Stabilitas: Edelmetalle weiter in Wartestellung – Fed-Entscheid drückt Stimmung bei Gold – Opec und Venezuela-Krise treiben Ölpreis

 Bad Salzuflen (2.4.19) – Wie bereits im Vormonat kamen Gold und Silber im März nicht vom Fleck. Der Silberpreis tendiert seitwärts, schloss bei 15,06 US-Dollar pro Feinunze und verlor auf Monatssicht 0,5 Prozent. Gold knackte zwar im Monatsverlauf die Marke von 1.300 USD pro Feinunze, schloss aber zum Monatsende mit 1.292 USD. Damit waren der Monatsschluss- und Monatsstartkurs bei Gold identisch, wodurch das Edelmetall seit Jahresbeginn mit +0,6 Prozent weiterhin nur minimal im Plus steht. „Gold bewegt sich aktuell seitwärts, aber mit relativ vielen Schwankungen. Der jüngste Fed-Entscheid, wonach die Zinsen dieses Jahr nicht weiter steigen, stärkt unterdessen den Anleihemarkt. Zumindest kurzfristig ist das für Gold negativ, weil Anleihen dadurch wieder eher als Alternative in Betracht gezogen werden“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Andererseits gehen von der Konjunktur vermehrt abwartende bis negative Signale aus und das spricht mittelfristig für Gold. Unterm Strich ist der Ausblick dadurch eher neutral“, sagt Siegel.

Nach einem starken Februar gönnte sich Platin eine Verschnaufpause. Der Schlusskurs von 848 USD entspricht einem leichten Minus von 1,4 Prozent. Palladium hingegen erlebte erneut einen rasanten Monat. Auch im März erreichte das Industriemetall zunächst ein Allzeithoch von über 1.600 USD, korrigierte dann aber bis Monatssende um 15 Prozent nach unten und schloss bei 1.377 USD. Das entspricht auf Monatssicht einem Verlust von 10,7 Prozent. „Wie von uns erwartet, folgte auf die Übertreibung im Markt nun eine scharfe Konsolidierung. Ob Palladium kurzfristig seine Rallye wieder aufnehmen kann, ist fraglich. Es ist gut möglich, dass jetzt weitere Gewinnmitnahmen folgen“, sagt Siegel.

 

Bei den Aktien der Minengesellschaften waren im vergangenen Monat viele Schwankungen zu beobachten, letztlich bewegte sich aber auch dieser Markt seitwärts. „Die relative Stärke der Minenaktien gegenüber dem Goldpreis hat sich im März nicht vergrößert, ist aber auch nicht geringer geworden. Nach drei Monaten, in denen die relative Stärke ausgeweitet wurde, wäre ein Rücksetzer denkbar gewesen. Insofern ist das eine kleine positive Überraschung“, sagt Siegel.

 

Die Basismetalle entwickelten sich uneinheitlich: Blei (-6,1 Prozent), Aluminium (-0,3 Prozent), Nickel (-1,7 Prozent) und Kupfer (+0,6 Prozent). Zink (+6,3 Prozent) stach als Monatssieger hervor.

 

Bei Brent-Öl hält der Aufwärtstrend weiterhin an. Das schwarze Gold verteuerte sich auf Monatssicht um 5,1 Prozent und beendete den März bei 68,39 USD pro Barrel. Somit konnte Europas wichtigste Rohölsorte seit Jahresbeginn fast um ein Viertel zulegen. „Die Rallye bei Öl lässt sich aus konjunktureller Sicht nicht erklären. Im Vordergrund stehen eher politische Faktoren wie die Angebotsreduktion durch die Opec und die Produktionskrise in Venezuela“, sagt Siegel abschließend.