KfW: Zehn Milliarden Euro für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der EU

Frankfurt/Main (19.7.19) – Die größten nationalen Förderbanken und -institute der EU bringen gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank eine Initiative im Volumen von zehn Milliarden Euro auf den Weg, die den Übergang zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft beschleunigen soll.

Fünf europäische nationale Förderbanken und -institute und die Europäische Investitionsbank haben heute die Gemeinsame Initiative für die Kreislaufwirtschaft (Joint Initiative on Circular Economy, JICE) auf den Weg gebracht, um die Entwicklung und Durchführung von Kreislaufwirtschaftsprojekten und -programmen in der Europäischen Union (EU) zu fördern. Die Vorzeigepartnerschaft strebt in den kommenden fünf Jahren (2019-2023) Investitionen von mindestens zehn Milliarden an. Ziel ist es, Abfall zu vermeiden und Verschwendung zu verhindern, die Ressourceneffizienz zu steigern und Innovationen zu fördern. Dafür soll das Kreislaufprinzip in allen Wirtschaftsbereichen verankert werden.

 

Die folgenden fünf nationalen Förderbanken und -institute sind an der Initiative beteiligt:

– Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK) – Polen

– Caisse des Dépôts et Consignations-Gruppe (CDC-Gruppe), einschließlich der Bpifrance – Frankreich

– Cassa Depositi e Prestiti (CDP) – Italien

– Instituto de Crédito Oficial (ICO) – Spanien

– KfW Bankengruppe – Deutschland

 

Die sechs Partner werden ihr Know-how, ihre Erfahrung und ihre Finanzkraft bündeln, um tragfähige Kreislaufwirtschaftsprojekte und -programme besser zu fördern. Die JICE wird Kredite, Eigenkapitalfinanzierungen oder Garantien für förderfähige Projekte anbieten und innovative Finanzierungsangebote für öffentliche und private Infrastruktur, Kommunen, private Unternehmen jeglicher Größe sowie Forschungs- und Innovationsprojekte entwickeln. Die Initiative baut auf den aktuellen Initiativen der Europäischen Kommission auf, die den Aufbau von Know-how über eigens eingerichtete Arbeitsgruppen und die Entwicklung von Finanzierungsplänen zum Ziel haben.

 

Der Fokus liegt besonders auf Investitionen, die in den EU-Mitgliedstaaten durchgeführt werden und die Wende zur Kreislaufwirtschaft beschleunigen. Die Initiative zielt auf alle Stufen der Wertschöpfungskette sowie auf die Nutzungsdauer von Produkten und Dienstleistungen ab:

– Gestaltung der Kreislaufwirtschaft und Produktion: Reduzierung und Recycling gleich zu Beginn des Lebenszyklus, um Abfall noch vor der Kommerzialisierung zu vermeiden

– Kreislaufnutzung und längere Nutzungsdauer: Wiederverwendung, Reparatur, Umwidmung, Aufarbeitung oder Refabrikation von Produkten in der Nutzungsphase

– maximale Verwertung: Gewinnung von Rohstoffen und anderen Ressourcen aus Abfall, Abwärmerückgewinnung und/oder Wiederverwendung gereinigter Abwässer

– Unterstützung der Kreislaufwirtschaft: Förderung von Kreislaufstrategien in allen Phasen des Produktlebenszyklus, z. B.

mithilfe von IKT-Schlüsseltechnologien, Digitalisierung und Dienstleistungen, die die Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten der Kreislaufwirtschaft unterstützen

 

Zitate

 

Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW: „Für die KfW spielt Nachhaltigkeit schon immer eine zentrale Rolle. Rund 40 Prozent unserer Finanzierungsmittel fließen bereits in den Umwelt- und Klimaschutz. Allerdings kann kein Land die enormen Herausforderungen alleine bewältigen. Deswegen ist die enge Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern auch in diesem Bereich äußerst wichtig. Die Schonung unserer natürlichen Ressourcen ist ein zentrales Thema, dem wir in Zukunft gemeinsam mehr Aufmerksamkeit schenken wollen. Der Wandel zur Kreislaufwirtschaft wird hierbei eine Schlüsselrolle spielen, und unsere Gemeinsame Initiative ist ein erster Schritt, um dieses Ziel zu erreichen.“

 

Beata Daszynska-Muzyczka, Vorsitzende der Geschäftsleitung der BGK:

„Bei der BGK sind wir davon überzeugt, dass wir mit einer nachhaltigen Entwicklung in Form der Kreislaufwirtschaft Verantwortung für die kommenden Generationen übernehmen. Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnern wichtige Finanzierungslösungen für innovative umweltfreundliche Investitionen in der Europäischen Union zu entwickeln. Dieser Ansatz entspricht dem Fahrplan des polnischen Staates für die Kreislaufwirtschaft, der auf der Kreislaufwirtschaftsstrategie der EU beruht und vier Prioritäten enthält: Förderung von Innovation, Schaffung eines europäischen Markts für Recyclingmaterial, Gewährleistung von qualitativ hochwertigem Recyclingmaterial und Entwicklung des Dienstleistungssektors.“

 

CDC-Chef Eric Lombard: „Mit der Gemeinsamen Initiative will die Caisse des Dépôts-Gruppe weitere Kreislaufwirtschaftsprojekte in Frankreich fördern. Mit ihren europäischen Partnern will sie deutlich machen, welch große Rolle die Kreislaufwirtschaft für ein nachhaltiges Wachstum und für neue wirtschaftliche Chancen im Land spielen kann.“

 

CDP-Chef Fabrizio Palermo: „Im Geschäftsplan der CDP für 2019-2021 berücksichtigen wir erstmals das Thema Nachhaltigkeit bei unseren strategischen Entscheidungen. Die CDP will einen Paradigmenwechsel zu einer nachhaltigeren und gerechteren Entwicklung in Italien fördern, bei der die Kommunen im Fokus stehen. Diese europäische Partnerschaft unterstreicht einmal mehr die Bedeutung nationaler Förderinstitute für ein angemessenes nachhaltiges Wachstum und eine nachhaltige Entwicklung in Europa und weltweit.“

 

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Der Kampf gegen die globale Erwärmung und Umweltkrisen ist eine der dringendsten Aufgaben unserer Zeit. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft gehört zu den wirksamsten Mitteln, um in diesem Kampf erfolgreich zu sein – sie hilft uns nicht nur, die Pariser Ziele zu erreichen, sondern hat auch deutliche Vorteile für Wirtschaft und Gesellschaft. Mit der Gemeinsamen Initiative für die Kreislaufwirtschaft setzen wir uns noch ehrgeizigere Ziele und wollen zusammen mit unseren Partnerinstituten die steigende Abfallflut in den Griff bekommen.“

 

ICO-Präsident José Carlos García de Quevedo: „Das ICO will ein Wirtschaftswachstum für alle, und es will die Wende zu einer nachhaltigeren Entwicklung. Alternative Modelle wie die Kreislaufwirtschaft zu fördern, passt hervorragend zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN und den öffentlichen Zielen, die sich international in der Agenda 2030 niedergeschlagen haben, zum Beispiel dem Aktionsplan der EU für ein nachhaltiges Finanzwesen und der spanischen Agenda für den Wandel. Als öffentliche Förderbanken müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen und uns für eine engere Zusammenarbeit zwischen europäischen Instituten stark machen.“