor

IFRS-Effekten aus

Sicherungszusammenhängen      1.255            956

~

 

~

Bilanzkennzahlen (in Mrd. EUR) 30.09.2019 31.12.2018

Bilanzsumme                    527,2      485,8

Bilanzielles Eigenkapital      31,0       30,3

Geschäftsvolumen               627,9      590,7

~

 

~

Aufsichtsrechtliche Kennzahlen

(in %)1)                       30.09.2019 31.06.2019

(Harte) Kernkapitalquote       21,1 %     21,2 %

Gesamtkapitalquote             21,1 %     21,2 %

~

1) Die ausgewiesene Kapitalquote für den 30.09.2019 berücksichtigt

(im Gegensatz zum 30.06.2019) die Zwischenergebnisse des ersten

Halbjahres 2019. Die KfW weist in ihren Eigenmitteln kein

wesentliches Tier 2 Kapital aus, so dass (harte) Kernkapitalquote und

Gesamtkapitalquote nahezu übereinstimmen.