EZB: Arbeitsgruppe zu risikofreien Euro-Zinssätzen veröffentlicht Empfehlungen zum Umgang mit den Auswirkungen des Übergangs zu risikofreien Euro-Zinssätzen auf das Risikomanagement

Frankfurt/Main (20.10.19) – Die Arbeitsgruppe des privaten Sektors zu risikofreien Euro-Zinssätzen hat einen Bericht mit Empfehlungen für die Umstellung auf die neuen risikofreien Zinssätze aus der Perspektive des Risikomanagements veröffentlicht. Gegenstand der darin vorgenommenen Analyse sind a) allgemeine Überlegungen zum Risikomanagement, b) die Auswirkungen des Übergangs vom EONIA (Euro Overnight Index Average) zum €STR (Euro Short-Term Rate) auf das Risikomanagement, c) die Implikationen der €STR-basierten Rückfalllösungen für den EURIBOR im Hinblick auf das Risikomanagement sowie d) zusätzliche Überlegungen zum Risikomanagement für den Vermögensverwaltungs- und Versicherungssektor.

Um die Übernahme der Empfehlungen durch sämtliche Marktteilnehmer sicherzustellen, wurde eine Unterarbeitsgruppe Rechnungslegung und Risikomanagement eingerichtet, die sich aus Vertretern von europäischen und internationalen Kreditinstituten, Beratungsunternehmen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Clearinghäusern sowie Vermögensverwaltungsgesellschaften und -verbänden zusammensetzt. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), die Europäische Kommission und die belgische Finanzaufsichtsbehörde (FSMA) gehören dieser Untergruppe als Beobachter an.

Zentrales Thema des Berichts sind nicht die Auswirkungen der Umstellung auf spezifische Finanzinstrumente, sondern die allgemeinen Implikationen für die Steuerung des Zinsänderungsrisikos, insbesondere in der Umsetzungsphase des Übergangszeitraums.

Im vollständigen Bericht werden die Empfehlungen und zugrunde liegenden Analysen im Einzelnen dargelegt. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe sind zwar nicht rechtsverbindlich, bieten den Marktteilnehmern aber gleichwohl eine Orientierungshilfe bei der Vorbereitung auf den Übergang zu risikofreien Zinssätzen.

Die Arbeitsgruppe zu risikofreien Euro-Zinssätzen, deren Sekretariat von der Europäischen Zentralbank (EZB) gestellt wird, ist eine von Branchenvertretern geleitete Gruppe, die 2018 von der EZB, der belgischen Finanzaufsichtsbehörde (FSMA), der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und der Europäischen Kommission gegründet wurde. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, alternative risikofreie Zinssätze sowie entsprechende Umstellungsmöglichkeiten zu identifizieren und zu empfehlen.