Chris Jeffery (LGIM), kommentiert die Anleihenrally

Frankfurt/Main (4.7.19) – Die -0,40 Prozent bei der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen müssen im Zusammenhang mit den negativen kurzfristigen Renditen gesehen werden. Der Markt erwartet weitere Zinssenkungen der EZB und hat diese bereits eingepreist. Das bedeutet, dass langfristige Renditen immer noch eine Prämie im Vergleich zu kurzfristigen Renditen aufweisen. Die Renditen bei zweijährigen Bundesanleihen sind auf -0,75 Prozent gesunken. Die gleichzeitige Rally bei Aktien und Anleihen lässt sich nur mit einer grundlegenden Veränderung der globalen Reaktionsfunktion der Zentralbanken erklären. Die reale Inflation hat in den vergangenen fünf Jahren die Erwartungen immer wieder unterschritten. Der Einbruch der erwarteten Inflation (sowohl bei marktbasierten als auch bei umfragebasierten Kennzahlen) hat in den vergangenen Monaten das Fass zum Überlaufen gebracht. Jahrelang wurde die Unterschreitung der Inflation entschuldigt und verharmlost. Nun haben die Herren der Preisstabilität beschlossen, dass sie es nicht mehr hinnehmen können, die Ziele zu verfehlen.“