IW:  Wo die Preise fürs Eigenheim

besonders stark gestiegen sind

Köln (11.3.19) – Vom Immobilienboom profitieren längst nicht nur Hausbesitzer in Berlin, Hamburg und München: Gerade in kleineren Städten wie Ratingen oder Wolfsburg können sich Eigenheimbesitzer über einen deutlichen Wertzuwachs freuen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Wer in den vergangenen Jahren ein Haus gekauft hat, dürfte in den allermeisten Fällen ein gutes Geschäft gemacht haben – auch abseits großer Städte, zeigt eine neue IW-Studie. Ein Praxis-Beispiel: Ein Einfamilienhaus in Augsburg kostete im Jahr 2013 rund 200.000 Euro, fünf Jahre später ließ es sich schon für 350.000 Euro verkaufen. Von solchen Renditen träumen viele Anleger. Überraschungssieger sind: Ratingen, Kassel und Freising.

In allen Teilen Deutschlands gibt es Regionen, in denen sich Eigenheimbesitzer besonders freuen können, und meist außerhalb der Ballungszentren: In Norddeutschland sind die Preise in Wolfsburg und Göttingen besonders stark gestiegen. Im Süden haben Freising und Fürstenfeldbruck die Nase vorn, beide Kleinstädte liegen 40 Kilometer von München entfernt. Im Osten punktet neben Berlin der Landkreis Havelland, im Westen gehören Ratingen und Kassel zu den Überraschungssiegern.

Preissteigerung in 94 Prozent der Regionen

Aber auch in vielen anderen Regionen Deutschlands können sich Eigenheimbesitzer über gute Renditen freuen. In 94 Prozent der Regionen sind die Preise in den vergangenen fünf Jahren um mindestens zehn Prozent gestiegen, nur in zwei Regionen sind sie gefallen. Die IW-Studienautoren machen vor allem die niedrigen Zinsen für die Preisentwicklung verantwortlich. Zum anderen suchen gerade Familien eine Alternative zu teuren Immobilien in der Stadt und entscheiden sich lieber für ein Leben in einer umliegenden Region. Deshalb profitieren besonders Regionen, die gut an eine Großstadt angebunden sind.

Viele wollen kaufen, können es sich aber nicht leisten

„Angesichts dieser Preisentwicklung wollen sich viel mehr Menschen eine Wohnung oder ein Haus kaufen“, sagt IW-Ökonom und Studienautor Michael Voigtländer. „Doch in den meisten Fällen dürfte das Startkapital fehlen.“ Wer ein Haus kauft, muss nicht nur Eigenkapital für die Finanzierung aufbringen, sondern auch Maklerprovision, Notargebühren, Grundbuchkosten und Grunderwerbssteuer zahlen – das summiert sich.

Die Studie ist in Zusammenarbeit mit Sprengnetter entstanden, einem Dienstleister für Immobilienbewertung in Deutschland und Österreich. Datengrundlage bildet die Preisentwicklung bei Wiederverkäufen.