Grüner Strom für Chile: KfW beteiligt sich zusammen mit der EU an der Finanzierung des ersten Solarthermikprojektes in Lateinamerika

Frankfurt/Main (22.3.19) – Die KfW und die KfW IPEX-Bank, beteiligen sich an der Finanzierung des Projekts Cerro Dominador in der Atacama Wüste im Norden Chiles. Die Europäische Union beabsichtigt das innovative Vorhaben zudem  mit 15 Mio. EUR aus der Latin American Investment Facility (LAIF) zu fördern. Das Projekt ist die erste kombinierte Solarthermie- und Photovoltaik-Anlage Lateinamerikas. Die KfW ist mit insgesamt 120 Mio. USD beteiligt.

 

Im Rahmen des Beitrags der KfW Entwicklungsbank in Höhe von 65 Mio. USD  wird über die Republik Chile ein Darlehen an die staatliche chilenische Entwicklungsbank Corporación de Fomento de la Producción (CORFO) vergeben, welche die Mittel über eine lokale Bank an das Projekt Cerro Dominador weiterleitet. Das Projekt ist Teil der internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), des Bundesumweltministeriums.

 

Weiteres Fremdkapital wird von der KfW IPEX-Bank durch eine Projektfinanzierung in Höhe von 55 Mio. USD sowie von einer Gruppe internationaler Finanzinstitutionen zur Verfügung gestellt, darunter Natixis, Deutsche Bank, Société Générale, ABN AMRO, Santander, Commerzbank, ICO Bank, Helaba und BTG Pactual sowie weitere institutionelle Investoren. Der Baubeginn ist bereits erfolgt, die Projektfinanzierung befindet sich bereits in der Auszahlungsphase.

 

„Die KfW Bankengruppe leistet mit den beiden Finanzierungen einen wichtigen Beitrag zur Markteinführung der Solarthermie-Technologie, die die Energieversorgungssicherheit in Chile erhöht und zu einer bedeutenden CO2-Minderung führt“, sagte Prof. Dr. Joachim Nagel, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

 

„Die Förderung des Projektes Cerro Dominador durch CORFO ist ein Beispiel für die Bemühungen der chilenischen Regierung zur Dekarbonisierung, Diversifizierung und Weiterentwicklung unserer Energieversorgung. Das ist unser Beitrag zu technologischen Innovationen sowie zu einer erhöhten Produktivität im gesamten Industrie-  und insbesondere im Energiesektor. Damit nehmen wir eine Führungsrolle in Lateinamerika ein“, sagte Sebastián Sichel, stellvertretender Direktor  von CORFO.

 

Das Projekt Cerro Dominador befindet sich an einem der sonnenertragreichsten Orte der Welt und wird aus zwei Komponenten bestehen: Die Solarthermieanlage wird gemeinsam mit der bereits in Betrieb genommenen Photovoltaikanlage eine Gesamtkapazität von 210 Megawatt erzeugen und  grünen Strom in das chilenische Stromnetz einspeisen. Eine Besonderheit der Solarthermieanlage ist ein Flüssigsalzspeicher, welcher einen Betrieb der Anlage auch ohne direkte Sonneneinstrahlung ermöglicht, und damit eine verlässliche Stromproduktion 24 Stunden am Tag erlaubt.

Insgesamt wird mit der Finanzierung der Anlage ein wichtiger Beitrag zum internationalen Klimaschutz geleistet und jährlich rund 870.000 Tonnen CO2 eingespart.