Allianz: Kräftiges Wachstum im Startquartal 2019 zu erwarten

München (8.5.19) -Die Industrieproduktion ist im März saisonbereinigt um 0,5% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die deutsche Industrieschwäche ist damit noch nicht überwunden, aber die Lage stabilisiert sich zumindest. Dies ist insbesondere auf das Produktionsplus bei den Konsumgütern zurückzuführen. Darüber hinaus ist auch der Bau derzeit eine sehr wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft. Insgesamt liegt die Produktion 0,5% über dem Durchschnittsniveau des Schlussquartals 2018. Zusammen mit den guten Daten zum privaten Konsum dürfte die deutsche Wirtschaft im Startquartal 2019 um mindestens 0,4% im Vorquartalsvergleich gewachsen sein. Allerdings dürfte die Konjunkturdynamik im weiteren Verlauf des Jahres eher wieder an Fahrt verlieren. Insgesamt rechnen wir für 2019 weiterhin mit einem BIP-Zuwachs von 1%.

Die Industrieproduktion ist im März saisonbereinigt um 0,5% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Kein Teilbereich der Industrie verzeichnete im Vormonats-vergleich einen Rückgang. Am stärksten fiel das Plus bei den Konsumgütern (1,1%) und Vorleistungsgütern (0,4%) aus. Die Produktion von Investitionsgütern hingegen blieb auf dem Niveau des Vormonats. Außerhalb der Industrie konnte der Bau mit einem Plus von 1,0% seine Produktion erneut ausweiten. Ins-gesamt liegt die Produktion 0,5% über dem Durchschnittsniveau des Schluss-quartals 2018. Zusammen mit den guten Daten zum privaten Konsum dürfte die deutsche Wirtschaft im Startquartal 2019 um mindestens 0,4% gewachsen sein. Allerdings rechnen wir damit, dass die Konjunkturdynamik im weiteren Verlauf des Jahres eher wieder an Fahrt verlieren wird. Grundsätzlich sind die binnen-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zwar weiterhin sehr gut. Die Ertragslage der Unternehmen ist positiv und die Finanzierungsbedingungen sind außergewöhnlich günstig. Der Beschäftigungsaufbau schafft zusätzliches Einkommen und die reale Kaufkraft der verfügbaren Einkommen wächst. Doch angesichts der weiterhin verhaltenden Impulse aus dem Ausland – der chinesische Konjunkturstimulus wird nur allmählich Wirkung zeigen und das Risiko einer Eskalation der Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China nimmt eher zu als ab – dürfte die deutsche Konjunktur zunehmend an Fahrt verlieren. Die Daten für den Auftragseingang im erarbeitenden Gewerbe im März geben hierzu schon mal einen Vorgeschmack. Zwar lag der preisbereinigte Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Vormonatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 0,6 % höher. Doch ohne Berücksichtigung von Großaufträgen ergibt sich ein Minus von 1,0% M/M im Monat März. Darüber hinaus bereitet insbesondere der Rückschlag bei den Aufträgen aus dem Inland Sorge (-4,2% M/M). Einziger Lichtblick sind die im Vormonatsvergleich kräftigen Zuwächse bei den Auf-trägen aus dem EWU-Ausland (+8,6%M/M). Insgesamt rechnen wir für 2019 weiterhin mit einem BIP-Zuwachs von 1%.

von Katharina Utermöhl, Allianz