EOS Studie: Deutsche Unternehmen fremdeln mit Künstlicher Intelligenz

Berlin (5.11.19) – Europaweit glauben 30 Prozent der Finanz-Entscheider, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Fehlerquote im Forderungsmanagement revolutionär minimieren wird. Nur 12 Prozent der deutschen Kollegen teilen diese Meinung. Klares Schlusslicht in Europa. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ 2019 des Finanzdienstleisters EOS in 17 europäischen Ländern. Mehr als ein Drittel der befragten Manager in Deutschland hält das Thema KI für vollkommen überschätzt. Entsprechend sehen der Arbeit mit KI nur 6 Prozent mit Freude entgegen. In allen anderen Ländern gehen die Entscheider die Zukunftstechnologie deutlich optimistischer an: 18 Prozent können es nicht abwarten mit KI zu arbeiten. DasTransformationspotenzial von KI schätzen die  deutschen Finanzentscheider allerdings ähnlich ein wie ihre europäischen Kollegen: So sehen 41 Prozent durch KI Jobs in ihrem Bereich bedroht(Europa: 47 Prozent).

 

KI – Jobkiller oder hilfreiche Unterstützung?

 

Dass deutsche Manager die Bedrohung von Arbeitsplätzen für etwas

geringer halten, erscheint folgerichtig, da sie das

Verbesserungspotenzial der KI in ihrem Bereich weniger hoch

einschätzen als die Fachleute der anderen Länder. „Das könnte eine

teure Fehleinschätzung sein, denn so bleiben die Potenziale der KI

ungenutzt“, meint Jakob Spitzer, Bereichsleiter Analyse & Steuerung

bei EOS Deutscher Inkasso-Dienst. Mit seinem Team arbeitet er an

KI-Lösungen, die im Forderungsmanagement unterstützen. „Meine

Erfahrung ist: Je mehr sich die Kolleginnen und Kollegen mit dem

Thema auseinandersetzen, desto klarer zeigt sich das enorme Potenzial

der KI. Bei der Anwendung wird dann schnell deutlich, dass KI-Tools

den eigenen Job unterstützen – und neue Möglichkeiten schaffen.“

 

So soll seitens EOS beispielsweise KI-gestützte Software dabei

helfen, die erfolgversprechendste Kontaktmöglichkeit des säumigen

Verbrauchers auszuwählen. Dabei schlägt das System unter anderem vor,

welche Form der individuellen Ansprache – ob Brief, Anruf oder SMS –

im jeweiligen Fall am besten geeignet ist. Das ermöglicht dem

Mitarbeiter eine deutlich schnellere Bearbeitung.

 

Dänemark gegen Deutschland 32 : 4

 

Die Dänen haben das große Potenzial der KI bereits erkannt: 32

Prozent der befragten Entscheider im Nachbarland wären bereit, im

Forderungsmanagement vollständig auf künstliche Intelligenz zu

vertrauen. Europaweit sind es 19 und in Deutschland nur 4 Prozent.

Jakob Spitzer: „Wer mit Innovationen weniger fremdelt, wird deren

Potenziale schneller erschließen. Als eines der führenden Unternehmen

im Forderungsmanagement schätzen wir das Potenzial der KI sehr hoch

ein.“

 

Deutsche Unternehmen sind skeptischer als ihre europäischen Nachbarn

 

Deutschland:

 

„Ich kann mir sehr gut vorstellen vollständig auf künstliche

Intelligenz zu vertrauen.“                      4%

„Ich kann es nicht abwarten mit künstlicher Intelligenz im

Forderungsmanagement zu arbeiten.“              6%

„Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Forderungsmanagement

bedroht Arbeitsplätze.“                        41%

„Künstliche Intelligenz wird in den nächsten zwei Jahren ein

Trendthema im Forderungsmanagement sein.“      20%

„Künstliche Intelligenz ist nur ein Schlagwort und wird vollkommen

überschätzt.“                                  36%

 

Europa:

 

„Ich kann mir sehr gut vorstellen vollständig auf künstliche

Intelligenz zu vertrauen.“                     19%

„Ich kann es nicht abwarten mit künstlicher Intelligenz im

Forderungsmanagement zu arbeiten.“             18%

„Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Forderungsmanagement

bedroht Arbeitsplätze.“                        47%

„Künstliche Intelligenz wird in den nächsten zwei Jahren ein

Trendthema im Forderungsmanagement sein.“      30%

„Künstliche Intelligenz ist nur ein Schlagwort und wird vollkommen

überschätzt.“                                  36%

 

Über die repräsentative EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“

2019

 

Gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Kantar

befragte EOS 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern via

Telefoninterviews zu den dortigen Zahlungsgewohnheiten. Jeweils 200

Unternehmen (mit je mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz) aus

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland,

Großbritannien, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz,

Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn beantworteten im

Frühjahr 2019 Fragen zu eigenen Zahlungserfahrungen sowie zu

aktuellen Themen im Risiko- und Forderungsmanagement. Die jährlich

stattfindende Studie wurde von EOS bereits zum zwölften Mal

durchgeführt.